Mit dem Transrapid wird ein Großprojekt zu Grabe getragen, und alle Beteiligten versuchen, sich von der Verantwortung freizusprechen. Deutlicher werden die Aussagen, wenn es um die Verwendung des freiwerdenden Geldes geht.
Bis zuletzt hat Günther Beckstein an eine Art Zauberformel geglaubt. Sie heißt "Design to cost". Peter Löscher, der Siemens-Chef, habe ihm das mal so erklärt, berichtet der bayerische Ministerpräsident: Wenn bei einem Projekt wie dem Transrapid an einer Stelle der Preis zu hoch wird, dann kann man ihn an anderer Stelle etwas billiger machen, sprich: das Design wieder den vorgesehenen Kosten anpassen. Zum Beispiel, indem man die Haltbarkeit der Führungsschienen, in denen sich eine Zugtür öffnet und schließt, nicht auf 80 Jahre anlegt, sondern nur auf 15.
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Das klingt einleuchtend, aber beim Projekt des Transrapid in München ist das Prinzip an seine Grenzen geraten. Um die gestiegenen Kosten beim Bau der Strecke auszugleichen, hätte die Magnetschwebebahn sogar ganz ohne Türen fahren können, vielleicht auch noch ohne Fenster und Sitzplätze - und dennoch hätte man nicht genug eingespart, um die Kosten an anderer Stelle wieder ins Lot zu bringen. Deshalb haben Beckstein, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sowie Löscher und die übrigen Industriebosse am Donnerstag beschlossen, dass man es lieber ganz bleiben lässt.
Es ist irgendwie eine lustige Pressekonferenz, die da im Berliner Verkehrsministerium zu verfolgen ist. Ein Großprojekt wird zu Grabe getragen, und alle Beteiligten - der Bund, Bayern und die Industrie- versuchen, sich selbst von jeglicher Verantwortung freizusprechen. Beckstein zum Beispiel sagt, dies sei ein schwarzer Tag für den Technologie-Standort Deutschland. Der Transrapid sei ja ein Erbstück der rot-grünen Regierung, das die große Koalition habe umsetzen wollen. Dass es sich vor allem auch um ein Prestigeprojekt der bayerischen CSU-Regierung gehandelt hat, erwähnt Beckstein mit keinem Wort.
Vor ziemlich genau sechs Monaten hatte sich Becksteins Vorgänger Edmund Stoiber mit dem Konsortium zum Bau des Transrapid auf eine Vereinbarung geeinigt, wonach die Flughafenstrecke gebaut werden und nicht mehr als 1,85 Milliarden Euro kosten solle. 490 Millionen Euro sollte Bayern tragen. Der Bund hatte sich bereiterklärt, bis zu 925 Millionen Euro, also die Hälfte, zu übernehmen. Der Rest sollte von der Industrie selbst sowie häppchenweise aus diversen anderen Töpfen kommen.
Am vergangenen Dienstag meldete sich dann nach Löschers Darstellung Hartmut Mehdorn, Chef der Deutschen Bahn, die den Transrapid betreiben wollte, beim Siemens-Chef und teilte ihm mit, dass dieser Kostenplan nicht zu halten sei. Einen Tag später wurden Beckstein und Tiefensee informiert. Der Ministerpräsident telefonierte mit Mehdorn, mit Tiefensee und Kanzleramtsminister Thomas de Maizière. Schließlich schreckte er sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel im Urlaub auf.
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zu welchem Preis sie uns die Transrapidstrecke hier erstellen können, ich denke, das wird sicher noch unter der Erstschätzung der Industrie liegen.
Übrigens eine Europaweite Ausschreibung ist doch heute schon Vorschrift bei größeren Objekten, warum tut man das nicht.
Wir sind am Absteigen, deutlicher kann man es nicht mehr darstellen als mit dem Transrapiddebakel. Deutschland wach auf ! Wir haben unseren Bonus aus der Vergangenheit längst verbraucht.
