Er hat viel versprochen und auch viel verändert. Doch die jüngsten Entscheidungen des amerikanischen Präsidenten Obama verstören so manchen Progressiven.
Worte waren es mit Donnerhall. Und sie wurden gerne gehört von den meisten Menschen in Amerika und der Welt. Guantanamo, sagte Barack Obama, und besonders das von den furchterregenden Juristen George W. Bushs ersonnene System der Militärtribunale sei nichts als ein "enormer Fehlschlag". Das Gesetz, auf dessen Grundlage diese Spezialgerichte für die Gefangenen des Internierungslagers geschaffen wurde, müsse weg. Das war Barack Obama, der Kandidat.
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Barack Obama muss auch mit politischem Gegenwind fertig werden. (© Foto: AP)
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Nun aber hat Barack Obama, der Präsident, gesprochen. Er hat zwar die Schließung des Lagers angeordnet, die Militärtribunale will er aber beibehalten. In revidierter Form, gewiss. Doch den von Bürgerrechtlern und linken Juristen heftig befehdeten Grundgedanken Bushs übernimmt er, dass die Gefangenen von Guantanamo nicht vor ein ordentliches Gericht gehören, sondern vor Sondertribunale. Obama ist zu dem Schluss gekommen, dass er vor zivilen Gerichten einen Schuldspruch für eine Reihe von Gefangenen nicht wird durchsetzen können - zumal nicht aufgrund ihrer unter Folter erpressten Bekenntnisse. Freilassen kann er diese Männer, die zum Kern von al Qaida gehörten, indes auch nicht. Also bleibt nur das System der Militärgerichtsbarkeit - in revidierter Gestalt -, um die rechtstaatliche Form zu wahren.
Die Reifung des Kandidaten?
Hat Obama nicht einen vergleichbaren Positionswechsel erst in dieser Woche vollzogen, als er die schon erteilte Zusage zur Veröffentlichung weiterer sogenannter Folterbilder aus US-Militärgefängnissen im Irak und in Afghanistan wieder zurückzog? Hat er nicht dekretiert, dass CIA-Agenten, die in Misshandlungen von Terrorverdächtigten verwickelt sind, nicht belangt werden?
Ja, sollen nicht sogar die Juristen, die mit abstrusen Argumenten die Folter gerechtfertigt haben, von Strafverfolgung verschont bleiben? Ist daran die Reifung vom Kandidaten, der das Blaue vom Himmel verspricht, zum Präsidenten zu erkennen, den die Realitäten des Amtes ganz schnell eingeholt haben? Ist das die schleichende Kehrtwende eines Linken zur Mitte hin? Gewiss ist auch diese Wandlung zu beobachten.
Doch Barack Obama ist ohnehin ein vorsichtiger Mensch - und ein umsichtiger Politiker. Er sagt niemals nie und ist es als Einser-Jurist der Eliteuniversität Harvard gewohnt, seine Worte genau zu wägen (was ihn nicht vor gelegentlichen flapsigen Bemerkungen schützt, die er jedoch in der Regel ganz schnell wieder auszubügeln versucht). Aber wenn es darauf ankommt, formuliert er sehr genau. Und das hat auch bereits der Wahlkämpfer Obama getan.
Ungeduldige Parteifreunde
Und so weisen Berater im Weißen Haus zu Recht darauf hin, dass er nie die Abschaffung der Militärtribunale versprochen und nie ihre Beibehaltung ausgeschlossen hat, wenn sie denn den Gefangenen einen fairen Prozess ermöglichen. Tatsächlich hatte Obama als Senator vor knapp drei Jahren einen entsprechenden Gesetzentwurf der Demokraten ausdrücklich mit getragen. Zudem sollen auch nicht alle der Gefangenen vor die Militärtribunale. Einige, die wohl nicht Misshandlungen ausgesetzt waren, werden sich auch vor zivilen Gerichten verantworten können.
Dennoch lässt Obamas abwägender Kurs einige seiner demokratischen Parteifreunde ungeduldig werden. Im Haushaltsplan, den das Repräsentantenhaus am Donnerstag verabschiedet hat, fehlen 80 Millionen Dollar, die das Weiße Haus fest eingeplant hatte für die Schließung von Guantanamo. Sie sollen erst genehmigt werden, wenn Obama endlich einen konkreten Zeitplan zur versprochenen Schließung des Lagers vorlegt.
Und gegen den Nachtragshaushalt von fast 100 Milliarden Dollar, mit denen die Kriege in Afghanistan und im Irak finanziert werden, stimmten im Repräsentantenhaus nicht weniger als 51 Demokraten: Sie sind unzufrieden damit, dass Obama sich nicht entschlossener des Erbes seines Vorgängers entledigt. Bis jetzt aber muss Obama solche Nadelstiche nicht fürchten. Die Linke, so sagte neulich ein findiger Kopf in Washington, sei für Obama wie Luft: Er brauche sie zwar zum Atmen, könne sie aber sonst getrost ignorieren und sich darauf verlassen, dass sie im Zweifel immer für ihn da ist.
