Barack Obama on the road: Der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten ist in Bagdad eingetroffen. In der irakischen Bevölkerung ist er beliebter als sein Rivale McCain - doch Obamas Plan, die US-Soldaten innerhalb von 16 Monaten nach seinem Wahlsieg abzuziehen, wird skeptisch gesehen.

Barack Obama ist zu Beratungen in der irakischen Hauptstadt angekommen und hat mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki über den richtigen Zeitpunkt für einen Abzug der amerikanischen Truppen diskutiert. Ein Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak, bei dem Gespräch sei es auch konkret darum gegangen, wie viele US-Soldaten von 2009 an das Land verlassen sollten.

Die "Obama One": Mit diesem Flugzeug reist Barack Obama um die Welt. (© Foto: AFP)

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Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Iraker äußerten sich jedoch skeptisch zu den Plänen Obamas, binnen 16 Monaten die US-Truppen aus dem Irak abzuziehen. Dies habe er nur aus opportunistischen Gründen gesagt, meint etwa der unabhängige Politiker Munadhil al-Majjahi in Basra. "Es ist unrealistisch." Viele der rund zwei Dutzend Befragten interessieren sich für die US-Präsidentenwahl jedoch nur mäßig.

Allerdings wird deutlich: Der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten ist beliebt bei den Irakern - nicht zuletzt wegen seiner Hautfarbe. "Er ist viel besser als andere, weil er schwarz ist, und Schwarze sind in den USA lange tyrannisiert worden", sagt etwa der Arzt Hisham Fadhil aus der nordirakischen Stadt Kirkuk. Er ergänzt: "Ich glaube, er kann unser Leiden verstehen."

Auch der Angestellte Mustafa Salah aus der südlichen Stadt Basra hofft, dass sich Obama gegen seinen republikanischen Konkurrenten John McCain durchsetzt: "Er ist der Beste für den Irak und für die Welt. Ich wäre entsetzt, wenn McCain gewinnen würde."

Ähnlich äußert sich Kamiran Mohammed aus Kirkuk: "Als ich in den Vereinigten Staaten war, fand ich die Demokraten friedlicher, dem Krieg ablehnender gegenüber eingestellt." Obama hat seine Gegnerschaft zum Irakkrieg in den Mittelpunkt des Wahlkampfes gestellt. McCain dagegen unterstützte die Kriegsentscheidung von Präsident George W. Bush. Nach Ansicht des Lehrers Sainab Riad wurde das Ansehen der USA in der Welt "von den Republikanern und Bush beschädigt. Ein Sieg McCains würde einen Sieg von Bush bedeuten."

"Im Moment beschäftigt mich vor allem, wie ich genügend Strom bekomme", sagt Abdul-Mahdi Hadi, ein Lehrer aus Basra. "Ich glaube nicht, dass einer der beiden Kandidaten die Lage im Irak verändern wird."

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(dpa/Reuters/mati/gal)