Der Transrapid ist einfach unsinnig in einem kleinen Land wie Deutschland mit einem voll entwickelten Bahnnetz. Die ideale Strecke wäre Los Angeles- Las Vegas: Keine Stops, kein Schnee, solides Fahrgastaufkommen, Kunden, die sowieso auf "Thrill" aus sind.
Im übrigen produziert Deutschland viele Dinge, die im eigenen Land nutzlos sind, z.B. Meerwasser-Entsalzungsanlagen. Hochtechnologie - ja, Steuer-Milliarden für das Amüsement einiger Bahnfreaks - nein.
Deutschland kann beinahe 10 Mrd. Euro in ein durch eigene Schuld ins schlingern geratene Bank investieren, um das Vertrauen in den Finanzstandort Deutschland aufrecht zu erhalten.
Gleichzeitig kann deutschland keine zusätzlichen 1,2 Mrd investieren um den Technologiestandort Deutschland zu stärken.
Was ist nur aus den Technikverliebten deutschen geworden. Bald werden wir innovationen in China einkaufen.
...die Transrapid-Technik ist fast 40 Jahre alt und wir nutzen sie nicht...
...seit 40 Jahren konnten wir nichts besseres als diese Technik entwickeln...
...und jetzt glauben wir auch noch, diese alte Technik verkaufen zu können...
Ohje, wo sind Dynamik, Entschlussfreudigkeit und Erfindergeist geblieben, die dieses Land einstmals vorangebracht haben?
Heutzutage brauchen die Baubehörden in München zehn (10!) Jahre um einen Strassentunnel zu bauen. Herr Huber spricht von einer zweiten S-Bahn-Strecke in München im Jahr 2028 (ja, in 20 Jahren!!) ...
Daraus erkennt man, dass unsere geistigen politischen Führer ihre Hoffnungen schon auf die nächsten Generationen verlagert haben, nur um sich selbst nichts mehr abverlangen zu müssen.
Traurig, traurig...
@seppalino
".. kommen wir zum Ergebnis: wenn dann haette man den Transrapid (falls nur eine reine deutsche Strecke..) ueber die Strecke Hamburg- Berlin laufen lassen muessen...
Das wäre die optimale Strecke gewesen, ja.
"Muenchen war definitiv nicht richtig, und die Westtrasse schon zweimal nicht.
Lieber ein Trasse als gar keine. Jetzt ist der TR tatsächlich zu einem Totalschaden geworden. Mit einer Trasse hätte man noch etwas retten können.
"Aussderdem ist m.E. die Strecke Berlin-Hamburg von der Bahn gekillt worden, aus rentabilitaetsgruenden und nicht von der Politik,"
Die Beurteilung über die Rentabilität ist durchweg falsch. Natürlich hat sich niemand ohne Vorarbeit hingestellt und gesagt: "Das wird zu teuer". Man hat zuerst hohe bau- und umwelttechnische Auflagen gemacht und einen lokalen Widerstand finanziert/organisiert, der das Projekt mit Verfahrensfragen blockiert hat. Dadurch wurde der Preis höher. Dieser Verteuerungen wurden dann in einem zweiten Schritt durch ein gekauftes Gutachten dramatisiert. Die klassische Methode eben.
"obwohl ich zugeben muss, wie sich Berlin, mit deren Haushalt einen Transrapid finazieren soll, waere mir ein Raetsel, und wohl wirklich sozial nicht zu verantworten."
Das wäre auf lange Frist nicht notwendig geworden.
"Kindergartenplaetze steichen in Berlin aber Transrapid bauen, und da mit einer doppelt roten Regierung.. Da haette man den Transrapid voellig ohne Berliner Geld finanzierne muessen... ...haette ...wenn.."
Wenn es gewollt ist finanziert und streicht man ganz andere Dinge. Die SachsenLB finanziert gerade die amerikanische Börse und man hört nicht halb soviel Lärm wie beim TR. Gemessen daran passt der TR in den hohlen Zahn.
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