Besuch bei Ahmadinedschad Kritik an Schröders Iran-Reise

Das Treffen von Altkanzler Schröder mit Irans Präsident Ahmadinedschad wird auch innerhalb der SPD missbilligt. Teheran betont derweil den privaten Charakter des Besuchs.

In der SPD wird Kritik an der Iran-Reise des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) laut. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Gert Weisskirchen, sagte der Welt zufolge: "Es wäre besser gewesen, wenn Gerhard Schröder den umstrittenen Staatspräsidenten Ahmadinedschad nicht getroffen hätte."

Schröder hätte lieber nur mit dem früheren Präsidenten Mohammed Chatami sprechen sollen Er selbst hätte Schröder geraten, Iran erst nach der Präsidentschaftswahl zu besuchen, sagte Weisskirchen. "Falls überhaupt, hätte ich vor dieser Wahl deutlich gemacht, dass man Ahmadinedschad als Präsidenten nicht wieder sehen will." Die Reise Schröders war auch vom Zentralrat der Juden heftig deutlich kritisiert worden.

Das iranische Außenministerium betonte unterdessen den privaten Charakter von Schröders Iran-Reise. Der Besuch des Altkanzlers in Teheran sei rein privat gewesen und habe keinen politischen Hintergrund gehabt. "Genau wie auch von Herrn Schröder selbst angesprochen, war die Reise privat auf Einladung (des iranischen Neurochirurgen) Professor Madschid Samii", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hassan Ghaschghawi.

Als politische Persönlichkeit und ehemaliger Kanzler habe Schröder natürlich auch Gespräche mit iranischen Regierungsvertretern über die jüngsten politischen Entwicklungen geführt, aber er habe "weder einen Auftrag noch irgendeine Botschaft" gehabt, sagte der Sprecher.

Schröder hatte während seines viertägigen Besuchs in Teheran fast die gesamte politische Elite des Landes getroffen, einschließlich Ahmadinedschad und dessen Herausforderer Chatami.

In einer Rede hatte der frühere Kanzler Ahmadinedschad wegen seiner anti-israelischen Äußerungen und der Leugnung des Holocaust kritisiert. Zugleich rief er das islamische Land auf, den Regierungswechsel in Washington als Chance zu begreifen und die Beziehungen zum Westen auf eine neue Basis zu stellen. Schröders Kritik sorgte angeblich für Verärgerung innerhalb der iranischen Regierung.