Italiens Ex-Premier Berlusconi hat nach 20 Monaten sein Ziel erreicht: Die Mitte-links-Regierung seines alten Rivalen Prodi ist gestürzt, was Berlusconis Mitgefühl weckt - freilich nur auf persönlicher Ebene.
Wie haben sie doch gejubelt über seine knappe Niederlage, die Linken. Und wie schwer ist es ihm gefallen, seinen Posten zu räumen in jenem April 2006. Nun, nicht einmal zwei Jahre später, ist Silvio Berlusconi wieder kurz vor seinem Ziel: Nach der 51., 57. und 58. italienischen Regierung auch die 60. zu bilden.
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Romano Prodi, sein alter Rivale, hat im italienischen Senat eine Vertrauensabstimmung verloren und daraufhin seinen Rücktritt erklärt.
Das Lager des Oppositionsführers Berlusconi ließ darauf im Palazzo Madama die Korken knallen, der Champagner schäumte. Senatspräsident Franco Marini rief: "Wir sind doch nicht in einer Osteria!", schwenkte seine Glocke, um dem Treiben Einheit zu gebieten, vergeblich.
Berlusconi selbst gab sich zurückhaltender: Prodi habe sein Mitgefühl, so zitiert ihn Corriere della Sera, Mitgefühl auf persönlicher Ebene. Schließlich wisse er, Berlusconi, ja aus eigener Erfahrung, wie schwierig es sei, eine Koalition zusammenzuhalten.
Das war es allerdings schon mit dem Mitleid mit dem gescheiterten Prodi. "Jetzt muss gewählt werden", forderte Silvio Berlusconi bestimmt. Er weiß: Aktuelle Umfragen sehen sein rechtes Lager mit einem zweistelligen Vorsprung.
Der Medienmagnat hatte lange auf diesen Tag hingearbeitet. Unmittelbar nach seinem Machtverlust begann er damit, die Weichen für einem abermaligen Einzug in das Amt des Ministerpräsidenten zu stellen:
Neu erfunden
Berlusconi zweifelte den hauchdünnen Wahlsieg seines alten Rivalen Prodi an, mobiliserte gegen die mühsam zusammengehaltene Mitte-links-Regierung auf der Straße - wie die knappe Million Menschen, die am 2. Dezember 2006 in Rom gegen Prodi demonstrierte.
Und Berlsuconi bastelte an einem Konstrukt, wie er, der vielmalige Ministerpräsident im Rentenalter, als etwas Neues im Polit-Betrieb Italiens wirken konnte: Er gründete einfach eine neue Partei, eine Sammelbewegung namens Casa delle Libertà (Haus der Freiheiten), in der seine Forza Italia aufging.
Der Milliardär, in einem Film als "Kaiman" verspottet, hat sich selbst neu erfunden und schickt sich an, das zu tun, was er schon im letzten Wahlkampf verkündet hatte: "Ich bin der Kaiman", rief Berlusconi damals, "ich fresse alle Gegner!"
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Italien Regierung Prodi gescheitert 24.01.2008
- Sturz der Regierung Prodi Italien in der Falle 24.01.2008
(sueddeutsche.de/cmat)
Protest gegen dritte Startbahn
@ giuseppemaruozzo: Neurose
so sind sie, die Italiener, immer ist ein anderer Schuld an ihrer Misere. Was sollte "Europa" tun ? Italien aus der EU werfen ? Anstatt den Hintern endlich zu bewegen und den Laden aufzuräumen wird schon wieder über die Grenzen geschielt.
Die Versäumnise der italienischen Linken haben diese Misere geschaffen und Europa hat zugelassen, das eine faschistische Partei + eine rassistische Partei (Lega Nord) im Land der "Römischen Verträge" nicht nur salonfähig wurde, sondern sogar regierte. Die Schuld der "Italiener" besteht darin die faschistische Vergangenheit zu verniedlichen und zu verdrängen und diese kommt jetzt eben als Neurose zurück. Der neapolitanische Staatspräsident Napolitano setzt noch eins drauf indem er kürzlich die Berichterstattung im Ausland üer die neapolitanischen Müllberge als übertrieben heruntergespielt hat. Mit dieser Linken und diesen Faschisten ist das Land nicht zu retten. Der Rücktritt der Staatsanwältin Ilda Boccassini war ein weiteres Alarmzeichen über den Zerfall des italienischen Rechtsstaates, das nicht rechtzeitig gedeutet wurde in einem Land das nicht "normal" ist. Der Irsinn geht in die nächste Runde. Wer nicht versteht, das das Krebsgeschwür Mafia in den Institutionen und der korrupten Verwaltung des Landes seine Metastasen bildet, hat von Italien nichts kapiert und verklärt "Bella Italia?"
Kein Wunder, dass dieser wahnsinnige Berlusconi wieder die Oberhand holen wird. Armes Italien...
Mehr zum diskutieren ueber das gibt es bei szenso.