Blutige Proteste in Caracas Obama besorgt über Unruhen in Venezuela

US-Präsident Barack Obama hat auf dem Nordamerika-Gipfel im mexikanischen Toluca die Gewalt in Venezuela verurteilt.

Demonstrationen gegen Maduro. Nachdem in Venezuela bei Protesten gegen die Regierung vier Menschen erschossen und US-Beamte des Landes verwiesen wurden, fordert US-Präsident Obama echten Dialog. Doch Venezuelas Staatschef Maduro verschärft den Ton.

Nach den heftigen Protesten gegen die Linksregierung in Venezuela bleibt die Lage in der Hauptstadt Caracas gespannt. Aus verschiedenen Stadtteilen der Millionenmetropole wurden erneut gewaltsame Zusammenstöße zwischen oppositionellen Studenten, Polizei und bewaffneten Regierungsanhänger gemeldet. Mehrere Menschen erlitten Schussverletzungen. Polizeieinheiten gingen mit Tränengas gegen Demonstranten vor.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich am Rande des Nordamerika-Gipfels im mexikanischen Toluca besorgt über die Lage in Venezuela, das vorige Woche drei US-Konsularbeamte wegen Konspiration des Landes verwiesen hatte. "Gemeinsam mit der Organisation Amerikanischer Staaten fordern wir die venezolanische Regierung zur Freilassung der festgenommenen Demonstranten und zu einem echten Dialog auf", sagte Obama.

Maduro reagiert harsch auf Proteste

Unterdessen schlug der linke Staatschef Nicolás Maduro angesichts der andauernden Proteste erneut harte Töne an. "Wir stehen vor einem sich weiter entfesselnden Staatsstreich gegen Venezuela. Der Chef des Faschismus ist schon gefangen, und ich werde das mit allen Faschisten machen, wo immer sie sein mögen", sagte Maduro mit Blick auf den festgenommenen Oppositionellen Leopoldo López.

López hatte sich am Dienstag der Polizei gestellt. Er wurde nach Medienangaben in ein Gefängnis außerhalb von Caracas verlegt. Maduro wertete die "freundschaftliche Vereinbarung" über die freiwillige Überstellung von López als Zeichen, dass Regierung und Opposition sich "respektieren" könnten und ein Zusammenleben möglich sei.

Proteste gegen Armut und Mord

Seit dem 12. Februar kamen nach Medienangaben mindestens sechs Menschen bei den Unruhen ums Leben, fünf von ihnen starben durch Schüsse. Unter den Opfern sind zwei Anhänger der Regierung und vier Demonstranten. Die Regierung zeigte Videos, auf denen teils vermummte Demonstranten Gebäude und Barrikaden in Brand setzen und Polizisten mit Steinen bewerfen. Die Opposition beschuldigte dagegen Regierungsanhänger, mit schweren Waffen auf Demonstranten zu feuern. Für Samstag rief das Oppositionsbündnis MUD zu einem Protestmarsch auf.

Die Studentenproteste richten sich vor allem gegen die schlechte Sicherheitslage in Venezuela. Das land hat weltweit eine der höchsten Mordraten. Zudem leidet das ölreiche Land unter einer drastischen Wirtschaftskrise, für die die Regierung Spekulanten und die rechte Opposition verantwortlich macht.

2013 verzeichnete Venezuela eine Inflationsrate von über 55 Prozent. Einige Produkte des täglichen Gebrauchs - wie Milch oder Toilettenpapier - sind knapp. Mehrere Zeitungen mussten wegen Engpässen beim Druckpapier den Umfang ihrer Ausgaben verringern.