Barack Obama tut derzeit alles dafür, den Krieg in Afghanistan zu verlieren. Das Gezeter und Gezänk über die Truppenstärke entkräften die neue Strategie.
Barack Obama hatte gleich zu Beginn seiner Amtszeit Afghanistan zu seinem Krieg gemacht. Seither unternimmt er alles, um diesen Krieg zu verlieren. Sein sicherheitspolitischer Stab offenbart ein Maß an Dilettantismus, wie es leider nicht unüblich ist für die frühe Phase einer Präsidentschaft. Allerdings kann das in den verbleibenden und für Afghanistans Zukunft entscheidenden Monaten durchaus in eine Niederlage führen.
Barack Obama erweist in Afghanistan getöteten Soldaten die letzte Ehre. Seine neue Strategie droht früh zu scheitern. (© Foto: dpa)
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Nach der Verkündung einer neuen Strategie im März ernannte Obama im Sommer einen neuen Kommandeur - mit dem Auftrag, die gerade beschlossene Strategie auf Herz und Nieren zu überprüfen. Dieser Kommandeur, General Stanley McChrystal, schrieb eine herzhafte Analyse, die nun Grundlage sein soll für die Justierung der Strategie.
Die Taliban wird es freuen
In der öffentlichen Wahrnehmung - befeuert durch gezielte Indiskretionen des Generals, der sich seiner Machtfülle durchaus bewusst ist - wird die Entscheidung über diese Strategie auf einen Zweikampf reduziert: Genehmigt Obama 40.000 zusätzliche Soldaten, dann hat sich McChrystal durchgesetzt. Werden weniger Soldaten entsandt, dann siegt das Lager von Vizepräsident Joe Biden, das für eine Reduzierung der Mission auf Kommandoeinsätze plädiert.
In Bidens Lager findet sich nun auch der US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry. Der Machtkampf von Washington setzt sich also in der Sicherheitszone von Kabul fort, was die Taliban ebenso erfreuen dürfte wie den delegitimierten Präsidenten Hamid Karsai.
Bei all dem Gezänk über die Truppenstärke geraten das eigentliche strategische Ziel und der Weg dorthin aus dem Blick. Der Plan muss sein, dass die 71.000 ausländischen Soldaten Afghanistan schnellstmöglich verlassen, ohne dass das Land anschließend im Bürgerkrieg versinkt und Pakistan von den Taliban überrannt wird. Diese Gefahren sind nicht von der Hand zu weisen.
Afghanen werden nicht besiegt, sie schlagen sich auf eine Seite
Über den Weg dorthin müsste eigentlich ebenfalls Klarheit herrschen. Drei große Entwicklungen gilt es zu beschleunigen: Erstens muss das Leben der Menschen sicherer werden, weshalb man zu deren Schutz mehr Soldaten - afghanische und internationale - benötigt.
Zweitens muss die Kabuler Regierung als Machtfaktor und faire Instanz in Afghanistan akzeptiert werden, weshalb sie unfähige und korrupte Figuren aus ihren Reihen verbannen muss. Und drittens muss ein Versöhnungsprozess mit den Taliban beginnen, weil eine Aufstandsbewegung nicht militärisch, sondern nur politisch besiegt werden kann.
In der afghanischen Geschichte wurden die meisten Konflikte allemal durch einen Wechsel der Loyalitäten beendet. Afghanen werden nicht besiegt, sie schlagen sich auf die Seite der Stärkeren, weil nur so Überleben und Auskommen garantiert sind.
Schrittfolge und Ausgestaltung
Im Streit um die Strategie nach der Strategie geht es nun um die richtige Schrittfolge und deren Ausgestaltung, etwa bei der Frage der Truppenstärke. Politiker wie Gordon Brown oder Karl-Theodor zu Guttenberg haben Karsai klargemacht, dass sie von ihm Gefolgschaft im Kampf gegen Korruption und Inkompentenz verlangen.
Freilich haben sie kaum Druckmittel, weil auch Karsai weiß, dass die ultimative Strafe - Abzug aller Truppen - zwar sein Leben und seine Regierung gefährdet, aber mehr noch die Schwäche des Westens offenbart und somit in der ultimativen Niederlage der USA enden würde.
Alle Akteure müssen nun Einstimmigkeit und Geschlossenheit zeigen sowie Bereitschaft zur Ausübung massiven Drucks. Obama und sein Team werden genau beobachtet, weil ihre Entscheidung Signalwirkung hat für die letzte Phase des Einsatzes.
