Die Zeichen stehen auf Schwarz-Grün: Sowohl die Spitze der Hamburger CDU als auch die Führung der Grünen wollen in Koalitionsverhandlungen über das erste schwarz-grüne Bündnis auf Landesebene eintreten. Die formalen Beschlüsse dazu sollen noch am Abend fallen.

In Hamburg zeichnet sich die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene ab. Die CDU-Führung um Bürgermeister Ole von Beust empfahl dem Landesvorstand am Donnerstag, Koalitionsverhandlungen mit den Grünen/Grün-Alternative Liste (GAL) aufzunehmen.

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Hamburgs CDU Bürgermeister Ole von Beust (l.) und die Spitzenkandidatin der Grünen, Christa Goetsch, reichen sich vor dem CDU-Landesvorsitzenden Michael Freytag die Hand. (© Foto: dpa)

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Auch die Spitze der Hamburger Grünen strebt Koalitionsverhandlungen mit der CDU an. Der Landesvorstand unter Führung von Parteichefin Anja Hajduk wolle einer Mitgliederversammlung am Donnerstagabend empfehlen, in offizielle Verhandlungen mit der CDU zu treten, sagte eine Sprecherin der Grünen. Einen entsprechenden Beschluss habe der Landesvorstand gefasst.

Der formelle Beschluss des CDU-Vorstands sollte am Donnerstagabend fallen. Ebenfalls am Abend wollte die Grünen-Basis entscheiden, ob die Parteiführung mit der CDU über eine Koalition verhandeln darf.

Am Mittwoch hatten sich die Spitzen von CDU und GAL nach einem fast siebenstündigen Sondierungsgespräch bereits grundsätzlich offen für eine schwarz-grüne Koalition in der Hansestadt gezeigt.

Insbesondere aus der Union gab es klare Signale für eine solche erstmalige Zusammenarbeit. Bei den Grünen wird am Abend jedoch mit einer hitzigen und langwierigen Debatte gerechnet. Die neue Bürgerschaft soll am kommenden Mittwoch zu ihrer ersten Sitzung zusammenkommen.

Bei der Bürgerschaftswahl am 24. Februar hatte die CDU ihre absolute Mehrheit verloren. Sie benötigt daher einen Partner. Realistisch sind dabei nur die SPD oder die Grünen. Seit längerem ist jedoch klar, dass Beust ein schwarz-grünes Bündnis einer großen Koalition aus CDU und SPD vorziehen würde. Nach dem amtlichen Endergebnis hat die CDU im neuen Landesparlament 56 Sitze, die SPD 45, die GAL zwölf und die Linke acht Sitze.

Zwischen CDU und Grünen gelten als Knackpunkte vor allem das umstrittene größte Steinkohlekraftwerk Europas, mit dessen Bau in Hamburg-Moorburg bereits begonnen wurde, sowie die Schulpolitik. Die Grünen möchten alle Kinder neun Jahre lang in einer Gemeinschaftsschule unterrichten. Beust steht bei den Eltern im Wort, die Gymnasien zu erhalten. Auch die Elbvertiefung ist für die Grünen eigentlich nicht tragbar.

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(dpa/Reuters/AP/schä/bavo)