Der Wehrbeauftragte des Bundestags beschwert sich in seinem Jahresbericht über unzumutbare Verhältnisse bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Es geht aber auch um rechtsradikale Umtriebe.
Der Wehrbeauftragte des Bundestags Reinhold Robbe (SPD) hat schwere Mängel im Zusammenhang mit Auslandseinsätzen der Bundeswehr beklagt. Die Soldaten seien frustriert, weil viele Mängel seit Jahren bekannt seien, und trotzdem nicht abgestellt würden. Zweifelsfrei schiebe die Bundeswehr eine "riesige Bugwelle" von Investitionen vor sich her, deren Höhe noch niemand genau ermittelt habe.
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Robbe sagte am Dienstag nach der Übergabe seines neuen Jahresberichts an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der Einsatz deutscher Soldaten bei der Sicherung der Wahlen im Kongo sei zwar erfolgreich gewesen, die Soldaten dort hätten aber unter zum Teil unwürdigen Begleiterscheinungen gelitten.
So seien die Zustände in Feldlagern mitunter verheerend gewesen. Zelte seien undicht gewesen und hätten Schimmel angesetzt. Die Fäkaliengrube sei übergelaufen und der Inhalt habe sich teilweise in die Zelte ergossen.
"Solche Verhältnisse sind unzumutbar, gerade weil sie vermeidbar gewesen wären", sagte Robbe.
Auch in deutschen Standorten seien Unterkünfte teilweise inakzeptabel, sagte Robbe. So habe er bei einem Spontan-Besuch in einer Kaserne in Norddeutschland marode Dächer, Schimmel in den Stuben, Schadstofffreisetzung durch sich lösendes Parkett, einsturzgefährdete Decken und nur mit Gummistiefeln betretbare Sanitärräume zu sehen bekam..
"Untragbar und skandalös"
Und dies sei kein Einzelfall. Da seit Anfang der 90er Jahre vorzugsweise in ostdeutsche Kasernen investiert worden sei, müssten die Soldaten in Westdeutschland "heute in Unterkünften leben, die ich als untragbar und teilweise sogar skandalös bezeichnen muss".
Bei einem zweiten Besuch in einer ostdeutschen Kaserne sei das Problem die sanitätsärztliche Versorgung gewesen: ständig wechselnde Ärzte, mangelnde Eignung ziviler Vertragsärzte und tagelange Wartezeiten für eine Behandlung.
In einer dritten Kaserne schließlich hätten Soldaten beklagt, dass dringend benötigtes Material und Gerät nur zu 20 bis 30 Prozent bereit stehe. 80 Prozent der Feldwebel-Dienstgrade seien nicht bedarfsgerecht ausgebildet, weil es an entsprechenden Plätzen in den Schulen fehle.
Robbe sprach sich außerdem für eine Erhöhung des Wehrsoldes aus. Dieser betrage beispielsweise für Wehrpflichtige rund 240 Euro und sei seit 1999 nicht erhöht worden.
Er wies darauf hin, dass die Bundeswehr angesichts der bevorstehenden geburtenschwachen Jahrgänge etwa ab 2008 zunehmend mit der Wirtschaft um qualifizierte Arbeitskräfte konkurrieren werden müsse und dies nur mit angemessenem Sold und akzeptablen Arbeitsbedingungen tun könne.
Auch über rechtsradikale Umtriebe berichtete er. 2006 seien 147 "besondere Vorkommnisse" wie Hitlergruß, einschlägige Musik und Sieg-Heil-Rufe gemeldet worden.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(dpa)
Russland unter Putin
Desolate Kasernen die einem abbruchreifen Auffanglager gleichen ist schon ein starkes Stück.
Wo liegen jedoch die Ursachen für diese Missstände? Ich war 12 Jahre Soldat und bin in dieser Zeit (1983 1995) viel rumgekommen und habe min. 15 Kasernen von innen gesehen. Die jetzt beschriebenen Zustände habe ich jedoch nie erlebt.
