SPD-Parteichef Kurt Beck will von Rücktrittsangeboten nichts wissen. Stattdessen erklärt er die Krise seiner Partei für überwunden.
SPD-Chef Kurt Beck will offenbar Parteichef bleiben. Bei einem Besuch des Chemiestandorts Leuna in Sachsen-Anhalt bekräftigte er seinen Führungsanspruch in der Partei: "Ich habe eine Verantwortung, die ich wahrnehme. Und ich nehme sie wahr, davon können alle ausgehen", sagte Beck. Weiter sagte der SPD-Vorsitzende: "Lassen Sie sich nicht durcheinandermachen, durch dummes Zeug, was andere sagen." Die Krise in der SPD sei "weitestgehend überwunden".
Bild vergrößern
Fühlt sich missverstanden: SPD-Chef Kurt Beck (© Foto: AP)
Anzeige
Auch die SPD-Fraktion will die Äußerung von Parteichef Kurt Beck, er klebe nicht an seinem Stuhl, nicht als Rücktrittsangebot verstanden wissen. Beck habe vor der Fraktion auch betont, dass er sich "nicht von außen wegpusten lässt", sagte der parlamentarische Geschäftsführer, Thomas Oppermann: "Er wird kämpfen für die Ziele der Partei." Oppermann betonte, Beck habe für seine kämpferische Rede viel Beifall bekommen. Keiner der anwesenden Abgeordneten habe ihn missverstanden.
Oppermann sagte zur Rede des Parteivorsitzenden insgesamt: "Die Botschaft war klar, dass er seine Position verteidigt." Der Beifall der Abgeordneten sei kein Pflicht-, sondern Überzeugungsbeifall gewesen. Zur offenen Frage der Kanzlerkandidatur sagte er, es sei in der Fraktion unstrittig, dass Beck selbst einen Vorschlag machen solle. Wann die Entscheidung falle, bestimme die SPD selbst.
Auch der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Joachim Poß, geht nicht von einer Ablösung Kurt Becks als Parteivorsitzender aus: "Der Verlauf von Parteivorstandssitzung und Fraktionssitzung hat in der SPD allen Kritikern deutlich gemacht, dass wir mit Kurt Beck weiter vorangehen", sagte er dem Fernsehsender Phoenix. Die letzten beiden Tage hätten dies eindeutig gezeigt. Weiter sagte Poß: "Der Versuch, den Vorsitzenden der SPD wegzumobben, ist gescheitert."
Es sei nicht zu leugnen, dass Kurt Beck in den letzten Monate teilweise gravierende Fehler gemacht habe. Allerdings sei er regelrecht gemobbt worden und die Kritik auch überzogen gewesen, so der stellvertretende Fraktionschef. Innerparteilich habe es nun eine Umkehr gegeben. "Das haben wir gestern und heute erlebt, weil die Leute gesagt haben: Bis hierhin und nicht weiter, wir lassen uns nicht vorschreiben - auch nicht von einzelnen Medien - wer denn unser Vorsitzender ist."
Beck war am Dienstag aus der SPD-Fraktionssitzung mit den Worten zitiert worden: "Wenn ich Teil des Problems sein sollte - ich klebe an keinem Stuhl." Später am Abend sagte der SPD-Chef im ZDF zu Presse-Interpretationen, er habe seinen Rücktritt angeboten: "Die Agenturen irren. In dem Fall bin ich einfach nicht richtig wiedergegeben worden."
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AP/segi/ssc/bosw)
Stockender Kita-Ausbau
Ich bin der Ansicht, Beck muss bleiben und Kanzlerkandidat werden. Was er der SPD angetan hat, dafür soll er nun vor dem Wähler geradestehen. Würde Steinmeier für Beck einspringen, würde die vergeigte Wahl nicht denjenigen angelastet, die die Wahlniederlage tatsächlich veruracht haben. Und der Grund für die gegenwärtige Unbeliebtheit der SPD liegt eben in jenem Linkskurs, den Beck zugelassen hat, weil er den Einflüsterungen einer A. Nahles, einer Ypsilanti, eines Schreiners usw. Gehör geschenkt hat.
Beck sollte den Bettel schmeißen. Warum tut der sich das an. Eine Wahl verlieren, können auch andere genauso gut.
Immer den anderen rechtzeitig die Schuld zuschieben, um hinterher glänzend dazustehen. Dafür braucht man doch keine Machiavelli zu lesen. Das weiss jeder Bürokrat. Nur ein Trottel übernimmt Verantwortung.
zu den von mir angeführten Beispielen fällt Ihnen wohl nichts ein? Hatte ich auch nicht anders erwartet, sie widerlegen Ihre These nun einmal auf das Gründlichste.
Anyway, sie können Kurt Beck natürlich gerne weiterhin ganz wunderbar finden.
Ich für meinen Teil kann unglaubwürdige Politiker einfach nicht ab; dass Kurt Beck hierfür nun einmal ein Paradebeispiel darstellt scheint mit mir auch die ganz überwiegende Zahl der Bürger zu finden. Das hat er sich mit seinem Verhalten auch selbst eingebrockt, oder wollen sie das etwa ernsthaft bestreiten.
Mit "Bashing" hat das im Übrigen nicht einmal im Ansatz etwas zu tun, vielmehr scheint Herr Beck diese Tatsachen einfach verdrängen zu wollen, indem er die Krise der SPD per odre de mufti für beendet erklärt. Zur Wiederherstellung seiner Glaubwürdigkeit trägt dieser doch sehr seltsame Vorgang jedenfalls nicht bei.
Für Kurt Beck ist die Krise überwunden, für den Rest der SPD geht sie also erst richtig los.
schön, dass die SPD-Krise endlich so gut wie vorbei ist. Bin ich erleichtert, dass sich nun nach langem Regen endlich die Wolken verziehen und alsbald wieder eitel Sonnenschein herrschen wird. Sie haben nach dieser Glanzleistung bewiesen, dass sie das Zeug zum Kanzler haben. Machen Sie weiterso wie bisher! Freue mich schon auf Ihren Wahlkmpf in der Position des Kanzlerkandidaten. Sie werden sicher viele Wähler motivieren, der SPD ihre Stimme zu geben.
Paging