Belgien will die Burka aus der Öffentlichkeit verbannen: Das Parlament hat nun für ein striktes Verbot der Vollverschleierung gestimmt.
Das belgische Parlament hat als erste Volksvertretung in Europa ein Verbot der Vollverschleierung muslimischer Frauen beschlossen. Die Abgeordneten stimmten in Brüssel ohne Gegenstimmen für das Verbot: 136 Abgeordnete stimmten für das Gesetz, zwei enthielten sich.
Frau mit Niqab: In Belgien sind solche Schleier in der Öffentlichkeit wohl bald verboten. (© Foto: AFP)
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Komplett verhüllte muslimische Frauen dürften sich dann nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen. Konkret verbietet das Gesetz das Tragen jedes Kleidungsstücks, "welches das Gesicht ganz oder hauptsächlich verhüllt". Darunter fallen also die Burka, die ein Stoffgitter vor die Augen setzt, und der Niqab, bei dem ein Sehschlitz frei bleibt.
Das Verbot gilt für den öffentlichen Raum, also Straßen und Parks ebenso wie Geschäfte oder Restaurants. Frauen, die sich dennoch voll verschleiern, drohen Geldstrafen und/oder bis zu sieben Tage Haft.
Die Würde der Frau bildete ein Hauptargument der Parlamentsdebatte. "Die Burka ist ein mobiles Gefängnis", sagte der flämische Liberalen-Abgeordnete Bart Somers. Georges Dallemagne von der gemäßigten frankophonen Partei Cdh machte geltend, dass Kleidungsstücke wie Burka oder Niqab oft nur "den sichtbarsten Angriff auf die Rechte der Frau darstellten".
"Wir hoffen, dass uns Frankreich, die Schweiz, Italien, die Niederlande, die Länder, die darüber nachdenken, folgen", sagte der frankophone Liberale Denis Ducarme. In Belgien stelle die Burka allerdings eine Randerscheinung dar und dürfe nicht mit dem muslimischen Glauben gleichgesetzt werden. "Wir respektieren den Islam." Schätzungen zufolge tragen nur ein paar Dutzend Frauen in Belgien in Burka, so dass das Votum eher ein politisches Signal ist.
Das radikale Burka-Verbot hatte zuvor in Belgien eine heftige Debatte ausgelöst. Experten bezweifeln die Rechtmäßigkeit der Regelung, denn die Vorlage enthält auch eine Passage, die künftig jeder Person verbieten solle, in der Öffentlichkeit ihr Gesicht zu verhüllen. Feste wie Karneval sollen von der Regel ausgenommen sein - ebenso wie Motorradfahrer, für die Helmpflicht gilt. Und es gibt Zweifel, ob ein solches Gesetz vor dem belgischen Staatsrat oder dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Bestand haben würde.
Wegen der innenpolitischen Krise ist unklar, wann das Gesetz in Kraft tritt. Der Sprachenstreit zwischen Flamen und Frankophonen hatte zum Rücktritt der Regierung von Yves Leterme vor einer Woche geführt. Neuwahlen im Juni sind wahrscheinlich. Bevor das Verbot in Kraft treten kann, muss aber noch der Senat zustimmen. Ob dies noch vor den Wahlen gelingt, ist fraglich.
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(AFP/jobr)
Die Demokratie trägt keine Schleier, um ihr Gesicht zu verbergen. Daher sind die Burka & Niqab - auch die freiwillig getragenen - per se antidemokratisch weil antlitzraubend, entpersönlichend und damit entwürdigend sind.
Wer in einem freien Land leben will kann dies nur ernst meinen wenn er dazu bereit ist, die dortige (Alltags-)Kultur und die verfassungskonform erlassenen Gesetze zu respektieren.
Will er dies nicht, so muß er sich in einer Demokratie eine Mehrheit dafür erarbeiten, diese Gesetze zu ändern.
Gelingt ihm dies nicht, kann er in einem Land leben, in dem diese Gesetze nicht gelten oder er muß die Strafen in Kauf nehmen, die mit einer Nichtachtung dieser Gesetze verbunden sind. Am einfachsten: er befolgt diese Gesetze wie alle anderen auch.
Alles in allem ist es seine Entscheidung, wie er damit umgeht. Wer meint Sonderrechte für sich beanspruchen zu dürfen, muß die entsprechenden Kosequenzen tragen.
Wer darüberhinaus seine abweichende eigene Kultur & Rechtsauffassung der Mehrheit eines Landes aufzwingen will, in welchem er sich zu leben entschieden hat und das ihn gastfreundlich empfing, der ist schlicht ein undankbares, respektloses, anmaßendes Indiviuum. Sind solche Leute unverbesserlich, sollten sie notfalls gegangen werden.
