In zehn Jahren will er Einweihung feiern: Bahn-Chef Grube will im Konflikt um den heftig umstrittenen Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs hart bleiben. Ein Gespräch über die Zuspitzung des Protests gegen das Milliardenprojekt, fehlende Alternative und die Chancen, die sich durch den Bau für die Landeshauptstadt ergeben würden.
Seit Mai 2009 führt Ex-Daimler-Manager Rüdiger Grube, 59, die Deutsche Bahn. "Stuttgart 21" hat er vorgefunden, will das Projekt aber unbedingt durchziehen.
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"Ich stehe für dieses Projekt und dafür, dass es gewaltlos umgesetzt wird. Dieses Projekt hat ja eine ganz lange Vergangenheit, 17 Jahre!": Deutsche Bahn-Chef Rüdiger Grube. (© Alessandra Schellnegger)
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Süddeutsche Zeitung: Herr Grube, Ihre Kundschaft wird mit Wasserwerfern von den Bäumen gespritzt. Was tun Sie zur Deeskalation?
Rüdiger Grube: Sie haben recht, dass gerade bei den Gegnern viele den Grünen nahestehen, also: Befürworter der Bahn sind. Ich bedauere die Eskalation. Ich bin ein absoluter Gegner von Gewalt...
SZ: In Stuttgart sieht es derzeit aber anders aus.
Grube: Ja, aber wir sind doch eine Demokratie! Das heißt nicht nur, Entscheidungen zu treffen, sondern auch, getroffene Entscheidungen umzusetzen. Ich stehe in Kontakt mit beiden Seiten, mit den Gegnern und den Befürwortern. Jetzt heißt es, die Polizei sei unangemessen gewalttätig. Aber man kann das auch anders sehen: Eine Schülerdemonstration morgens um zehn Uhr hatte den genehmigten Weg verlassen, und einige sind auf die Lastwagen und Polizeiautos gestiegen. Dass die Polizei dagegen etwas unternimmt, kann doch niemand ernsthaft kritisieren.
SZ: Es sind viele friedliche Demonstranten unterwegs ...
Grube: Ich weiß, und davor habe ich höchsten Respekt. Aber ich finde es schon merkwürdig, dass in einem Land, in dem Schulpflicht herrscht, 2000 Schüler während der Schulzeit einfach streiken. Und dass einige wenige Gegner bewusst Kleinkinder nach vorne geschoben haben, das finde ich bedenklich.
SZ: Kinderwagen zieht man halt nicht, man schiebt sie vor sich her.
Grube: Aber doch nicht an solchen Tagen! Eine andere Beobachtung im Hauptbahnhof: Da stehen Kinder als Litfaßsäule verkleidet und protestieren. Stellen Sie sich mal eine Sekunde lang vor, die Befürworter des Projekts würden so vorgehen. Die Gegner würden uns das zu Recht um die Ohren hauen.
SZ: Sie meinen, es ist Aufgabe der Polizei, für Ruhe um jeden Preis zu sorgen?
Grube: Die Polizei ist nur das ausführende Organ. Natürlich bin ich nicht bei den Einsätzen dabei. Aber ich fände es schäbig, wenn ich jetzt bloß sagte: Das ist Sache der Polizei, so ein Mensch bin ich nicht. Ich stehe für dieses Projekt und dafür, dass es gewaltlos umgesetzt wird. Ich bin ein engagierter Vertreter der repräsentativen Demokratie. Dieses Projekt hat ja eine ganz lange Vergangenheit, 17 Jahre! Alle Gremien haben es mit großen Mehrheiten in Bund, Land, Stadt und Region gutgeheißen. Wenn etwas anderes gewollt gewesen wäre, hätte man damals jederzeit darüber reden können. Jetzt sage ich: Demonstrationen ersetzen keine demokratischen Spielregeln.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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Stockender Kita-Ausbau
(Herr Hopfenzitz war Chef des Stuttgarter Hauptbahnhofes)
Herr Hopfenzitz " Habe gesehen, wie Polizisten mit Pfefferspray gezielt Bürger attackierten.
Nicht, um sich zu verteidigen, sondern um anzugreifen.
Habe gesehen, wie alte Menschen und Kinder verletzt weggeschleppt werden mussten. Die Staatsmacht zeigt Härte, wird das gern genannt.
Hopfenzitz sagt: "Kriegszustand".
