Der Brief Hans-Adams II. offenbart das spannungsgeladene Verhältnis Liechensteins zu Deutschland. Hier ist er im Wortlaut.
"Sehr geehrter Herr Professor Dr. Blumenthal,
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Gewagte Wort: Hans-Adam II., Fürst von Liechtenstein, möchte auch noch das "vierte deutsche Reich" überleben - oder zumindest das, was er als ein solches ansieht. (© Foto: AP)
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Danke sehr für Ihren Brief vom 18. Juni bezüglich des Ausstellungsprojektes im Jüdischen Museum Berlin 'Raub und Restitution'.
Da unsere Sammlungen während des 2. Weltkrieges und danach selbst das Opfer von Kunstraub waren, hätte ich sehr gerne das Ausstellungsprojekt unterstützt, wenn es nicht in Deutschland wäre. Deutschland hat sich vor einiger Zeit geweigert, trotz eindeutiger Rechtslage uns ein Gemälde zurückzugeben, das seit langem in Besitz meiner Familie war und von den kommunistischen Behörden nach dem 2. Weltkrieg in der Tschechoslowakei entschädigungslos enteignet wurde.
Da die Bundesrepublik Deutschland in ihren Beziehungen zum Fürstentum Liechtenstein je länger desto weniger geneigt ist, sich an den Grundprinzipien des Internationalen Völkerrechts zu orientieren, haben wir entschieden, keinen Leihgaben mehr aus unseren Sammlungen nach Deutschland zu bringen. Wir wollen unsere Kunstwerke nicht dem Risiko einer selektiven Anwendung des Rechtsstaates in der Bundesrepublik Deutschland aussetzen.
Die deutsch-liechtensteinischen Beziehungen in den vergangenen zweihundert Jahren gleichen einer Berg- und Talfahrt. Mit dem Zweiten Deutschen Reich befinden wir uns noch immer im Kriegszustand, da dieses untergegangen ist, bevor es mit uns Frieden schließen konnte, und das Dritte Reich ist Gott sei Dank untergegangen, bevor es seine Drohung in die Tat umsetzen konnte, das Fürstentum Liechtenstein 'anzuschließen'.
Was die deutsch-liechtensteinischen Beziehungen betrifft, warten wir hier auf bessere Zeiten, wobei ich zuversichtlich bin, denn in den vergangenen zweihundert Jahren haben wir immerhin schon drei Deutsche Reiche überlebt, und ich hoffe, wir werden auch noch ein viertes überleben.
Mit vorzüglicher Hochachtung, Hans-Adam II., Fürst von Liechtenstein"
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(dpa/gal)
Stockender Kita-Ausbau
Natürlich ist dies ein mehr oder weniger "privater" Brief des Fürsten an eine Institution und er hat sicherlich nicht damit gerechnet, dass dieser öffentlich gemacht wird. Das ist auch ein schlechter Stil aus meiner Sicht. Dennoch ist diese Entwicklung Wasser auf die Mühlen derjeniger, welche das Fürstentum als "Parasitären Kleinstaat" innerhalb Europas sehen und zu mehr Kooperation und Zusammenarbeit "zwingen" wollen.
Liechtenstein muss einen Weg finden weg vom reinen Bankenstandort hin zum attraktiven Unternehmensstandort. Dazu ist es auch unerlässlich, dass das Fürstentum das Netzwerk an Doppelbesteuerungsabkommen ausbaut. Derzeit besteht lediglich ein DBA mit Österreich. Damit dies möglich ist, müssen aber Kooperationen und Rechtsabkommen, sowie Zugeständinisse seitens Liechtensteins gemacht werden. Ansonsten wird der Bankplatz weiter Schaden nehmen und dies wäre nicht zielführend. Jeder macht einmal Fehler und ich denke der Fürst wäre in diesem Fall gut beraten, sich für den "4. Reich"-Vergleich zu entschuldigen.
Markus Miller
Gründer: http://www.geopolitical.biz
aber offenbar ist auch Hans Adam II das Ganze einmal zuviel geworden. Warum auch nicht, liess man keine Gelegenheit aus Liechtenstein teilweise unter jedem Niveau zu beleidigen. Die Wörter und Worte dürften noch jedem in Erinnerung sein. Schade um die Aufregung, wo es doch nur darum geht souveräne Staaten und deren Gesetzgebung zu beachten.
Statt mit Beschimpfungen und Generalverdächtigungen zu arbeiten, täte man in den Regierungsstellen DEs gut, z.B. ein effizientes Steuerrecht, eine funktionierende Haushaltspolitik voranzutreiben.
Zugegeben, schwieriger besonders wenn es die eigenen Verfehlungen anlangt, zu diskutieren, als z.B. über Steueroasen zu schwadronieren.
Ich bin nicht sauer, weshalb sollte ich sauer sein ? Da haben Sie was missverstanden.
Danke für die Belehrung.
Ich entscheide aber nach wie vor selbst was ich google und lese. Und wenn der Fürst lügt wird diese Tatsache bestimmt direkt klargestellt.
Man sollte dazu nicht einzig die Meinung des Fürsten kennen.
Ich kann mir keinen Reim darauf machen, dass eine Enteignung nach 1945 in der Tschechoslowakei das Teufelswerk der Deutschen gewesen sein soll.
Paging