Der Verteidigungsminister sagt zum Luftschlag bei Kundus aus. Nun soll ein weiterer Ausschuss Klarheit bringen - unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Von Susanne Höll, Peter Blechschmidt und Daniel Brössler
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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf dem Weg in den Auswärtigen Ausschuss. (© Foto: dpa)
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Die Affäre um die Informationspolitik der alten und neuen Bundesregierung über den Nato-Bombenangriff bei Kundus wird im Verteidigungsausschuss des Bundestages durchleuchtet. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) kündigte an, die Koalitionsfraktionen wollten an diesem Mittwoch beantragen, dem Ausschuss diese Untersuchungsaufgabe zu übertragen.
SPD und Grüne, die ebenso wie die Linkspartei ursprünglich ein eigenständiges Untersuchungsgremium favorisierten, wollen dem nun unter bestimmten Voraussetzungen zustimmen. Aus der SPD-Fraktionsführung verlautete, man werde aber verlangen, dass Befragungen, etwa die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), öffentlich stattfinden müssten.
Anders als ein eigenständiger Ausschuss tagt der Verteidigungsausschuss hinter verschlossenen Türen, es sei denn, die Mehrheit der Mitglieder beschließt das Gegenteil. In der Opposition hatte es die Sorge gegeben, im Verteidigungsausschuss könne nur die Informationspolitik der Bundeswehr und des Verteidigungsausschusses, nicht aber das Wissen des Kanzleramts um die Vorgänge in Kundus durchleuchtet werden.
Die Forderung nach einem Untersuchungsausschuss kam ursprünglich aus der Opposition. Die Koalition hätte ihn aber nicht verhindern können und sagt inzwischen, sie selbst wolle volle Klärung. Verteidigungsminister Guttenberg bekundete am Dienstagabend im Auswärtigen Ausschuss seinen Willen zur Aufklärung.
Auf die Frage, ob er den Einsatz nach wie vor für angemessen halte, antwortete er Teilnehmern zufolge ausweichend. Er deutete demnach an, dass bei Einhaltung der Einsatzregeln Opfer hätten vermieden werden können, verwies darüber hinaus aber auf die Untersuchungsaufgabe des Verteidigungsausschusses.
Kanzlerin Merkel bekräftigte am Dienstag, die Regierung wolle die Vorgänge um den Luftschlag lückenlos aufklären. Sie, Guttenberg und Außenminister Westerwelle würden zu einer einvernehmlichen Bewertung kommen, wenn die Regeln der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe nicht eingehalten worden seien, versicherte sie nach einem Treffen mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Yousuf Raza Gilani.
Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung war Merkel jederzeit über den Stand der Untersuchungen zu dem Luftschlag informiert. Im Kanzleramt ist die Gruppe 22 für militärische Angelegenheiten zuständig. Sie beobachtet kontinuierlich relevante Vorgänge und unterrichtet darüber die Leitung des Amtes. Man muss davon ausgehen, dass dies auch im Fall Kundus geschehen ist. Merkel räumte ein, dass es in Kundus "in Folge deutschen Handelns" zivile Opfer gegeben habe. Als sie sich am 8. September im Bundestag dazu geäußert habe, sei dies noch nicht völlig klar gewesen.
Die Nuba: Leni Riefenstahls Bilder machten sie einst bekannt. Heute sucht das Volk aus Sudan Schutz in Höhlen und Felsspalten – vor den Bomben des Regimes in Khartum. Ein Frontbericht. Seite Drei Jetzt lesen ...
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Nun wie man aus gut unterrichteten Kreisen des Bundestages hoert,wollen die Mitglieder des Untersuchungsausschusses, selbst die Befehlsgewalt in Afghanistan uebernehmen und auch die Taliban fuer ihre Schandtaten belangen. Die Staatsanwaltschaft in Potsdamm hat schon ihre Arbeit aufgenommen.
zu adoul: @bull-dozer, das hat aber jetzt einen langen bart, die tatsache.......
Es scheinen aber diese Damen und Herren vergessen zuhaben.
........dass auch Rot/Grün für den Einsatzn gestimmt hat. Richtig, aber darüber wird doch augenblicklich nicht diskutiert, es wird geredet über die Infromationen, anlässlich des Angriffs auf die Tanklastzüge, die von den Talbani gekappt wurden. Haben Sie auch nioch Nachwehen von den Rot-Grünen, tut mit leid für Sie, es wird vorüber gehen. Nur Geduld.
"Sie, Guttenberg und Außenminister Westerwelle würden zu einer einvernehmlichen Bewertung kommen, wenn die Regeln der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe nicht eingehalten worden seien, versicherte sie..."
Das ist ja schön, dass man vorher schon weiß, wer wie was bewertet.
Heißt im Klartext, dass Guttenberg in seiner unnachahmlichen Art ein Statement drechseln wird, bei dem alle gut aussehen, außer den Herren Schneiderhahn und Wichert.
Ich finde es rücksichtsvoll von der Regierung, das wir hier draußen im Lande gar nicht die schmutzigen Details erfahren müssen. Anstatt Frau Merkel aber auf den Knien zu danken, hauen jetzt alle auf ihr rum. Undankbares Volks.
Paging