Berater des SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrücks fehlbare Einflüsterer

Erst das Kanzlergehalt, jetzt der Ärger um das inzwischen abgeschaltete "Peerblog": Warum macht Peer Steinbrück so viel falsch? Liegt es an seinen Beratern? Wie seine Konkurrentin Merkel hat der SPD-Kanzlerkandidat zahlreiche Vertraute um sich geschart. Ein Überblick.

Von Thorsten Denkler, Berlin

Merkels und Steinbrücks Berater

Klicken Sie sich in unserer interaktiven Grafik durch Steinbrücks und Merkels innere Zirkel.

In London machte er eine gute Figur, auch in Athen wird Peer Steinbrück herzlich empfangen. Schon ruft mancher Genosse augenzwinkernd danach, den Briten und Griechen vor der Bundestagswahl im September schnell noch das deutsche Stimmrecht zu übertragen. Denn hierzulande sieht es für den europareisenden SPD-Kanzlerkandidaten eher trostlos aus.

Die Posse um das - inzwischen abgeschaltete - Peerblog ist der jüngste Patzer in einer langen Reihe von Wahlkampfpannen. Ein angeblich innovatives Medium, finanziert von vermeintlichen Unterstützern, deren Namen Steinbrück nicht kennen will - sein Sprecher aber schon. Mit Autoren, die sich vor allem in Selbstverteidigung üben und deren Vorsprecher Karl-Heinz Steinkühler einst in einem anderen Blog kritisierte, Steinbrück erhebe sich mit "schneidiger Arroganz" und "Besserwisserei" über die sozialdemokratische Partei.

Nach wenigen Tagen stampften die Macher ihr Blog wieder ein. "Das war's", hieß es am Donnerstagabend auf Twitter. Als Grund für das Aus nannte Steinküher Hackerangriffe, die immer wieder zu Ausfällen der Seite geführt hatten.

Nach der Debatte um Steinbrücks Vortragshonorare, das laut Steinbrück zu niedrige Kanzlergehalt und dem missglückten Versuch, sich in fremden Wohnzimmern als Mann des Volkes zu profilieren, sind die Umfragewerte entsprechend ungünstig: Die SPD liegt in Umfragen bei 25 bis 28 Prozent, das ist - bei aller Fehlertoleranz - kaum besser als jene 23 Prozent, die bei der Wahl 2009 als katastrophales Ergebnis galten.

Kurz nach Steinbrücks Kür im September 2012 hatte die SPD bei 30 Prozent gelegen. Dem ehemaligen Bundesfinanzminister lasten viele Sozialdemokraten an, dass die Lage so schwierig ist.

"Warum macht Steinbrück so viel falsch?", fragte nicht nur das Magazin Spiegel unlängst in einer Titelgeschichte. Liegt es an den Beratern? Wie seine Konkurrentin Angela Merkel hat Steinbrück ein Team um sich geschart, das Pannen vermeiden soll. Von Ehefrau Gertrud Steinbrück über Büroleiter Heiko Geue bis Journalist Markus Franz - jeder Akteur erfüllt eine Aufgabe, die Steinbrück den Weg ins Kanzleramt erleichtern soll.

Auch wenn es momentan eher nicht danach aussieht, dass er dort jemals ankommen wird.