Es geht um eine Demonstration der politischen und militärischen Stärke, der Überlegenheit. Nur so kann die kritische Masse erzeugt werden, die Afghanen wie Alliierten Hoffnung vermittelt. Das Gezeter in Washington aber vermittelt keine Zuversicht.
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(SZ vom 13.11.2009/mikö)
An den Händen des Konglomerats klebt Blut... Nicht dutzend, nicht hundert, nicht tausend, sondern Millionenfach! Sie haben entlnag des mittleren Ostens eine Reihe von Despoten unter Vortäuschung der Demaokratie installiert und hofften schnell eine Pipline vom Kaspischen Meer zum Indischen Ozean zu verlegen...
Dies gestalltet sich mittlereweile sehr schwierig... Denn sie waren es, die Afganistan den Täliban vermachten... Erinnert sich noch jemand oder sind wir alle an Mad-Cow-Krankheit erkrankt...
@bruximator: Time to go home.
^^
Ja aber nur wenn Europa sich endlich dazu entscheidet Flüchtlinge aus solchen gebieten nicht mehr aufzunehmen. Wenn man jetzt abzieht wollen ein paar Millionen mitkommen....
Obama ist deutlich schlechter als es Clinton gewesen wäre. Bis jetzt gestaltet er die ersten Jahre viel dilletantischer als es Bush die ersten Jahre (vor 11.09.) gemacht hat.
Das muß besser werden..
Damit meine ich den durch rein garnichts -ausser vielleicht geostrategische Ìnteressen- gerechtfertigten Überfall der USA auf ein bettelarmes Land, Afghanistan!
Und das mit einer Bergündung, die noch nicht einmal die Druckerschwärze Wert war, die dafür verbraucht wurde. DENN mit "9/11", das steht inzwischen einwandfrei fest, hatten sowohl die Steinzeit-Menschen am Hindukusch als auch ObLaden absolut nichts zu tun!
Und zu Obama`s Unentschlossenheit nur soviel:
Im Wahlkampf liess er sich dazu verleiten, die verlogene Leier der Reps und des lifetime Warriers McCain zu kontern mit der Aussage, den AFG-Krieg mit aller Kraft zu führen, womit er den Vorwurf seines Kontrahenten, ein unerfahrenes Weichei zu sein, entkräften wollte!
In diese Falle seiner Gegner ist Obama damals und bis heuter hereingefallen!
Sein Zögern, noch mehr Truppen in einen nie und nimmer zu gewinnenden Krieg zu schicken, zeigt nicht nur dass er diese Falle längst durchschaut hat, sondern auch, dass er erkannt hat, nicht gleichzeitig DREI Kriege -im IRAK, Afghanistan und bald auch im IRAN- führen zu können, denn dazu fehlen den USA nicht nur die Soldaten, sondern auch das GELD!
Noch ein Sinnspruch zum Schluss, der auch für Deutschlands Einsatz am Hindukusch gilt:
"Mitgegangen, Mitgefangen, Mitgehangen!"
@da_Schorsch 8:28: Mit der "herzhaften" Analyse meinte Herr Kornelius wohl eher eine "beherzte Analyse".Aber wie wir sehen, war die herzhafte Mahlzeit, die McChrystal dem Community Organizer im Präsidentenamt mit seiner Analyse verabreichte, ganz und gar unverdaulich. Und so sucht er , ganz im Stil seiner gepriesenen Teamfähigkeit, es allen rechtzumachen und kann es dadurch niemandem rechtmachen. McChrystal bekommt nach Mutmaßungen der New York Times wohl mehr Soldaten, aber eben bei weitem nicht so viele, wie er als unabdingbar gefordert hatte (falls McChrystal nicht ein schlauer Fuchs war und das Doppelte von dem gefordert hat, was er braucht). Und die Fraktion um Biden wird gebauchpinselt, indem sich McChrystal bescheiden muß.Und das alles natürlich nach endlosen Debatten.Zögerlichkeit als Ausweis präsidialen, tiefschürfenden Ringens um eine Lösung (die es nicht gibt).
Das einzig Beherzte wäre, wenn sich Obama an seinen Wahlkampfslogan erinnern würde: CHANGE! Und damit beherzt einen schon verlorenen Krieg beenden würde.
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