Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer liegt sicher nicht falsch, wenn er den Sparkurs vor dem jahrelang avisierten, dann aber abgesagten Börsengang als Teil des Problems sieht. Zwar hat die Bahn nicht bewusst an Klimaanlagen und Achsen gespart; dass aber nun bei Pannen zu wenig Ersatzzüge bereitstehen, ist eindeutig eine Folge des Kostendrucks der vergangenen Jahre. Grube hat versprochen, das zu korrigieren. Neue Züge müssen her, eine bessere Technik und mehr Personal. Doch damit ist es nicht getan. Die Bahn hat ein weiteres Problem, und das darf Grube nicht unterschätzen: Es ist die Kommunikation innerhalb des Konzerns.
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Grube muss zeigen, ob er seine Ankündigungen ernst meinte
Wenn er sagt, die Probleme mit den Klimaanlagen seien überraschend aufgetreten, muss man sich schon sehr wundern. Wer öfter mit der Bahn fährt, weiß: Es ist keine Seltenheit, dass die Kühlung ausfällt. Das wissen die Fahrgäste, und das weiß das Zugpersonal. Wieso weiß es nicht die Konzernleitung? Und warum wurde erst jetzt bekannt, dass die Klimaanlagen nur auf Außentemperaturen von 32 Grad ausgerichtet sind? Wieso haben Techniker nicht Alarm gegeben, als mit dem Juli auch die hohen Temperaturen kamen?
Unter Mehdorn war Kritik nicht erwünscht. Mitarbeiter hatten zu funktionieren, statt eigenständig zu denken. Grube hat immer gesagt, dass er das ändern will. Nun muss er zeigen, wie ernst es ihm damit ist. Wer Missstände erkennt, muss sie sofort melden. Zugbegleiter müssen in der Lage sein, auch mal eigenmächtig in einer Notsituation etwas zu entscheiden, und sei es nur, Getränke zu reichen. Die Bahn muss zu einem Konzern werden, in dem jeder einzelne sich verantwortlich fühlt - für den Betrieb und die Kunden. Nur dann wird es der Bahn gelingen, ihre Fahrgäste nicht dauerhaft zu verprellen.
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(SZ vom 23.07.2010/mob)
ICE-Strecke
Zur Zeit der guten alten Bundesbahn war der Reisende ein s. g. Beförderungsfall, aber die Züge waren nicht Überhitz, sie waren auch im Winter pünktlich und der Schaffner, oder Zugführer war in der Regel freundlicher und Kompetenter als heute. Die Freundlichkeit war ehrlich und nicht so ein Dienstleistergeschleime wie heute, die Preise waren moderat und ich erinnere mich gerne an die Bahn. In der Gegenwart ist der Regionalverkehr auch auf der Ost/West-Magistrale eine mittlere Katastrophe, die Toiletten nicht geleert, Unpünktlichkeit ist an der Tagesordnung und die Wagons sind derart verdreckt das es kaum erträglich ist. Selbst wenn es noch gewollt wäre, wer würde Aktien eines solchen Unternehmens kaufen, es sei denn die Gurkentruppe in Berlin zwingt uns diese Viehtransporte über den Geldbeutel auf. Leider ist dies meine Befürchtung, denn die meisten, die eine Alternative haben wenden sich vom Unternehmen Zukunft ab, über die Gründe mag Herr Grube nachdenken.
@cinderella01 bei Ihrer Kritik empfehle ich Ihnen den Jasagerjournalismus der Springerpresse und ganz besondern der Bild, die ist immer am Puls der Zeit und ein Synonym für Objektivität
SZ lesen war noch nie jedermanns Sache. Viele verbinden mit der SZ linken Kampagnenjournalismus, der mit Recherchearbeit und journalistischer Ethik nun überhaupt nichts mehr zu tun hat. Und doch ist die SZ immer noch der Meinung, sie sei eine der führenden deutschen Zeitungen. Aktuell 439.000 Leser sehen ja auch auf den ersten Blick ganz super aus. Es gibt sie also noch, die treuen Leser der SZ, die aber wahrscheinlich nur aus Gewohnheit zur SZ greifen, oder weil sie sich beim Lesen so schön intellektuell vorkommen. Aber das, was sich die SZ in den letzten Monaten geleistet hat, Diffamierungen, Lügen, gemeinsame Sache mit Intriganten (Bis heute fehlen leider immer noch die Beweise im Fall Mixa), das ist nicht nur vielen Lesern ein Dorn im Auge, sondern eine echte Frechheit.
Ist der Sparkurs Teil des Problems?
Wenn man sich die Entwicklung der Verkaufszahlen der SZ in den letzten beiden Quartalen betrachtet (minus ca. 4500 Abonnenten, minus ca. 7000 Käufer, vom Anzeigenvolumen ganz zu schweigen), kann man vermuten, dass die schwindende Qualität eine Folge des Kostendrucks ist. Neue Journalisten müssen her, eine bessere Recherchearbeit und ein Hang zur Wahrheit.
Doch damit ist es nicht getan. Überhaupt sollte bei der SZ mal wieder ein bisschen Anstand einziehen.
Hier unterscheidet sich nämlich die SZ ganz deutlich von der Bahn. Während man sich bei der Bahn für aufgetretene Fehler und Beeinträchtigungen entschuldigt und Wiedergutmachung anbietet, ist dieses menschlich vorbildliche Verhalten bisher in der SZ-Redaktion nicht auszumachen. Vielleicht sollten Sie jetzt mal mit dem Lernen anfangen. Entschuldigen Sie sich bei Ihren Lesern, denen Sie in den letzten Wochen mit schlecht recherchierten Artikeln, übler Polemik, Diffamierungen und Lügen den Qualitätsjournalismus vorenthalten haben, für den sie bezahlen. Fangen Sie damit an, Ihre Mitarbeiterin eigenständig arbeiten zu lassen, damit Sie sich bei der Bahn und allen Bahnmitarbeitern, die täglich für die Mobilität von Millionen Bürgern sorgen, für diesen polemischen Kommentar entschuldigt.
Ganz ehrlich: kann die SZ eigentlich auch noch was anderes als Boulevard- und Negativberichterstattung.
Es gab Zeiten, da war es ein Vergnügen die SZ zu lesen!
höfliche entschuldigungen statt konsequenter problemlösung + transparenz, so macht das zb auch die sz mit diesem forum. der bewertungszähler funktioniert immer noch nicht.
wenn die bahn als dienstleistungsunternehmen von deutschen für deutsche hoch profitabel werden soll, dann muß man eben sparen. es freun sich die anleger, es bluten die nutzer. da die regierung das offensichtlich will ist ja alles in ordnung.
am besten, wir bringen auch noch unser straßennetz an die börse. dann werden nur noch die autobahnen und bundesstraßen gepflegt und unrentable land- und dorfstraßen stillgelegt.
es ist schon erstaunlich wie es die Eigentümer der Bahn, hier der Bund, immer wieder fertig bringen, solche Sprechblasen produzierende, nur heiße Luft verbreitende Manager
an die Spitze des Konzerns zu hiefen. Und das für Unsummen, was diese Blender und Blöffer erhalten, doch da sind sie mit unseren Machtinhabern und Berufspolitikern in sehr guter Gesellschaft, leider.
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