Berliner Flughafen-Desaster Milliarden versickern in Inkompetenz

Die Kosten des Flughafens Berlin-Brandenburg haben sich auf 4,2 Milliarden Euro verdoppelt. Da greifen die Verantwortlichen entschlossen nach dem Steuersäckel. Der Bürger soll für ihre Fehlleistungen blechen. Doch den Herren ist auf die Finger zu klopfen.

Ein Kommentar von Constanze von Bullion, Berlin

Jetzt kehrt also wieder Ruhe ein in Berlin und Potsdam. Nach aufgeregter Debatte über den Hauptstadtflughafen haben die Aufsichtsräte den Topfdeckel kurz gelupft und - pffft - etwas Druck entweichen lassen. Frohe Botschaften gab es nicht nach ihrer Sitzung, dafür jede Menge Fragezeichen:

Wann wird der Flughafen eröffnet? Keine Ahnung. Wie gravierend sind die Baumängel? Frag's Pferd. Was kostet die Misere? Rechnung kommt später. Beim Schallschutz immerhin ist ein Kompromiss in Sicht. Zeit, sich zu entspannen also? Schön wär's.

Nach den Geschäftsführern des Flughafens haben die politisch Verantwortlichen jedes Vertrauen verspielt, dass sie den Kabelsalat der Baustelle bald entwirren und weitere Millionenschäden verhindern können. Die Kosten des Flughafens haben sich auf 4,2 Milliarden Euro verdoppelt, schon ist von 4,7 Milliarden die Rede.

Kein Mensch weiß, was da noch für Risiken schlummern. Klaus Wowereit, Matthias Platzeck und Peter Ramsauer greifen nun entschlossen nach dem Steuersäckel. Der Bürger soll für ihre Fehlleistungen blechen, und zwar schnell.

Den Herren ist auf die Finger zu klopfen. Berlins Flughafen muss fertig werden, aber erpressen lassen dürfen die Parlamente sich nicht. Mehr Geld aus den Kassen von Bund und Ländern darf es erst geben, wenn die Fehler klar benannt und abgestellt sind. Sonst versickert bald die nächste Milliarde in Inkompetenz.