Berühmte Spionage-Fälle – Richard Sorge

Ob er den Verlauf des Zweiten Weltkriegs wirklich entscheidend verändert hat, darüber sind sich Historiker uneinig. Fest steht, dass der Journalist Richard Sorge, der für die Sowjetunion erst in China, dann in Japan spionierte, im Jahr 1941 Stalin einen wichtigen Hinweis gab: Das mit Nazi-Deutschland verbündete Japan plane keinen Angriff auf die Sowjetunion. Diese Meldung erlaubte es, in der Folge Truppen aus Sibirien an die Westfront zu verlegen, um gegen die deutsche Wehrmacht zu kämpfen.

Nur einen Tag nach seiner vielleicht wichtigsten Meldung wurde Sorge verhaftet. Drei Jahre später wurde er in Tokio hingerichtet.

Einige Monate vor seiner Enttarnung 1941 hatte die Sowjet-Führung einen anderen korrekten Hinweis Sorges, der sogar mit dem deutschen Botschafter in Tokio guten Umgang hatte, ignoriert. Den deutschen Überfall auf die Sowjetunion hatte Sorge fast auf den Tag genau vorhergesagt - der Kreml glaubte seinem Top-Spion nicht.

Bild: online.sdepolitik 13. November 2012, 19:062012-11-13 19:06:21 © Süddeutsche.de/josc/odg