Papst Benedikt XVI. wird in Bethlehem wie ein Held bejubelt, weil er mehr Rechte und eine Heimstatt für die Palästinenser fordert.
"Viva il Papa! Viva Palestina", "Es lebe der Papst, es lebe Palästina!" - dieser Ruf von Tausenden auf dem Krippenplatz brachte die Stimmung zum Ausdruck, die am Mittwoch in Bethlehem herrschte. Die Palästinenser, von denen nur ein Bruchteil Christen sind, hatten sich viel erwartet von Benedikt XVI. Und der Papst brachte ihnen noch mehr mit.
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Nur mühsam konnten die Ordner dem Papst einen Weg durch die Menge bahnen. (© Foto: dpa)
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Einen eigenen Palästinenserstaat, Benedikt nannte ihn "souveränes Heimatland"; mehr Bewegungsfreiheit und weniger israelische Mauern; Hilfe für die zerstörten Orte im Gaza-Streifen und ein Ende der israelischen Blockade; internationaler Einsatz für einen gerechten Frieden. Das alles verlangte der Pontifex. Wer wollte, konnte sogar die Forderung nach einem Rückkehrrecht für die aus ihrer Heimat vertriebenen Palästinenser ins heutige Israel aus seinen Worten heraushören.
Von goldfarbenen Messgewändern umhüllt, eine prunkvolle Mitra auf dem Kopf, so thronte Benedikt über der Menschenmenge. Viele palästinensische Christen waren bereits am Vorabend angereist, da die Israelis am Mittwochmorgen um vier Uhr die Checkpoints schlossen. Von den 200 Menschen aus dem Gaza-Streifen, deren Einreise nach Bethlehem die israelische Regierung zugestanden hatte, schafften es nach Vatikanangaben nur die Hälfte. Dafür mischten sich Besucher aus aller Welt unter die Palästinenser. Der Papst wurde mit Sprechchören und Applaus gefeiert, als sei er einer der Heiligen Drei Könige, der reiche Geschenke bringe.
Entspannter als in den vergangenen beiden Tagen in Jerusalem versicherte der Papst in seiner Predigt, er sei nicht nur als Pilger zum Geburtsort Christi gekommen, sondern auch, "um Euch, liebe Brüder und Schwestern im Glauben, in diesen palästinensischen Gebieten zur Seite zu stehen". Ohne Umschweife sprach er die widersprüchliche Situation des Städtchens in den Hügeln südlich von Jerusalem an: "Überall verbinden Menschen Bethlehem mit der frohen Botschaft von der Auferstehung, Erneuerung, Licht und Freiheit."
Doch tatsächlich scheine die Erfüllung dieser Verheißung fern zu sein. "Hier in Bethlehem wird den Jüngern Christi eine besondere Ausdauer abverlangt", räumte der Papst ein. Das Tor zur Geburtskirche sei im Laufe der Jahrhunderte immer enger geworden. Dennoch werde aus Bethlehem auch künftig die frohe Botschaft erschallen. Nach der Messe wurde der Papst wie ein Held gefeiert.
Nur mühsam konnten ihm die Ordner einen Weg durch die Menge bahnen. Wer ihn aus der Nähe beobachtete, wie er im Gebäude des Bethlehem Peace Center verschwand, der bemerkte: Freude und Erleichterung spiegelten sich diesmal stärker als die Erschöpfung in Benedikts Gesicht.
Er fühlte sich wohl in Bethlehem, das war schon morgens zu sehen, als er vor dem Regierungspalast von Palästinenserpräsident Machmud Abbas vorfuhr. Unterwegs begrüßten ihn Plakate, auf denen er lesen konnte: "Bethlehem liebt Benedikt XVI." Vor Abbas hielt der Papst eine pointierte Rede, die Verständnis für die Lage der Palästinenser verriet, aber so formuliert war, dass sich Israels Regierung nicht angegriffen fühlen musste.