Seit 1995 verhält sich die Bundeswehr (oder besser deren Führer) entgegengesetzt eines Heuschreckenschwarms. Dieser hinterläst bekanntlich karges Land und zieht dann weiter. Anders bei der Bundeswehr. Die löst hervorragende Standorte auf, verlegt die dort untergebrachten Truppenteile in abrissreife Kasernen, steckt anschließend Millionen in deren halbherzige Renovierung um kurz vor Abschuss aller Arbeiten diesen Standort auch wieder aufzulösen.
Ein Beispiel: Die Prinz Eugen-Kaserne in Mengeringhausen (Bad Arolsen). Hier war ich den überwiegenden Teil meiner Dienstzeit stationiert. Gebaut in den 60er Jahren, bis 1990 für die Aufnahme eines Fugabwehr Battalion erweitert, Umbau des Kesselhauses, Sanierung der Wasserver- und entsorgung usw. . Unterm Strich, von der Bausubstanz und der Infrastruktur eine hervorragende Kaserne. Nach der Teilauflösung des Standortes (die Herrn der Luftwaffe blieben noch mit ca 300 Mann in einer Kaserne für 1500) wurde das dort stationierte Artilleriebattalion umbenannt und nach Hessisch Lichtenau in eine Kaserne verlegt, die noch nicht einmal zum üben des Orts- und Häuserkampfs zu gebrauchen war. Das Artilleriebattalion war auch der alleinige Nutzer !!!! Nun begann eine ware Sanierungsorgie, die ich jedoch nicht selber miterlebt habe. Der Standort ist bzw. wird aufgelöst.
Aber auch in der Prinz Eugen-Kaserne wurde fleißig weiter gebaut. So wurde bis zum letzten Tag der Standortübungsplatz mit Betonplatten versehen, auf denen die Flugabwehrsysteme in Stellung gebracht werden sollten. Mit diesen Arbeiten wurde begonnen, obwohl das Ende des Standortes öffentlich bekannt war!!!
Beispiel Wolfhagen: Die Pommern-Kaserne erleidet das gleiche Schicksal wie die Prinz Eugen-Kaserne und ist Baulich ebenfalls als Gut zu bewerten.
Von diesen Geldvernichtungsprogrammen kann jeder Langgediente berichten. Die Palette reicht bis zum Beginn und Abschluss des Baus einer Panzerwaschanlage, obwohl weit vor Baubeginn die Standortauflösung unter Fach und Fach war.
In diesem Verlegungs- und Auflösungswahn kann weder ich noch viele langgediente Kameraden irgendeinen taktischen oder strategischen Sinn erkennen.
Wenn also jetzt solche durch den Wehrbeauftragten aufgezeigten Mängel vorliegen und gleichzeitig mehr Geld gefordert wird, dann sollten zu erst einmal die Verantwortlichen überbezahlten und inkompetenten Planer ihrer Posten enthoben und zur persönlichen Haftung heran gezogen werden. Zu meiner Zeit hatte die Bundeswehr 495.000 Mann (Aufwuchsfähigkeit in drei Tagen auf 1.200.000 Mann) und ca. 200.000 Zivilbeschäftigte, heute ist die Bundeswehr bei höheren Ausgaben nur noch halb so groß, verfügt nur noch über ca. 400 Kampfpanzer (von 6500) usw..
Desweiteren sind nach der Wiedervereinigung und dem Abzug der alliierten Truppenteile viele der bis dahin geleisteten finanziellen Verpflichtungen (Stationierungskosten, Manöverschäden auch der Alliierten begleichen, Bau von Kasernen und Einrichtungen für die Alliierten, Kosten für Zivilschutz usw.) min. 2 Milliarden /Jahr an Einsparungspotenzial entstanden.
Am Geldmangel kann es nicht liegen. Im verantwortungsbewussten Umgang mit den Steuergeldern durch die verantwortlichen Stellen ist das Übel zu suchen.
Ähnlich wie in der Gesamtstärke der Bundeswehr verhält sich auch die Anzahl der Wehrpflichtigen. Heute leisten noch gerade einmal 37.300 Grundwehrdienstleistende ihren Dienst bei der Bundeswehr ab (jeder Sechste, es lebe die Wehrgerechtigkeit). Das heißt für mich 6 * 250 Sold oder mindestens Mindestlohn (5/Std).
