"Wir müssen gemeinsam jetzt handeln": UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat beim UN-Welternährungsgipfel in Rom vor internationalen Krisen infolge des weltweiten Hungers gewarnt - und politische Reaktionen eingefordert.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zur Eröffnung des Welternährungsgipfels in Rom "kühne und wichtige Maßnahmen" im Kampf gegen die Nahrungsmittelkrise und den Hunger in der Welt verlangt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (© Foto: AFP)

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"Um den Hauptursachen dieser globalen Ernährungskrise zu begegnen, wollen wir verbindliche Verpflichtungen für die Zukunft", sagte Ban Ki Moon an diesem Dienstag vor den Staats- und Regierungschefs aus mehr als 40 Ländern.

Die verschärfte Krise um die explodierenden Lebensmittelpreise sei auch eine Chance, frühere Strategien zu überdenken, erklärte der UN-Generalsekretär. Während gegen die hohen Preise sofort etwas getan werden müsse, sei es langfristig auch wichtig, die weltweite Lebensmittelsicherheit zu verbessern. "Hunger nährt Wut, sozialen Zerfall, Krankheiten und wirtschaftlichen Niedergang", warnte er.

"Koordinierte weltweite Politik"

Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano sagte zur Eröffnung, angesichts der dramatischen Krise sei "eine koordinierte weltweite Politik" dringlich. Die Entwicklung treffe vor allem arme Länder, inzwischen seien fast eine Milliarde Menschen unterernährt.

Papst Benedikt XVI. verlangt eine weltweite Solidarität im Kampf gegen die Ernährungskrise. "Die große Herausforderung besteht heutzutage darin, nicht nur die Wirtschafts-und Handelsinteressen zu globalisieren", sagte das Kirchenoberhaupt in einer Grußbotschaft für die Gipfelteilnehmer.

Von der Produktion, den Ressourcen und dem Wissen her sei es der Welt möglich, den dramatischen Krisen um die Ernährung ein Ende zu setzen. Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone verlas die Botschaft des Papstes an die etwa 40 versammelten Staats- und Regierungschefs.

"Die Zeit des Redens ist vorbei, jetzt ist die Zeit zu handeln", rief Generaldirektor Jacques Diouf von der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Rom aus.

Leider reagiere die internationale Gemeinschaft nur, "wenn die Medien das schmerzvolle Spektakel der Leiden der Welt in die Häuser der wohlhabenden Länder übertragen." Mutige Entscheidungen seien notwendig, um eine gefährliche Verschärfung der Krise zu vermeiden, sagte Diouf.

Gemeinsam mit dem UN-Generalsekretär sucht die FAO auf der dreitägigen Konferenz mit Delegationen aus 50 Staaten Wege gegen die Preisspirale und Zukunftsstrategien gegen Hunger und Unterernährung.

Empörung über Mugabe

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) kritisierte, dass Simbabwes Präsident Robert Mugabe am Welternährungsgipfel teilnimmt. "Ich finde das schon sehr zynisch, dass jemand, der in seinem Land die Menschen in den Hunger und das Land in den Ruin getrieben hat, es wagt, bei einer solchen Konferenz aufzutauchen", sagte Wieczorek-Zeul im "ZDF-Morgenmagazin".

Sie kündigte weitere deutsche Initiativen im Kampf gegen Armut und Hunger an: "Wir selbst werden unsere Entwicklungszusammenarbeit auch so umschichten, dass wir vor allen Dingen die landwirtschaftliche Entwicklung (...) stärken und natürlich auch unmittelbare Hilfe leisten." Immer noch litten 850 Millionen Menschen an Hunger, und durch steigende Lebensmittelpreise könnten es mehr werden, sagte die Ministerin.

Jede Organisation und jedes Land müsse bei der Bewältigung der Situation Verantwortung übernehmen. "Wir haben es in der Hand dazu beizutragen, dass die Katastrophe verhindert wird."

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(dpa/AP/plin/cag)