Geht man der Frage nach, wer das sein könnte, hört man intern vor allem zwei Namen: Roland Koch und Norbert Röttgen. Und dieses Rennen könnte spannend werden. Der 50-jährige Koch hat als Ministerpräsident große Erfahrung, auch im Führen von Apparaten, aber er ist durch seinen letzten aggressiven Landtagswahlkampf und seine mögliche Abwahl im November politisch ziemlich belastet. Der 43-jährige Röttgen ist ein junges Gesicht, eloquent, unbelastet und fernsehtauglich, aber ohne die Koch'sche Erfahrung - und mit dem Makel behaftet, dass er 2005 fast zu einem Wirtschaftsverband gewechselt wäre.
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Beide präsentieren sich zur Zeit auf ihre Weise. Koch zeigte sich am Donnerstag staatstragend nach dem Gespräch mit der Bundeskanzlerin, als Bund und Länder die Einigung übers Finanzpaket verkündeten. Röttgen hielt in der letzten Woche im Bundestag eine Rede, die sich eingebrannt hat, auch beim politischen Gegner.
Er war es, der den Kampf gegen die Finanzkrise zu einem Kampf für das Gemeinwohl erklärte, er war es, der von einem öffentlichen Gut sprach, das es zu verteidigen gelte. Röttgen sagte, was Glos offenbar nicht sagen konnte. Das Protokoll verzeichnet an der Stelle Beifall bei allen Großkoalitionären. Seither wird selbst der eitle Steinbrück nicht müde, Röttgens Worte als beste Begründung für das Rettungspaket zu wiederholen.
Das Fernduell Koch gegen Röttgen ist freilich nicht nur ein Duell zweier Personen. Es könnte zu einem Duell zwischen zwei Kulturen werden. Koch entstammt dem konservativen Landesverband Hessen und ist eng mit dem Andenpakt verbunden. Gegründet wurde der Pakt 1979 als Zweckbündnis aufstrebender JU-Politiker aus allen Teilen Deutschlands, die sich früh Macht sichern wollten. Ihm gehören unter anderem Günther Oettinger, Christian Wulff, Franz-Josef Jung und mittlerweile auch Friedrich Merz an. Ihre Stärke bestand in einem Nichtangriffspakt, ihre Schwäche liegt im Mangel an einer gemeinsamen inhaltlichen Linie.
Vorteil für Röttgen
Bei Röttgen ist so gut wie alles anders. Er ist im Rheinland groß geworden, also im Zentrum des rheinischen Katholizismus, und gehört zu einem weitgehend unbekannten Kreis liberaler Christdemokraten, die sich nicht aus Machtsicherung, sondern aus liberaler Überzeugung zusammenschlossen. Diesem Leichlinger Kreis, benannt nach dem Heimatort eines seiner Gründer, wurde Anfang der achtziger Jahre von Peter Hintze, Herbert Reul, Hermann Gröhe und Ronald Pofalla ins Leben gerufen - als Antwort auf "Die Bewegung", einer konservativen Gruppe in der JU Rheinland. Leichlingen gewann, "Die Bewegung" ist längst gestorben. "Ideologisch haben wir gesiegt", sagt Hintze heute.
Das stimmt ganz besonders, wenn man sieht, dass zahlreiche Mitglieder, auch jene, die später zu diesem Kreis dazu kamen, inzwischen rund um Angela Merkel im Zentrum der Bundespolitik sitzen. Pofalla ist CDU-Generalsekretär, Gröhe Staatsminister im Kanzleramt, Hintze für Europa zuständiger Staatssekretär, Günter Krings Justitiar der Unionsfraktion - und Röttgen parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion mit Ambitionen zu mehr. Während der Andenpakt seine Hauptkraft im Kampf gegen Merkels Kanzlerkandidatur 2002 entfaltete, sind die Leichlinger seit Merkels Einzug in den Bundestag 1990 Schritt für Schritt ihre Verbündeten geworden. Integrationsgipfel, Krippenausbau, Klimapolitik - alles politische Neuausrichtungen der CDU, bei denen sich die Frau aus dem Osten und die Leichlinger aus dem Westen gefunden haben.
So gesehen ist Röttgen im Vorteil. Zumal die Leichlinger wachsen und der Andenpakt Kraft einbüßt. Erst verschwand der Pfälzer Christoph Böhr in der Versenkung, dann scheiterte Friedbert Pflüger an der Berliner CDU, ohne dass ihnen ihre Paktfreunde helfen konnten. "Als Bündnis", sagt es einer der Leichlinger, "sind wir heute deutlich stärker."