Beispiel: Frankreich entzieht im Fall fortgesetzter antinationaler, terroristischer oder landesverräterrischer Aktivität die Staatsbürgerschaft & weist aus.
Demokratische Europäer sind mehrheitlich keineswegs fremdenfeindlich. Wohl aber mit Überzeugung und zu Recht mehrheitlich integrationsfreundlich!
Wir leben in Deutschland schon nicht in einer vollständigen Demokratie, da sie nicht - wie etwa die der Schweizer - als direkte augestaltet ist.
Alles was noch aus einer fundementalreligiösen Ecke dazu kommt, trägt erkennbar bisher nicht zu einer weiteren Demokratisierung bei sondern versucht, das genaue Gegenteil zu erreichen: mehr Unfreiheit & weniger Individualität! Das sollten wir uns nicht bieten lassen - egal von wem!
Zum übrigen Text ist ja alles bereits gesagt.
Also ehrlicherweise mit noch keiner Frau, allerdings oft mit einem türkischem Freund und mit einer deutschen Frau, die die Verschleierung nicht so sieht wie ich. Mein türkischer Freund beschwerte sich, dass in Instambul an den Unis das Tragen von Kopftüchern verboten ist und die Frau meinte, dass die Frauen sich eben vor neugierigen Blicken fremder Männer schützen.
Insgesamt sachliche Gespräche. Trotzdem habe ich eine ganz andere Auffasung, weil es hier eindeutig um eine von Männern (?) gemachte religiöse Diktatur ist.Wir sind alles nur Menschen, egal welchen Geschlechts und keiner kann und darf auf Grund nebelöser religiöser Auslegungen aus einer Zeit vor über 2000 Jahren, dem anderen Geschlecht so einen Unsinn vorschreiben. Das nun manche bzw. viele Frauen aus Überlieferung daran festhalten, ändert nichts an der Tatsache, dass es Unterdrückung ist. Dazu kommt, dass es, wenn es denn einen Schöpfer gibt, dann gibt es nur einen und dann stellt sich die Frage, warum alle anderen Frauen auf allen Kontinenten die Verkleidung nicht vorgeschrieben wird. Außerdem können sie in ihren Heimatländern alles so machen, aber nicht in Gastländern die ihre Gesetze selbst festlegen. Religionen haben viel Gutes, aber auch viel Schlechtes getan.
@ dietel40: "Woher wolle Sie denn wissen, dass die Frauen sich die Burka und Kopftücher selbst auferlegt haben."
Reden Sie vom Gebot des Islam oder von der Entscheidung, ihm zu folgen? Ersteres sehen die Betroffenen logischerweise als gottgegeben an, das brauchen wir hier vermutlich nicht zu diskutieren. Was letzteres angeht: Ich kenne bisher nur Nikab-Trägerinnen, die den Nikab (Schleier) freiwillig tragen. (Kopftuch übrigens genauso, sogar bis hin zu Fällen, wo Ehemann oder Eltern mit der Entscheidung der Frau nicht sehr glücklich waren; ob das wirklich Einzelfälle sind, wie man als Westeuropäer immer gleich gern unterstellt, weiß ich nicht. Burkaträgerinnen kenne ich nicht.) Jedenfalls, daß 100% der Schleierträgerinnen ihn freiwillig tragen, behaupte ich offensichtlich nicht, wie aus meinem Beitrag ja zu entnehmen ist. Vielmehr schrieb ich ja, daß ein Verbot den Betroffenen weder dann hilft, wenn sie ihn freiwlillig, noch dann, wenn sie ihn unfreiwillig tragen.
Jetzt mal die Gegenfrage: Mit wie vielen Kopftuch- und/oder Schleierträgerinnen haben Sie sich schon über diese Frage unterhalten?
Woher wolle Sie denn wissen, dass die Frauen sich die Burka und Kopftücher selbst auferlegt haben. Selten so einen Schwachsinn gelesen oder sind Sie schon zum siebenten Mal auf der Welt?
Relikte aus Zeiten, wo der Mensch nur allein durch den Glauben zu einer Gemeinschaft diktiert wurde, sind regelrecht hinterwäldlerisch. Es hat nur mit Macht und Frauenunterdrückung zu tun. Außerdem dürfen Frauen aus der westlichen Hemisphäre auch nicht rumlaufen wie sie es gewohnt sind. Für uns sind doch vermummte und Kopftuchtragende Frauen ein Greuel. Frauen sind schön und sollten das auch zeigen dürfen. Zum Karneval sollte die Burka aber erlaubt sein.
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