Von Daniela Kuhr

Wenn man sich an bestimmte Regeln hält, spricht sogar sehr vieles für den Einsatz Langzeitarbeitsloser in der Pflege.

Wenn man Menschen fragt, ob sie lange leben möchten, werden die meisten spontan bejahen. Fragt man aber, ob sie alt werden wollen, fällt die Antwort zögerlicher aus. Alt werden - nur im besten Fall klingt das nach Weisheit und Würde. Meist aber sind damit Zipperlein oder Schmerzen verbunden. Und leider gar nicht so selten Hilflosigkeit oder gar Demenz. Was das Thema so beängstigend macht, ist die Tatsache, dass jeder eines Tages betroffen sein kann - entweder persönlich oder über Verwandte.

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Daher werden Vorschläge zur Gestaltung der Pflege immer intensiv debattiert. So wie jetzt der Plan der Bundesagentur für Arbeit, Demenzkranke in Pflegeheimen von Langzeitarbeitslosen betreuen zu lassen. Noch überwiegt die Skepsis. Niemandem behagt die Vorstellung, dass die eigenen Eltern von einer ungelernten, womöglich sogar unwilligen Kraft betreut werden. Doch so weit muss es nicht kommen. Wenn ein paar Bedingungen eingehalten werden, hat der Plan eine Chance verdient.

So dürfen keinesfalls reguläre Arbeitsplätze im Pflegedienst verdrängt werden. Die Arbeitslosen dürfen also nur solche Tätigkeiten übernehmen, die sonst überhaupt nicht ausgeübt würden. Sie könnten aus der Zeitung vorlesen, mit einem Patienten spazieren gehen oder auch einfach mit ihm reden. Zudem dürften nur Arbeitslose eingesetzt werden, die sich freiwillig gemeldet haben.

Demenzkranke können unvermittelt sehr aggressiv werden. Für die Arbeit mit ihnen braucht es daher nicht nur unendlich viel Geduld, sondern auch den festen Willen, einen Menschen glücklich zu machen. Werden diese Voraussetzungen erfüllt, dann spricht nichts gegen einen Einsatz im Pflegeheim. Im Gegenteil.

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(SZ vom 18.08.2008/bilu)