Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat erneut die Muskeln spielen lassen. Wegen seiner wirtschaftlichen Stärke müsse sich Russland nichts mehr gefallen lassen.
"Es bleiben Meinungsverschiedenheiten, beispielsweise über Menschenrechte und in internationalen Fragen", sagte Juncker am Donnerstag in Luxemburg nach einem zweistündigen Gespräch mit Putin.
Bleibt hart: Wladimir Putin. (© Foto: Reuters)
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Dieser räumte zum Abschluss eines sechsstündigen Kurzbesuchs im Großherzogtum ein: "Ja, es gibt manchmal schwierige Probleme, aber wir versuchen sie zu lösen."
"Unsere Beziehungen sind gut, aber sie sind nicht auf dem Niveau, auf dem sie sein könnten", sagte Juncker über die Spannungen zwischen der EU und Russland.
Bereits in der vergangenen Woche hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel als derzeitige EU-Ratsvorsitzende bei einem Gipfeltreffen mit Putin in Samara nicht einigen können.
Russland lehnt vor allem die Aufhebung eines Einfuhrverbots für Fleisch aus Polen ab. Deswegen hat Polen den Beginn von Verhandlungen über ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und Moskau mit einem Veto blockiert.
Strategische Partnerschaft besteht fort
Auch die Beziehungen zwischen Estland und Russland sind wegen des Streits um die Verlegung von Kriegsgräbern angespannt. Ohne diese beiden Staaten namentlich zu nennen, sagte Putin: "Unglücklicherweise gibt es Länder, die ihre bilateralen Probleme mit Russland zu EU-Problemen machen."
Russland sei jedoch davon überzeugt, dass es trotz dieser Meinungsverschiedenheiten "ein strategischer Partner der EU ist und diese strategische Partnerschaft nach wie vor besteht".
Er lobte Luxemburg, das als Gründungsmitglied der EU sich stets um die Entwicklung der Beziehungen zu Russland bemühe. Mit Direktinvestitionen von 23 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr sei der Finanzplatz Luxemburg der zweitwichtigste Investor in Russland.
"Nicht mit dem Feuer spielen"
Putin bekräftigte die strikte Ablehnung der US-Pläne für den Aufbau einer Raketenabwehr in Polen und Tschechien. Zehn US-Abfangraketen sollen nach US-Angaben gegen mögliche Bedrohungen aus dem Iran oder Nordkorea gerichtet sein.
"Wir glauben nicht, dass dieses System die Raketen aus dem Iran oder Nordkorea betrifft. Die haben solche Raketen in den nächsten zehn bis 15 Jahren nicht", sagte Putin. Moskau sei der Auffassung, dass über die US-Raketenabwehr in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gesprochen werden müsse.
Juncker mahnte zur Besonnenheit: "Wir sollten ernsthaft sein und nicht mit dem Feuer spielen." Er plädierte für einen Dialog mit Russland und versicherte: "Es gibt keine Sicherheitsarchitektur in Europa, die nicht auf einer Partnerschaft mit Russland beruht."
Der russische Präsident verteidigte die Menschenrechtslage in seinem Land. "Es gibt in vielen Staaten der Welt ähnliche Probleme", argumentierte er. Immer wieder seien europäische Staaten wegen ihres Umgangs mit Migranten vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt worden. "Und niemand spricht davon, die USA oder Japan aus der G8-Gruppe auszuschließen, weil sie die Todesstrafe noch nicht abgeschafft haben." Er räumte ein: "Man braucht Zeit, um demokratische Institutionen zu schaffen."
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(dpa)
Russland unter Putin
aber eben auch irgendwie neu. Kein Tag vergeht, kein Thema wird besprochen, ohne nicht mindest einmal die jeweilige Beziehung und Bedeutung für unser modernes "EU-Europa" zu sondieren. Und im gleichen Atemzug tauchen genauso gern auch die zwar veralteten aber vom Retro-Trend nicht verschonten Blockstaaten-Strukturen und Märchen von sich gegenseitig ausgleichenden, diametral gegenüberstehenden Großmächten auf.
Da kann ich nicht leugnen, dass ich mich über das scheinbar verfehlte Ankommen im 21. Jahrhundert doch sehr wundere !?!
Das ewige Schwanken zwischen Russland und USA (was sich hier durch die Kommentare zieht) und ein bisschen dazwischen auch noch Europa durchzumogeln, erweist sich als eine vereinfachende, naive und -mit Verlaub- an gewisser Selbstüberschätzung leidende Methodik. Ausgeblendet bleiben weiterführende Verflechtungen und die allzu oft als selbstverständlich erachteten Länderspezifika entpuppen sich eher als realitätsferne Pauschalisierungen.
Nicht jeder Russe ist ein langsamgeistiger Riese der Marke sibirischer Holzfäller, nicht jeder Europäer kann als der ikonisierte Weltversteher-Kosmopolit gelten und nicht jeder Ami gehört der Gruppe autoritärer, von Bildungdefiziten nicht eingeschüchterter Superpatrioten an..
Also muss man die Sachen schon für sich betrachten und dann den globalen Kontext herstellen, egal ob nun Menschenrechte oder Abwehrraketen auf dem Tableau stehen.
.. wir können den sicher zu Recht immer selbstbewussteren Russen tatsächlich keine Vorschriften (wer sich am besten als Zielobjekt für Eier usw eignet) machen, weswegen man nicht immerfort die bis zum Bersten gespannten Nerven eines Putin reizen sollte.. oder wollen wir eine übereilte unkluge, Kurzschlussreaktion des Schwarzen-Gürtel-Trägers provozieren ??
.. und bei den Raketen ist es nicht auszuschließen, dass die alsbald gar von China aus in unsere Sphären fliegen.. aber überall kann man sowieso keine Abwehrschilde bauen.. oder wollen wir zurückkehren zu den mit Schießscharten gespickten Festungen des Mittelalters ??
Wo wir wieder beim Urschleim des archaischen Kerns Europas angelangt wären. Ich dagegen wär für neue Musik des aktuellen Jahrhunderts!!(?)
Ihrer Aussage bezüglich des Rassismus kann ich nichts abgewinnen.
Die Russen haben sich in der Sovjetunion schon immer als die "Herrenrasse" angesehen. Die "Gelben" wurde von den Russen schon immer gehaßt.
Insofern nichts neues!
Es ist erschreckend mit welcher Blindheit einige Kommentatoren zu kämpfen haben. Meinerseits möchte ich den amerikanischen Irakfeldzug absolut nicht gutheißen und kritisiere diesen offen. Der Unterscheid ist nur, daß man dieses auch ungestraft tun kann. In der Despotie Russlands, wo durch die Propaganda der staatlich kontrollierten Medien ein enormer Nationalismus und teilweise offener Rassismus (s.Kaukasier) herrscht, werden sie schnell"mundtot" gemacht. Da ich dieses Land bereist habe und einige Russen und deren private Meinung kenne, halte es mit Jürgen Roth, der auf seiner Website von bezahlten Stimmungsmachern in Deutschland spricht, die für Putin ein positives Allgemeinbild projizieren sollen.
Diese Aussage von Ihnen (09:58 Uhr) ist mehr als schwach.
Ich (wir) wissen nun, was wir davon zu halten haben.
Die Reaktion auf meinen Kommentar beweist es : Ein getroffener Hund bellt.In diesem Fall ein (kleines) Rudel von Hunden.
Paging