Am Abend besuchte er das Flüchtlingslager "Aida". Benedikt nahm sich Zeit für die Bewohner, sprach mit muslimischen und christlichen Eltern, deren Söhne in israelischer Gefangenschaft sitzen. Er spendete 50 000 Euro für den Bau von Klassenzimmern. Und er sprach den Familien sein Mitleid aus, die durch Gefangenschaft und Mauern auseinandergerissen sind. "Seien Sie versichert, dass ich ständig für alle palästinensischen Flüchtlinge auf der ganzen Welt bete, besonders für diejenigen, die während des jüngsten Konflikts im Gaza-Streifen ihre Häuser und geliebten Menschen verloren haben." Ein bisschen mehr von dieser Emphase hätten sich die Israelis wohl auch von Benedikt gewünscht.
Die Mauer, die die Israelis um die Palästinensergebiete errichtet haben und die auch das Flüchtlingslager umschließt, nannte Benedikt ein Symbol für das Patt in den Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern. "Es ist tragisch, zu sehen, dass noch Mauern errichtet werden", sagte Benedikt. Auf beiden Seiten brauche es "Großmut, um nach Jahren des Kampfes Versöhnung zu finden". Natürlich hofft der Papst dabei auch auf äußeren Beistand. In Bethlehem sagte er: "Ich bete innig, dass der Gesang, den die Engel hier anstimmten, in Erfüllung gehe: Friede auf Erden, guter Wille unter den Menschen. Möge Gott mit Euch sein."
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 14.5.2009/vw)
Youtube-Hit aus USA
eines Mitdiskutanten, der eine unbequeme Position einnimmt, war das soeben, werter JValjean.
Was sowohl bei @ Heinrich2006 schon feststellbar war als auch bei @ JValjean soeben wieder.
Diesen Erkenntniszugewinn dürfen Sie auch als Empathie betrachten.
"Einsortieren in Schubladen" nenne ich es mal.
Aber das Thema "Debattenführung" ist nicht das Kernproblem, das ist es ja nur am Rande btw.
Aber doch sehr aufschlußreich und interessant immer.
selbstaendig
Ich spreche nur nicht so weichgespült und wischi-waschi!
Sondern Klartext und manchmal auch unbequem.
Und zuerst soll jeder bei sich anfangen und schauen, was er selber tun kann.
Und das muß schonungslos geschehen, auch sich selbst gegenüber.
Das ist viel mehr Emphatie, als Sie noch ahnen mögen.
selbstaendig
Sie (die Palästinenser) leben ja zum Teil 60 Jahre lang schon von der Wohlfahrt der EU und der UN und von anderen auch noch.
viele im "Westen" sagen, baut die Mauer wieder auf, das ewige Gejammer der Neubürger nervt ja bald unendlich.
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Ich habe mir erlaubt Auschnitte von zwei Kommentaren von Ihnen zu zitieren, um zu verdeutlichen wes Geistes Kind Sie sind.
Dass Sie neben dem, bereits des Oefteren zur Schau gestellten Zynismus gegenüber dem Schicksal der Palästinenser, nun auch noch mehrere Millionen Bundesbürger zwischen Plauen und Greifswald lapidar als jammernde Neubürger abkanzeln, verdeutlicht, dass es Ihnen schlichtweg an einem Mindestmass an Empathie fehlt.
Auslands-Deutsche in Palästina vor dem Krieg
bei SPIEGEL online einestages
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4111/_es_ist_schon_eine_ganz_nette_hitlergemeinde_hier.html
@ heiro17 (16:10:18)
"Selbstverwaltung - home rule - für beide Kulturen auf gleichberechtigter Basis. Warum sollte das nicht gehen? Grenzen spielen längst nicht mehr die wichtige Rolle wie zu Zeiten de Nationalstaaten"
Zuviel Trennendes, zuwenig Gemeinsames, zuviel ist passiert inzwischen.
Da ist ein doch einziger, gemeinsamer Staat ein hoffnungsloses Unterfangen.
Auch im wiedervereinigten Deutschland geht es doch nur schwer voran und viele im "Westen" sagen, baut die Mauer wieder auf, das ewige Gejammer der Neubürger nervt ja bald unendlich.
Und im "Osten" fühlt man sich benachteiligt und untergebuttert vom "Westen"
Und das sind ja alles Deutsche doch, wie soll das dann in Palästina erst klappen?
Nitschewo, nebbich, njet, verpaßt, aus und vorbei......
selbstaendig
Paging