Birmas Regime hat aus buddhistischen Klöstern Zehntausende Menschen geholt, die durch den Sturm Nargis obdachlos geworden waren. Das beunruhigt die Mönche. Die Junta legt derweil das Ergebnis des Verfassungsreferendums vor, das ungeachtet der Wirbelsturmkatastrophe durchgeführt worden war.

Die Menschen in Birma haben nach Angaben der Junta mit überwältigender Mehrheit für den vom Militärregime vorgelegten Verfassungsentwurf gestimmt. Das Papier sei bei dem Referendum am vergangenen Samstag mit 92,4 Prozent der Stimmen gebilligt worden, berichtete der staatliche Rundfunk am Donnerstag. Die Wahlbeteiligung habe bei mehr als 99 Prozent gelegen.

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Zuflucht im Kloster: diese junge Mutter war durch den Wirbelsturm obdachlos geworden und wurde von Mönchen aufgenommen (© Foto: dpa)

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In zwei vom Wirbelsturm Nargis betroffenen Regionen wurde die Abstimmung verschoben und soll am 24. Mai nachgeholt werden. Das dortige Ergebnis könne an der Billigung des Verfassungsentwurf rechnerisch nichts mehr ändern, hieß es im Rundfunk. Kritiker der birmanischen Militärjunta haben den Verfassungsentwurf als undemokratisch und unfair zurückgewiesen.

Unterdessen hat Birmas Militär in einer großangelegten Aktion offenbar Zehntausende Zyklon-Flüchtlinge aus den Klöstern im Irawady-Delta geholt und in Unterkünfte der Regierung untergebracht.

Etwa 80.000 Obdachlose hätten allein in Schulen und Tempeln der Stadt Labutta Zuflucht gesucht, berichteten Mönche der Nachrichtenagentur AFP. Der Großteil sei auf Booten und Lastwagen in Lager der Militärs in die Städte Myaungmya und Pathein gebracht worden, sagte ein Mönch.

Es sei unklar, ob die Flüchtlinge dort mit ausreichend Wasser und Nahrungsmitteln versorgt werden könnten. Nur noch etwa 20.000 Menschen seien in etwa 50 Klöstern in Labutta verblieben.

Durch den Wirbelsturm vor elf Tagen starben nach neuesten Angaben mehr als 38.000 Menschen. Mehr als 27.000 Menschen werden vermisst, wie der staatliche Rundfunk in Birma am Mittwoch meldete.

Ban schickt hohen UN-Vertreter nach Birma

Der britische Entwicklungshilfeminister Douglas Alexander sagte in London unter Berufung auf Schätzungen von Hilfsorganisationen, die Zahl der Toten und Vermissten könnte auf über 200.000 steigen. Die Verteilung von Hilfsgütern verlief zunächst schleppend, weil die Militärjunta ausländische Helfer weitgehend ablehnte.

Um die Katastrophenhilfe in Birma stärker voranzutreiben, will UN-Generalsekretär Ban Ki Moon einen hochrangigen Vertreter der Vereinten Nationen nach Birma schicken.

"Ich werde in den nächsten Tagen den Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, John Holmes, mit einem Flugzeug des Welternährungsprogramms (nach Birma) schicken", sagte Ban vor Journalisten. Er hatte sich zuvor mit Botschaftern der Mitgliedsstaaten sowie Vertretern des Verbands Südostasiatischer Staaten (Asean) getroffen, um konkrete Maßnahmen zu diskutieren. Auch ein Vertreter Birmas sei dabei gewesen.

Ban lehnte es ab, Hilfsgüter ohne die Zustimmung der Militärregierung ins Land zu bringen. "Wir haben darüber diskutiert, enger zusammenzuarbeiten, vor allem mit den Asean-Ländern und wir brauchen die volle Unterstützung der birmanischen Regierung in diesem Punkt", betonte der UN-Chef.

Es sei auch darüber diskutiert worden, einen gemeinsamen UN-Asean-Koordinator zu bestimmen, der ein logistisches Hilfszentrum außerhalb Birmas etablieren solle.

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(AFP/AP/Reuters/dpa/odg/gal)