Auslandseinsatz Bundeswehrsoldaten bei Hubschrauberabsturz in Mali ums Leben gekommen

  • Über dem westafrikanischen Mali ist ein Bundeswehr-Kampfhubschrauber abgestürzt.
  • An Bord waren zwei Piloten, deren Tod laut Verteidigungsministerium "traurige Gewissheit" ist.
  • Die Bundeswehr ist in Mali im Rahmen einer UN-Mission im Einsatz.

Über dem Norden von Mali ist ein Kampfhubschrauber der Bundeswehr 70 Kilometer nördlich von Gao abgestürzt. An Bord der Maschine waren zwei Piloten, deren Tod das Verteidigungsministerium am Mittwochabend als "traurige Gewissheit" bekanntgab.

Die Absturzursache war zunächst unklar. Ein Sprecher des UN-Generalsekretärs in New York sagte, der Hubschrauber vom Typ Tiger sei bei der Beobachtung von Kampfhandlungen am Boden abgestürzt. Es gebe aber keinen Hinweis, dass er beschossen worden sei. Am Abend bekräftigte der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Vizeadmiral Joachim Rühle, Hinweise auf eine Fremdeinwirkung lägen bisher nicht vor.

"Der abgestürzte Hubschrauber ist ausgebrannt, es gab keine Überlebenden", sagte Rühle. Einen Notruf aus der Maschine habe es nicht gegeben. Ein Expertenteam der Bundeswehr sei für die Ursachenforschung am Donnerstag in Gao, dabei gehe es unter anderem um die Auswertung des Flugunfallschreibers. Der Routine-Flugbetrieb der Tiger werde bis auf Weiteres ausgesetzt.

Kanzlerin Merkel übermittelt ihr Mitgefühl

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte wegen des Vorfalls einen Termin im bayerischen Pöcking abgebrochen. "Der Tod dieser Männer im Dienste unseres Landes trifft uns alle tief und er macht uns unendlich traurig", sagte sie auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Berlin. Sie verneige sich vor den Leistungen und dem Opfer der Soldaten. Ihr tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen. Der Vorfall zeige ein weiteres Mal, wie viel die Soldaten zu geben bereit seien.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sie bei einem Telefonat angewiesen, ihr tief empfundenes Mitgefühl zu übermitteln, erklärte von der Leyen. Fragen der anwesenden Journalisten wollte sie nicht beantworten - die Untersuchungen hätten gerade erst begonnen.

Hintergrund: Bundeswehr-Einsatz in Mali

Seit zwei Jahren hatte es bei einem Auslandseinsatz der Bundeswehr keinen Todesfall mehr gegeben. Die UN-Mission Minusma in Mali gilt seit Längerem als der derzeit gefährlichste Einsatz der Truppe. Insgesamt 875 Soldatinnen und Soldaten sind im Einsatz, um dort das Friedensabkommen zwischen der Regierung und den Rebellen zu überwachen. Vor vier Jahren hatten islamistische Kämpfer den Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht und dort marodiert sowie historische Stätten geplündert und zerstört. Immer wieder greifen sie seitdem UN-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an, es kommt zu Anschlägen im Zentrum und im Süden.

Sollte sich technisches Versagen als die Unfallursache des Helikopters herausstellen, stünde die Verteidigungsministerin dadurch unter Druck. Sie hatte in ihrer Amtszeit immer wieder die Bedeutung guter Ausrüstung der Soldaten im Einsatz betont - mit dem Kampfhubschrauber vom Typ Tiger steht die Bundeswehr jedoch vor erheblichen Engpässen: Zuletzt fehlten Piloten, um das Gerät zu fliegen. In Medienberichten war in diesem Zusammenhang von einem "Expertiseverlust" die Rede, der die Flugsicherheit beeinflusse: Eine Handvoll Piloten werde für alle Übungs- und Schießvorhaben sowie Einsätze und einsatzgleiche Verpflichtungen herangezogen, die der hohen Arbeitsbelastung kaum mehr standhielten.

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