Immer mehr Bundesbürger kehren Deutschland den Rücken. Ihre Zielländer sind meist nicht gerade exotisch.

Immer mehr Deutsche kehren ihrem Heimatland den Rücken. Im vergangenen Jahr wanderten 165.000 Deutsche aus, das waren sechs Prozent mehr als 2006, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden an diesem Montag mitteilte.

Auswanderung, ddp

165.000 Deutsche haben ihr Land im vergangenen Jahr verlassen. (© Foto: ddp)

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Beliebtestes Ziel der Auswanderer blieb die Schweiz. Dorthin zogen im vergangenen Jahr 20.000 Deutsche. 14.000 Bundesbürger wanderten in die USA aus, je etwa 10.000 nach Österreich und nach Polen.

Im gleichen Zeitraum zogen aber auch knapp 572.000 Ausländer nach Deutschland. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Erstmals seit 2001 sei damit die Tendenz einer rückläufigen Zuwanderung von Ausländern unterbrochen, hieß es. Auch 111.000 Deutsche kamen 2007 nach Deutschland - Spätaussiedler etwa oder Rückkehrer aus dem Ausland.

Schon in den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Auswanderer aus Deutschland kontinuierlich an. 2005 waren insgesamt 145.000 Deutsche in die Ferne aufgebrochen, im Folgejahr bereits 155.000. Im Jahr 2002 hatte die Zahl der Auswanderer noch bei 118.000 gelegen.

Ins Ausland machten sich 2007 laut Statistischem Bundesamt vor allem Westdeutsche und Berliner auf. 151.000 Auswanderer kamen dort her. Aus den ostdeutschen Bundesländern waren es nur 14.000.

Nach Westdeutschland aber zog es im vergangenen Jahr insgesamt 138.000 Ostdeutsche, eine Zahl auf dem Niveau des Vorjahres, wie die Statistiker mitteilten. 2006 waren 136.000 Ostdeutsche nach Westdeutschland gezogen. Die umgekehrte Richtung von West nach Ost wählten 2007 rund 83.000 Menschen, 2006 waren es 82.000 gewesen.

Insgesamt zogen im vergangenen Jahr 635.000 Menschen aus Deutschland weg und 683.000 zu, so dass sich ein Überschuss von 48.000 Menschen ergibt, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. Dieser Überschuss habe sich im Vergleich zu 2006 mehr als verdoppelt. Von 2005 auf 2006 war er sogar stark gesunken.

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(AFP/gal)