Bundespräsidialamt Verdächtiger Brief enthielt keinen Sprengstoff

Die mysteriöse Postsendung im Bundespräsidialamt war harmlos: Eine Untersuchung hat ergeben, dass sich in einem Brief, der kontrolliert gesprengt wurde, kein explosives Material befand.

Der Verdacht auf Sprengstoff in einem Brief an Bundespräsident Joachim Gauck hat sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden nicht bestätigt. Dies ergaben die Ermittlungen des Bundeskriminalamtes, wie eine Ministeriumssprecherin am Freitagabend mitteilte.

Sicherheitsbeamte hatten den verdächtigen Brief an Gauck am Vormittag entdeckt. Eine Spezialeinheit sprengte die Sendung im Park von Schloss Bellevue. Wie ein Sprecher des Präsidialamtes mitteilte, hielt sich Gauck zu der Zeit nicht in seinem Berliner Amtssitz auf. Es habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Mitarbeiter des Amtes bestanden, hieß es.

Hinweise auf den Absender oder den möglichen Hintergrund gab es zunächst nicht. Der Generalbundesanwalt wurde informiert, zog den Fall aber zunächst nicht an sich, weil unklar war, ob es einen politischen Hintergrund gibt.

Der verdächtige Brief war beim Durchleuchten der Post aufgefallen und nicht geöffnet worden.

Zunächst hieß es in Sicherheitskreisen, in dem Brief sei ein Pulver entdeckt worden. Dabei könne sich um HMTD gehandelt haben. Die Substanz gilt als Initialsprengstoff, der bei Reibung oder Hitze detoniert. Dieser Verdacht erwies sich nun offenbar als falsch.

Im Herbst 2010 war im Kanzleramt ein verdächtiges Päckchen sichergestellt worden. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass darin eine brennbare Substanz enthalten war. Wäre es zur Zündung gekommen, dann wäre es aber vermutlich nur zu einer kleineren Verpuffung mit Stichflamme gekommen. Das Päckchen war offenbar von griechischen Linksextremisten versandt worden.