Wo die 43-jährige ihre Tochter treffen will, ist weiter unbekannt. Klar ist nur: nicht in Deutschland. Zu ihrer Familie hat Osthoff offenbar noch immer keinen Kontakt aufgenommen. Ihre Schwester Anja hat dafür aber Verständnis.
Nach ihrer Freilassung im Irak hat die deutsche Archäologin Susanne Osthoff noch keinen Kontakt zu ihrer ihrer Mutter und ihren Geschwistern aufgenommen. Das sagte Anja Osthoff am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk. "Toll wäre natürlich, wenn wir sie sehen könnten. Dann könnten wir das auch alle besser verarbeiten", sagte die Schwester. "Ich würde sie schon gerne sehen oder hören. Aber man muss ihr das natürlich lassen, wie sie das will. Ich denke, man muss ihr schon viel Zeit geben."
Anja Osthoff möchte ihre Schwester bald wiedersehen (© Foto: dpa)
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Anja Osthoff zeigte aber auch Verständnis für ihre Schwester, weil diese wohl auch das Wohl ihrer Tochter im Blick habe: "Wenn sie jetzt beide zurückkommen, wird die Presse über sie herfallen, und das ist für so ein Kind schon sehr schwierig." Anja Osthoff vermutet, dass ihre Schwester nur Tochter Tarfa treffen wolle und das vermutlich in einem friedlichen arabischen Land.
Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte, verließ die 43-jährige Archäologin das Land, um einige Tage fernab der Öffentlichkeit mit ihrer Tochter zu verbringen. Über Osthoffs Ziel machte das Ministerium keine Angaben. Die Sprecherin verwies allerdings darauf, dass Osthoff zuvor eine Rückreise nach Deutschland abgelehnt habe.
Unterdessen gibt es neue Vermutungen über die Entführer von Susanne Osthoff. Die am Sonntag nach 23 Tagen Geiselhaft freigelassene Archäologin wurde nach Informationen des Magazins Stern von Männern aus dem Duleimi-Stamm entführt, dessen Angehörige vor allem im Westirak leben.
Wie das Blatt berichtete, hatten die deutschen Unterhändler über Vermittler aus dem Stamm der Duleimi offenbar bereits seit zwei Wochen Kontakt zu den Entführern.
Sie hätten zwar offiziell politische Forderungen erhoben, letztlich sei es ihnen aber nur um Lösegeld gegangen.
Schäuble war offenbar eingeweiht
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der am 11. Dezember in der ARD sagte, es sei "im Interesse der Geisel, den Mund zu halten", hatte laut Stern damals bereits Kenntnis davon, dass Osthoff am Leben war und bald freikommen würde.
Dass es dann bis zum 18. Dezember dauerte, habe vermutlich daran gelegen, dass wegen der irakischen Parlamentswahl die Überlandstraßen zwischen den Provinzen tagelang gesperrt gewesen seien.
Die Geisel habe deshalb nicht aus ihrem Versteck nach Bagdad gebracht werden können. Osthoff ist nach dem Bericht des Magazins extrem erschöpft. Es graue ihr vor dem Medienrummel in Deutschland.
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(dpa/AP)
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