Schlimmeres habe er noch nicht gesehen."
Entnommen aus:
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&dig=2010%2F10%2F04%2Fa0079&cHash=a1a0803764
Bei Grube ist klar, dass er nicht von alleine umfallen will.
Was will der Arme denn dann machen, wenn er dafür geschasst wird ?
Der Bahn-Chef zeigt doch, was ein großes Problem in Deutschland ist. "Einmal getroffene Entscheidungen müssen umgesetzt werden" .Genau, deshalb auch die AKW Laufzeitverlängerung...
Er findet es merkwürdig, dass "2000 Schüler während der Schulzeit einfach streiken". Genau, was sollen wir mit politisch/gesellschaftlich interessierten Schülern, die ihre Meinung kundtun wollen. Die sollen gefälligst lernen, was ihnen Politik und Wirtschaft vorgeben. Die Bahn als Sponsor für Volksverdummung, das würde doch gut passen!
Er ist "ein engagierter Vertreter der repräsentativen Demokratie". Genau, wo kämen wir dahin, wenn jetzt auch noch das Volk seine Meinung sagen kann.
"Lasst uns reden, die Fakten müssen auf den Tisch". Genau, Herr Grube redet, erklärt den anderen, dass eh nichts mehr zu verändern ist und der Bahnhof gebaut wird, und die anderen werden es dann irgendwann schon einsehen und gerne nicken.
"Wenn Stuttgart 21 nicht kommt, wird in Deutschland wahrscheinlich kein Großprojekt mehr möglich sein". Genau, die Leute wollen ja auch nur noch Groß-/Prestigeobjekte in Deutschland.
Wann hört dieser Schwachsinn auf? Die Bürger wollen eine bessere Mobilität mit der Bahn und nicht nur gute ICE Verbindungen. Seit zig Jahren werden Strecken abgebaut, Nebenstrecken verkauft und nur auf den Gewinn geschielt.
Die Bahn muss volks- und nicht betriebswirtschaftlich geführt werden, zum Wohle der Bürger und nicht zum Wohle der Börse.
Oder wollen wir Polizei und Feuerwehr auch noch privatisieren?
Schlimm genug, dass schon die meisten Krankenhäuser nur noch Wirtschaftsunternehmen sind. Es läuft zuviel falsch und Herr Grube will nicht einsehen, dass sich die Zeiten langsam aber sicher ändern und die Leute mit einer neuen "Wir sind das Volk" immer mehr auf die Straße gehen. Genau und recht so!
"Erstaunlich" ist das vorsichtigste Wort, mit dem man die Wochenendausgabe der Süddeutschen und die darin enthaltene Berichterstattung zu Stuttgart 21 beschreiben kann:
Herr Grube "bekommt" eine halbe Seite im Filetstück der Zeitung, um gebetsmühlenartig Argumente wiederzukäuen, die dem interessierten Leser längst bekannt sind.
Im Kommentar wird wieder einmal berichtet, was die Befürworter immer berichten, dass Stuttgart 21 alternativlos ist.
Worauf nicht eingegangen wird, ist das wirklich Neue: Dass erstmalig in Stuttgart hunderte von Demonstranten verletzt wurden, und der Ministerpräsident wie der Innenminister die Schuld bei den Demonstranten sehen, obwohl diese nachweislich von nicht mehr als ihrem Versammlungsrecht gebrauch machten. Dass schlicht erfundene Verleumdungen in die Welt gesetzt werden. Dass die Baumfällungen unnötig und vielleicht sogar illegal waren. Dass der beste Beweis für die Friedfertigkeit des Protestes das Verhalten der "Übermacht" an Demonstranten am Freitag war.
Die bisher einseitigste Ausgabe meiner Lieblingszeitung wirft Fragen auf über den Stil des Journalismus in ihr.
Vielleicht sollte man sich mal eine Motorsäge ausleihen.
Der Schloßgarten war blau,
soviel B.u.l.len waren da
und Mensch Meier mußte heulen,
das kam wohl vom Tränengas.
Und der Einsatzleiter brüllte
"Räumt den Schloßgartenplatz,
damit meine Knüppelgarde
genug Platz zum Knüppeln hat ......
(frei nach Ton, Steine, Scherben)
Ich hoffe, dass Mapus, Grube und ihre Knüppelschergen bald im Mülleimer der Geschichte landen.
Paging