Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Belgien ist die Koalitionsregierung von Ministerpräsident Guy Verhofstadt in eine Krise geraten: die grüne Verkehrsministerin trat zurück.

Die französischsprachige Grünen-Partei Ecolo verließ die Koalition. Neben der Verkehrsministerin Isabelle Durant kündigte auchEnergiestaatssekretär Olivier Deleuze ihren Rücktritt an.

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Zur Begründung nannten sie ihre ablehnende Haltung gegenüber einem kürzlich ausgehandelten Kompromiss zu Nachtflügen über Brüssel. Eine Krisensitzung des Kabinetts am Sonntagabend, in der Premierminister Guy Verhofstadt die Ministerin zum Verbleib in der Regierung bewegen wollte, brachte kein Ergebnis. Durant bat daraufhin König Albert II. formell um ihre Entlassung.

Verhofstadt muss nun seine Regierung umbilden. Laut belgischer Verfassung muss er für die letzten 13 Tage der Koalitionsregierung eine neue Ministerin ernennen, erläuterten politische Analytiker am Montag. In der Regierung des mehrsprachigen Landes müssten gleich viele Ressortchefs mit französischer und mit niederländischer Muttersprache vertreten sein.

Hintergrund des Rücktritts ist ein Zerwürfnis zwischen dem liberalen Regierungschef und der grünen Ministerin über die Routen für Nachtflüge im Raum Brüssel. Verhofstadt hatte Durant aufgefordert, unverzüglich neue Flugstrecken über dem Brüsseler Stadtgebiet auszuweisen. Durant wollte dies erst nach Absprache mit der Brüsseler Stadtregierung tun. Ihre Bitte um 24 Stunden Zeit für eine Prüfung der Frage wies Verhofstadt zurück, was Durant als "politischen Terrorismus" bezeichnete.

(sueddeutsche.de/dpa/AP)

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