Brennende Autos und zersplitterte Schaufenster: Jugendliche haben sich in Berlin am Abend des 1. Mai erneut Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.
Im Anschluss an zwei friedlich verlaufene Protestmärsche zur so genannten "Revolutionären 1.-Mai-Demonstration" warfen Jugendliche im Stadtteil Kreuzberg Steine und Flaschen auf die Beamten. Nach Einschätzung von Beobachtern eskalierte die Gewalt ohne erkennbaren Grund.
Umgekippt und angesteckt: Vermummte Jugendliche auf einem angezündetem PKW. (© )
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"Die haben irrsinnig viel dafür getan, dass hier die Polizei kommt", sagte eine Augenzeugin. Jugendliche hätten Beamte mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern attackiert. Nach mehr als einer Stunde, in der auch Autos angezündet und Schaufensterscheiben eingeschlagen wurden, beruhigte die Polizei die Lage. Sie setzte dabei gegen die Randalierer Tränengas und Wasserwerfer ein.
Bis in die Nacht zog sich eine Art Katz- und Maus-Spiel zwischen den nun mit starker Präsenz im gesamten Stadtteil vertretenen Einsatzkräften und umherziehenden Gruppen von teils vermummten Jugendlichen. Immer wieder flammte an verschiedenen Stellen Gewalt auf. Anwohner kritisierten, die Polizei habe zu spät reagiert, als erste Autos umgestürzt wurden und Scheiben zu Bruch gingen.
Genaue Zahlen zu Verletzten und Festgenommenen oder den Sachschäden lagen nicht vor, zwischenzeitlich war von mindestens 30 Festnahmen die Rede gewesen.
Kritik an rot-rotem-Senat
Polizeipräsident Dieter Glietsch kündigte an, trotz der Krawalle am Konzept der Deeskalation festzuhalten. "Der Weg ist richtig. Wir werden Schritt für Schritt daran arbeiten, dass Gewalt reduziert wird", sagte er.
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DGP) griff den rot-roten Senat scharf an. DGP-Vize Rainer Wendt warf dem Innensenator eine Verharmlosung der Krawalle vor, wenn dieser im Vorfeld von "erlebnisorientierten Jugendlichen" und "Event" spreche.
Der Polizei gelang es zuvor, die befürchteten Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern einer NPD-Kundgebung und linken Gegendemonstranten am Donnerstagmittag zu vermeiden. Die zahlreichen übrigen Aufzüge blieben ebenfalls friedlich. Die Polizei hatte in Berlin, wo es seit 1987 keinen 1. Mai ohne Straßenschlachten gab, insgesamt 7.500 Beamte im Einsatz.
(sueddeutsche.de/dpa/AFP/AP)
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