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(SZ vom 16.5.2009/vw)
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Allein die Wortwahl in diesem Artikel ist erheblich unter der Gürtellinie hintenrum. Was sollen die Fragestellungen? Obama ist nur ein Hasardeur, wie alle US-Präsidenten. Er hat und wird noch seine Millionchen durch seine Bücher kassiert/en, sein Image wird professionell durch eine Marketingabteilung ins Postivie forciert. Siehe Flaggen siehe Wortwahl, siehe OPFERdarstellung in diesem und unzähligen anderen Artikeln.
Die USA waren schon seit jeher ein Unrechtsstaat und ein Rechtsstaat. Man musste halt um Recht zu bekommen mindestens "dazu"gehören. Was für etwa 100.000.000 Einwohner der USA nicht zutrifft, obdachlos, arm, arbeitslos, dunkelhäutig, Asylant, "Illegaler". Gegenüber anderen Staaten oder den "Nichtdazu"gehörenden (man erkennt schon die Züge eines Neofaschismus) benahmen sich die USA beispielhaft herrisch. Siehe Lateinamerika, Kuba, Afrika, Asien, Balkan. Das Hawaii einfach mal annektiert wurde interessiert ohnehin niemanden. Die in voller Absicht betriebene Ausrottung der Indianer war knallhart der einzige bisher bekannte Genozid eines demokratischen Systems. Zudem waren die "demo"kratischen USA diejenigen, die die Atombombe gegen eine zivile Bevölkerung einsetzten, was ebenso einen Genozid darstellt. Zudem wäre eine Präsentation vor der Küste Japans ebenso einschüchternd gewesen, nein den "lucky strike" wollte man massenvernichtend durchführen. Den Osama und den Hussein, die sogenannten Evilguys, haben die USA aufgezogen. Ja für das Regime im Iran sind gerade die USA verantwortlich, wenn man mal Geschichte kennengelernt hat.
Schön dass man langsam dahinter kommt, dass die Promovierung der USA nun verstärkt über die Personalisierung durch, wie kann man ihn anders bezeichnen als ein Marionette der Mächtigen, Obama zur Geostrategie eines nur auf Expansion ausgerichteten Staatswesens ist. Alles andere führt zur Implusion und Verteilungskämpfen, um eine scheinbar immer kleiner werdende "Welt".
Obama hat in relativ kurzer Zeit viele Fans vor den Kopf gestossen, mit Entscheidungen, die vielleicht in Deutschland nicht gross zur Kenntniss genommen wurden - hier in den USA aber viele sehr stutzig machten.
Er hat z.B. die noch unter Bush inszenierte Streichung der Woelfe aus der Gruppe der bedrohten Tierarten nicht rueckgaengig gemacht, obwohl er es ankuendigte. Die Folge: Woelfe sind in bestimmten Bundesstaaten zum Abschuss frei. Die Eisbaeren hat er nicht in die Gruppe der bedrohten Tierarten aufgenommen, obwohl er es ankuendigte. Die Folge: Bestimmte Schutzmassnahmen, die bereits katalogisiert waren, greifen nicht.
Fuer die bevorstehende Klimakonferenz am Jahresende wurden die amerikanischen "Ideen" mehrfach zurueckgestutzt.
Was die US Wirtschaft betrifft, so ist sicher richtig, was andere hier schon festgestellt haben: Da sind ihm vielfach die Haende gebunden, das Sagen haben in diesem Land ganz andere. Das gilt, leider, immer noch auch fuer die unsaegliche Justizpolitik.
Was genau und konkret denn nun "gechanged" werden soll, verbleibt noch immer im Bereich "schwammig". Vor allem wie dafuer bezahlt werden soll, verbleibt noch schwammiger.
Ich habe Obama gewaehlt, und wuensche ihm natuerlich Erfolg. Aber, und das ist ein grosses Aber - schon bei der Wahl hatte ich das Gefuehl, dass hinter dem Gerede auch viel Schaumschlaegerei steckt. Dieses Gefuehl hat sich in den letzten Monaten wesentlich bestaerkt. Und ist in viele Zweifel umgeschlagen.
Um in Amerika tatsaechlich Veraenderung herbeifuehren zu koennen, muss sich zuerst in den Koepfen der Menschen etwas aendern. Ich sage nicht, dass das nicht geht, aber es wird ganz sicher mehr Amtszeiten brauchen als Obama je zur Verfuegung haben wird.
Vielleicht gehen'se doch wieder auf den Ratzinger-Thread und lamentieren, dass Sie sich immer noch Abbitte-bedroht fühlen durch die jüdische Meinungsmacher-Moralkeule.
In analytischer Feinmotorik hinsichtlich Politologie scheint es Ihnen denn doch zu mangeln.
Obama=Bush - wann kapiert das endlich auch der letzte, dass es keinen Unterschied gibt. Es ist alles nur Propaganda - bestes Marketing, nichts weiter...
In wesentlichen Dingen wird sich nicht ändern. Unter Bush ist die USA in wesentlichen Zügen zu einem Unrechtsstatt mutiert - und das wirds sich auch unter Obama nicht ändern.
ungeduldige Journalisten
ungeduldige Menschheit........
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