Demonstrationen an "sensiblen Orten" wie dem Brandenburger Tor könnten nach dem Willen der Innenminister der unionsgeführten Länder bald tabu sein.

Die unionsgeführten Länder prüfen die Einführung ähnlich strikter Versammlungsgesetze wie die umstrittene neue Regelung in Bayern. Es gebe Anlass, diese nachzuvollziehen. Man könne sich einiges abschauen, sagte der Sprecher der Innenminister der unionsgeführten Länder, Volker Bouffier (CDU), am Freitag nach einem Treffen in München.

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Anhänger der NPD demonstrieren vor dem Brandenburger Tor in Berlin. (© Foto: AP (Archivfoto))

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Interessant daran sei die Möglichkeit, besonders sensible Orte zu befrieden, indem man dort das Demonstrationsrecht aufhebe, sagte der hessische Innenminister der Nachrichtenagentur AP. Bouffier nannte als Beispiele das Holocaust-Mahnmal oder das Brandenburger Tor. Das neue bayerische Versammlungsgesetz ist im Freistaat umstritten. Opposition und Gewerkschaften werfen der Regierungspartei vor, damit das Grundrecht der Versammlungsfreiheit auszuhebeln.

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus pochen die Innenminister der unionsgeführten Länder auf Strafen für die Teilnehmer von Terror-Ausbildungslagern im Ausland. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warf der SPD und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries eine verantwortungslose Verzögerungspolitik vor.

Unions-Innenminister verärgert über SPD

Das "ständige Störfeuer" der Sozialdemokraten sei mehr als ärgerlich. "Wir können auch in Deutschland Anschläge nicht ausschließen", sagte Herrmann zum Abschluss der Beratungen. Mit einer Entspannung dieser Bedrohungslage sei in absehbarer Zeit auch nicht zu rechnen.

Herrmann und sein hessischer Amtskollege Bouffier verwiesen darauf, dass inzwischen mehr als 50 Islamisten aus Deutschland Terror-Ausbildungslager im Ausland durchlaufen hätten. Die Innenminister von Bund und Ländern hatten sich bereits vor einem Jahr darauf verständigt, einen entsprechenden Straftatbestand zu schaffen. Zypries hatte grundsätzliche Zweifel angemeldet.

Es sei geradezu grotesk, dass die Bundesjustizministerin verlange, dass dabei eine besondere terroristische Motivation nachgewiesen werden müsse, kritisierte Herrmann. Wer in ein Terrorcamp fahre, plane Entsprechendes. "Der wird da nicht wegen eines Abenteuerurlaubs hinfahren", sagte der CSU-Politiker.

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(AP/dpa/buma)