Guido Westerwelle ist von seinem neuen Amt tief beeindruckt - als Außenminister will er alles richtig machen. Nur ist es so, dass Richtigmachen auch übertrieben werden kann.
Es ist schon dunkel. Draußen warten nur der Botschafter, ein paar Mitarbeiter und die Limousinen. Die Landung eines europäischen Außenministers, auch eines neuen, ist Routine in Washington. Kein roter Teppich, kein Tamtam.
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Staatsmännisch: Außenminister Westerwelle vor seinem Abflug nach Washington (© Foto:)
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Eine stille Ankunft. So nennen das die Diplomaten, und genauso war es auch geplant. Und doch wirkt die Stille fast unheimlich nach Tagen, wie sie Guido Westerwelle hinter sich hat. In Brüssel, wo die Kanzlerin ihn ins Scheinwerferlicht schob. In Warschau, wo ihn der polnische Präsident in seinem Palast herumführte. In Paris, wo ihm Nicolas Sarkozy vor laufenden Kameras auf die Schulter klopfte. Wen also hätte es gewundert, hätte Hillary Clinton nebst Gatte Bill persönlich am Flughafen vorbeigeschaut, um den Kollegen in Empfang zu nehmen? Westerwelle wahrscheinlich nicht.
Seit einer Woche ist er nun im Amt; einem Amt, in dem Westerwelle eine neue Welt entdeckt. Und eine Woche, in der zumindest Deutschland sich fragt, ob es einen neuen Westerwelle gibt.
"Zu seiner Ernennung fielen nicht gerade freundliche Worte. Da hieß es, die internationalen Profis würden nun einem Laien-Diplomaten begegnen, der kaum über Auslandserfahrung verfüge und nicht einmal passabel Englisch spreche." Das stand am 26. Mai 1974 in der Welt am Sonntag - und galt Hans-Dietrich Genscher, der nach fünf Jahren als Innenminister ins Auswärtige Amt gewechselt war. Er war damals 47 Jahre alt, so wie sein politischer Ziehsohn heute.
Im Video: Beim Antrittsbesuch des Außenminister bei seiner US-Amtskollegin Clinton standen die Themen Afghanistan und Iran im Mittelpunkt.
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Westerwelle ist zehnter Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und teilt das Schicksal vieler Vorgänger, erst einmal belächelt zu werden. Meist legt sich das schnell. Nach den ersten Auftritten, den ersten Reisen. Eigentlich gibt es keinen Grund, warum das bei Westerwelle anders laufen sollte, warum er es schwerer haben sollte. Er macht ja alles richtig, eigentlich. Hält sich erst einmal zurück, hört mehr zu, als er redet. Setzt mit Besuchen in kleinen Ländern wie Luxemburg ein sympathisches Zeichen.
Fragen des Respekts
Nur ist es so, dass Richtigmachen auch übertrieben werden kann. Der Antrittsbesuch bei Clinton ist von "zeitlich sehr ehrgeiziger" Art, wie es Westerwelle formuliert. Unbedingt muss er jetzt stattfinden, damit der Höflichkeit Genüge getan ist, noch bevor die Außenministerin anlässlich der 20-Jahr-Feier des Mauerfalls Berlin beehrt.
"Das ist eine Frage des Respekts", sagt er. Korrektheit und gutes Benehmen sollen ein Markenzeichen seiner Amtsführung sein. Hillary Clinton hätte dem Deutschen ein bisschen weniger Korrektheit vermutlich durchgehen lassen. Sie ist gerade von einer anstrengenden Nahost-Reise zurückgekehrt, und der Zeitplan ist eng.
Man ahnt, dass nach einer Phase erster Zurückhaltung der korrekte Deutsche die Nerven internationaler Kollegen auf die Probe stellen wird. Beim Eintreffen in Washington sind Westerwelles Augen gerötet. Er hat Tage und Nächte mit sehr wenig Schlaf hinter sich. Wenn keine Gespräche zu absolvieren waren, kämpfte sich der Minister durch Aktenberge. Bisher war er durchschnittlich außenpolitisch informiert. Er wird vermutlich nicht eher ruhen, bis der Missstand behoben ist. Westerwelles Strebsamkeit hat ihn immer weitergebracht.
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Das war doch nur als Beispiel gedacht :-))
Genausogut kann es jemand anders sein, aber Michel Friedmann eignet sich da besonders gut, weil er sich immer als "Saubermann" aufführt...
Erst sich bei Marcello über Türken Hass beschweren , aber dann über Michel Friedmann herziehen, tzz tzz tzz! das sind keine gute Manieren, ich nenne das Doppelzüngigkeit
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Danke für Ihre Antwort.
Sie haben aber zum Schluß einen kleinen Fehler begangen, es heißt nicht
comprendes für Verstehen Sie, sonder Comprende usted?.
Allerdings würde das auch Marcello Mastroianni dieses nicht sagen, denn der war ja, wie Sie wissen sollten, Italiener.
Paging