Bericht der Vereinten Nationen UN werfen Syrien erneut Einsatz von Chemiewaffen vor

Es gebe "ausreichende Gründe" für den Verdacht: Nach Einschätzung der Vereinten Nationen hat die syrische Armee bei Luftangriffen auf drei Dörfer im April erneut Chemikalien eingesetzt. Es soll sich dabei um Chlorgas gehandelt haben.

  • Die syrische Armee soll im Bürgerkrieg erneut chemische Waffen bei Luftangriffen auf Dörfer eingesetzt haben. Zu diesem Schluss kommt eine vom UN-Menschenrechtsrat beauftragte Untersuchungskommission.
  • Im Herbst 2013 hatte die syrische Regierung eingewilligt, ihre chemischen Waffen vernichten zu lassen. Es blieben Zweifel, ob dies vollständig geschah.

Luftangriffe auf drei Dörfer mit Chemikalien

Die syrische Armee hat nach Einschätzung der Vereinten Nationen im April dieses Jahr vermutlich mehrere Dörfer mit Chlorgas angegriffen. Es gebe "ausreichende Gründe" für den Verdacht, dass gegen die Bewohner dreier Dörfer im Norden des Landes "Chemikalien, wahrscheinlich Chlorgas" eingesetzt worden seien, erklärte eine vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzte Untersuchungskommission.

Konkret geht es demnach um insgesamt acht Vorfälle in den Dörfern Kaft Seita, al-Tamana und Tal Minnis. Augenzeugen hätten beobachtet, dass aus Hubschraubern heraus Fassbomben abgeworfen worden seien, heißt es in dem von der Untersuchungskommission vorgelegten Bericht. Unmittelbar danach habe es in den betroffenen Dörfern nach Chlor gerochen. Die Opfer litten demnach unter Symptomen, die typisch für Chemiewaffenangriffe seien: Erbrechen, Reizungen von Augen und Haut, Erstickungssymptome und andere Atemwegsprobleme.

Zweifel, ob alle syrischen Chemiewaffen vernichtet wurden

in der Vergangenheit soll die syrische Armee mehrere Giftgasangriffe begangen haben. So starben Ende August 2013 in Damaskus 1400 Zivilisten. Unter starkem internationalem Druck hatte die syrische Regierung daraufhin eingewilligt, ihre chemischen Waffen zur Vernichtung außer Landes zu bringen. Vor gut einer Woche endete auf einem US-Marineschiff ein Einsatz, bei dem die gefährlichsten Kampfstoffe unschädlich gemacht wurden.

Es blieben jedoch Zweifel, ob Syrien tatsächlich sämtliche Chemiewaffen offengelegt hat. Zudem gab es immer wieder Vorwürfe, dass die Regierungstruppen weiterhin giftige Chemikalien wie Chlorgas einsetzen. Dieses hat ebenfalls eine toxische Wirkung, fällt aber nicht unter die Vereinbarung zur Vernichtung der Chemiewaffen.