Als Quellen nutzte ich neben meinen Erfahrungen als Oberfeldwebel, das Weißbuch von 1983 und 2006 sowie das Harenberg Lexikon Aktuell Ausgaben 1996 bis 2007.
Vorbemerkung
1984 lag der Verteidigungshaushalt bei 58,9 Mrd. DM, 1996 bei 47,9 Mrd. DM, heute liegt er bei 23,9 Mrd. plus ca. 90 Mio. aus Materialverkäufen. Bei diesen Materialverkäufen handelt es sich aus meiner Sicht eher um Schenkungen, da dass bislang veräußerte Wehrmaterial, selbst im gebrauchten Zustand, min. im zweistelligen Mrd.-Bereich liegt.
Hinzu kommen noch Kostenerstattungen bei UN-Einsätzen durch die UN. Dieses dürften ebenfalls nicht unbedingt Kleckerbeträge sein. Ich gehe mal davon aus, dass Deutschland dieses Geld wie die anderen Staaten auch bekommt. Auf den Seiten Der Bundesregierung findet man (als Otto-Normalo) allerdings nichts darüber.
Berücksichtigt man das die Truppenstärke (09.1989) von 495.000 und ca. 200.000 Zivilbeschäftigten auf eine Truppenstärke von 249.300 mit 117.300 Zivilbeschäftigten gesunken ist und die Anzahl der Kasernen/Liegenschaften ebenfalls drastisch reduziert wurden, kann selbst bei den derzeitigen Auslandseinsätzen wohl kaum von Geldmangel die Rede sein. Ganz im Gegenteil. Ich habe den Eindruck, dass Geld bei der Bundeswehrführung keine Rolle zu spielen scheint (Stichwort Bundeswehrfuhrpark).
Zum Bericht des Wehrbeauftragten
Desolate Kasernen die abbruchreifen Auffanglagern gleichen, sind schon ein starkes Stück.
Wo liegen jedoch die Ursachen für diese Missstände? Ich war 12 Jahre Soldat und bin in dieser Zeit (1983 1995) viel herumgekommen und habe min. 15 Kasernen von innen gesehen. Die jetzt beschriebenen Zustände habe ich jedoch nie erlebt.
Seit 1995 verhält sich die Bundeswehr (oder besser deren Führer) entgegengesetzt eines Heuschreckenschwarms. Dieser hinterläst bekanntlich karges Land und zieht dann weiter. Anders bei der Bundeswehr. Die löst hervorragende Standorte auf, verlegt die dort untergebrachten Truppenteile in abrissreife Kasernen, steckt anschließend Millionen in deren halbherzige Renovierung um kurz vor Abschuss aller Arbeiten diesen Standort auch wieder aufzulösen.
Ein Beispiel: Die Prinz Eugen-Kaserne in Mengeringhausen (Bad Arolsen). Hier war ich den überwiegenden Teil meiner Dienstzeit stationiert. Gebaut in den 60er Jahren, bis 1990 für die Aufnahme eines Fugabwehr Battalion erweitert, Umbau des Kesselhauses, Sanierung der Wasserver- und entsorgung usw. . Unterm Strich, von der Bausubstanz und der Infrastruktur eine hervorragende Kaserne. Nach der Teilauflösung des Standortes (die Herrn der Luftwaffe blieben noch mit ca 300 Mann in einer Kaserne für 1500) wurde das dort stationierte Artilleriebattalion umbenannt und nach Hessisch Lichtenau in eine Kaserne verlegt, die noch nicht einmal zum üben des Orts- und Häuserkampfs zu gebrauchen war. Das Artilleriebattalion war auch der alleinige Nutzer !!!! Nun begann eine ware Sanierungsorgie, die ich jedoch nicht selber miterlebt habe. Der Standort ist bzw. wird aufgelöst.
Aber auch in der Prinz Eugen-Kaserne wurde fleißig weiter gebaut. So wurde bis zum letzten Tag der Standortübungsplatz mit Betonplatten versehen, auf denen die Flugabwehrsysteme in Stellung gebracht werden sollten. Mit diesen Arbeiten wurde begonnen, obwohl das Ende des Standortes öffentlich bekannt war!!!