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 17.10.2008)
ICE-Strecke
Glos war zu laut für Stoiber und ist breit genug gebaut, um jetzt den Prügelknaben zu spielen. Wer sich aus dem Raum schleichen will, braucht eine gut sichtbare Ablenkung die möglichst auch sonst noch unangenehm auffällt. Ist doch eine perfekte Besetzung, der Herr Witschaftsminister, der jetzt noch eine andere "Wirtschaft" kennengelernt hat als die, wo man "Zapfenstreich" schreien kann.
èber den armen Müllermeister Glos ist bereits "alles gesagt", es fehlt höchstens noch "Müller bkleib bei Deinen Leisten!".
Schuld daran ist nicht der Genannte, der kann wirklich nichts dafür, ein besonders gelungenes Beispiel für das PETER-Prinzip geworden zu sein; Schuldige sind
- STOIBER, der sich das Amt erst "zuschneiden" liess und danach gekniffen hat,
sowie
- das besonders in Deutschland kultivierte System, Menschen zu "Fach"-Ministern zu machen, die "von Tuten und Blasen keine Ahnung haben"!
Aber wenden wir uns beim Theme Wirtschaftskompetenz einen Moment auch Frau Bundeskanzler Dr. Merkel zu, die dazu in den letzten Tagen viel sagen musste und ebenfalls eindrucksvoll bewies, dass sie davon keinerlei Ahnung hat und nur nachzureden versucht, was ihr Fachbeamte aufgeschrieben und eingeflüstert hatten. Dass sie mich dabei besonders an ihren (Busen-)Freund GWBush erinnerte, sei mir -und ihr- nachgesehen.
Aber jetzt noch ein Wort zu der realen Situation auf den Aktien- und den Warenmärkten weltweit: Beide brechen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in diesen Tagen und Wochen total zusammen; dagegen ist kein Kraut mehr gewachsen; die verantwortlichen Politiker, besonders die Angelsachsen, haben dem Treiben der Spekulanten allzu lange tatenlos zugesehen und inzwischen wurde die Spekulationsblase derart riesig, dass eine Rettung nahezu unmöglich wurde, weil dafür ganz einfach nicht genügend hartes Gelld zur Verfügung steht. Den scheinbar gigantischen Rettungs-Paketen, inzwischen dürften sie sich weltweit insgesamt auf um die 3 Billionen EURO belaufen, steht eine Spekulationsblase (ohne reale Gegenwerte) von wenigstens 20 Billionen EURO gegenüber, d.h. etwa das ACHTfache der Rettungspakete!
Wenn nicht alles täuscht, dann ist nicht nur der Kapitalismus alter Ausprägung am Ende, auch der phantastische Wohlstand der Massen in den Ländern des Westens muss dieses Schicksal teilen - und die Allermeisten von uns müssen, jedenfalls die die diese Katastrophe überleben - ähnlich wie nach der Währungsreform 1949 - wieder nahe bei NULL beginnen!
Ich wünsche uns allern VIEL GLÜCK und ERFOLG! Wir können`s brauchen!
@freier.franke:
"Keine Frage : nieder mit HCM! "
Sie übertreffen sich wieder mal selbst..
Wer hindert denn die Merkel daran Herrn Glos auf sein verdientes Altenteil zu schicken und meinetwegen Herrn Röttgen, der meines Erachtens eine erfrischende Alternative zu Glos ist, ins Rennen zu schicken? Nur der Proporz? Das darf doch nicht wahr sein.
Bin wirklich nicht sehr oft mit Ihnen einer Meinung, aber in diesem Fall wirklich!
Herr Glos hatte wirklich nicht beabsichtigt Minister zu werden (siehe meine vorherigen Hinweis), aber er ist mit Sicherheit ein Mensch der die Aufgaben, die man ihm gibt, zu meistern versucht.
Aber in meiner Jugend (und die liegt leider gute 50 Jahr zurück) wurde uns in der Schule erklärt, daß der Minister das Aushängeschild ist und sein Staatssekretär eigentlich die Arbeit leistet. (Wenn ich richtig vermute sind sie auch schon ein angstaubter Knabe!)
Und da scheint mein Landsmann eine verdammt schlechte Wahl getroffen zu haben - oder er bekam eine Niete verordnet. Beides ist leider, gerade jetzt, ver.flucht schlecht.
Bestimmt ist er nicht der "beste" Minister, aber wir hatten schon verd..... Schlechtere! Sogar solche, die heute Links- "IN" sind und die damals nach ihrer Vereidigung sofort das Handtuch geworfen haben
Paging