Außenminister Steinmeier hat vor einer Dramatisierung der Terror-Gefahr in Deutschland gewarnt. Anders sieht es in den USA aus.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich trotz der jüngsten Geiselnahmen gegen eine Dramatisierung der aktuellen Bedrohung Deutschlands durch den internationalen Terrorismus gewandt. "Deutschland ist nicht explizit zum neuen Ziel erklärt worden", sagte der SPD-Politiker nach einer Vorabveröffentlichung dem Stern.

Steinmeier

Außenminister Steinmeier möchte die Terror-Gefahr nicht dramatisieren (© Foto: dpa)

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Bei insgesamt erhöhter Gefährdungslage gebe es nach seiner Kenntnis "keine konkreten Hinweise darauf, dass in Deutschland unmittelbar Anschläge bevorstehen".

Aufgrund von Geiselnahmen und Videos von Geiselnehmern sei allerdings deutlich geworden, "dass Deutschland mit im Fokus der Beobachtung durch den internationalen Terrorismus steht". Aus den jüngsten Geiselnahmen in Afghanistan dürfe nicht vorschnell der Schluss gezogen werden, dass die Lage dort außer Kontrolle gerate, sagte Steinmeier weiter.

"Im Gegenteil: Die Zunahme von Selbstmordanschlägen und Geiselnahmen ist ja auch ein Indiz dafür, dass die Taliban die offene Auseinandersetzung mit der Zentralregierung und den internationalen Truppen nicht mehr wagen." Er plädiere dafür, dass sich die Bundeswehr in den nächsten Jahren stärker bei der Ausbildung der afghanischen Armee engagiere.

Die amerikanischen Bundesbehörden haben unterdessen die Sicherheitskräfte an allen Flughäfen des Landes zu erhöhter Wachsamkeit aufgefordert. Terroristen probten möglicherweise für künftige Anschläge und könnten versuchen, Bauteile für den Bau von Bomben an Bord zu schmuggeln, hieß es in einem Memo der Verkehrssicherheitsbehörde (TSA).

Das Papier wurde am 20. Juli verteilt. Zur Begründung wurde auf Funde an den Flughäfen von San Diego, Milwaukee, Houston und Baltimore verwiesen. Seit dem vergangenen September seien dabei Kabel, Schalter, Bauteile von Mobiltelefonen und lehmartige Substanzen entdeckt worden, die eine ähnliche Dichte wie einige Sprengstoff aufwiesen, hieß es weiter.

TSA-Sprecherin Ellen Howe betonte, es gebe keine Hinweise auf eine direkte Bedrohung. Ein Sprecher des Ministeriums für Heimatschutz sprach von einem Routinevorgang.

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(AFP/AP)