Beispiel Wolfhagen: Die Pommern-Kaserne erleidet das gleiche Schicksal wie die Prinz Eugen-Kaserne und ist Baulich ebenfalls als Gut zu bewerten.
Von diesen Geldvernichtungsprogrammen kann jeder Langgediente berichten. Die Palette reicht bis zum Beginn und Abschluss des Baus einer Panzerwaschanlage, obwohl weit vor Baubeginn die Standortauflösung unter Dach und Fach war.
In diesem Verlegungs- und Auflösungswahn kann weder ich noch viele langgediente Kameraden irgendeinen taktischen oder strategischen Sinn erkennen.
Wenn also jetzt solche durch den Wehrbeauftragten aufgezeigten Mängel vorliegen und gleichzeitig mehr Geld gefordert wird, dann sollten zu erst einmal die Verantwortlichen überbezahlten und inkompetenten Planer ihrer Posten enthoben und zur persönlichen Haftung heran gezogen werden. Zu meiner Zeit hatte die Bundeswehr 495.000 Mann (Aufwuchsfähigkeit in drei Tagen auf 1.200.000 Mann) und ca. 200.000 Zivilbeschäftigte, heute ist die Bundeswehr bei höheren Ausgaben nur noch halb so groß, verfügt nur noch über ca. 400 Kampfpanzer (von 6500) usw..
Desweiteren sind nach der Wiedervereinigung und dem Abzug der alliierten Truppenteile viele der bis dahin geleisteten finanziellen Verpflichtungen (Stationierungskosten, Manöverschäden auch der Alliierten begleichen, Bau von Kasernen und Einrichtungen für die Alliierten, Kosten für Zivilschutz usw.) min. 2 Milliarden /Jahr an Einsparungspotenzial entstanden.
Am Geldmangel kann es nicht liegen. Im verantwortungsbewussten Umgang mit den Steuergeldern durch die verantwortlichen Stellen ist das Übel zu suchen.
Ähnlich wie in der Gesamtstärke der Bundeswehr verhält sich auch die Anzahl der Wehrpflichtigen. Heute leisten noch gerade einmal 37.300 Grundwehrdienstleistende ihren Dienst bei der Bundeswehr ab (jeder Sechste, es lebe die Wehrgerechtigkeit). Das heißt für mich 6 * 250 Sold oder mindestens Mindestlohn (5/Std)
Man sollte die Wehrpflicht abschaffen.
Man sollte 50 % der Soldaten entlassen.
Man sollte sich aus den Kriegen der Welt heraushalten und sich um die Landesverteidigung kümmern, den eigentlichen Zweck für den die Bundeswehr geschaffen wurde.
Damit würde man sehr viel Geld sparen.
Dieses Geld könnte man viel sinnvoller einsetzen,
etwa für den Umweltschutz, für Arbeitslose, für hungernde Menschen in der Welt.
Der Sozialdemokrat Robbe findet deutliche Worte für den unbefriedigenden und zum Teil beschämenden Zustand der BW-Einrichtungen und -ausrüstungen. Auch vergisst er nicht, den Antsemitismus in der Truppe zu erwähnen. Dieser wird sich noch verschärfen, je deso-
later die materiellen Zustände werden. Man darf eines nicht übersehen. Eine Bestandsauf- nahme des Status Quo trauen sich auch die Großkoalitionäre nicht zu. Und wie immer, flüchten unsere Politiker vor unbequeme Analysen und Wahrheiten. Denn Geld, um die Zustände in Ordnung zu bringen, haben sie nicht. Also bleibt es beim bekannte "warmen Händedruck" und dem Versprechen, es abstellen zu wollen. Und danach passiert wieder gar nichts. Bis zum nächsten Bericht des Wehrbeauftragten.
Und da wundert man sich dann wenn die Soldaten ihren Frust woanders rauslassen??? Diese Männer und Frauen halten die aussenpolitische Glaubwürdigkeit Deutschlands hoch aber lieber Diäten erhöht statt Soldaten richtig ausgerüstet. Bravissimo - so macht Aussen- und Verteidigungspolitik Spass. Den Verantwortlichen gehört mal der Brotkorb hochgehängt.....