Auftritt in Berlin Guardiola wirbt für unabhängiges Katalonien

Menschentürme für die Demokratie: Bayern-Trainer Pep Guardiola in Berlin.

(Foto: REUTERS)

"Menschentürme für die Demokratie": Bei einer Demonstration von Katalanen in Berlin tritt überraschend auch Bayern-Trainer Pep Guardiola auf. Seine Sache ist die der Protestierenden - er wirbt für ein Unabhängigkeitsreferendum.

Mit sogenannten Menschentürmen haben Katalanen auf dem Berliner Alexanderplatz für die Unabhängigkeit ihrer Heimatregion demonstriert. Mehr als 150 Menschen bauten sich am Sonntag zu einem etwa 20 Meter und zwei rund 12 Meter hohen Türmen auf. Besondere Aufmerksamkeit erregte allerdings der Trainer des Fußball-Bundesligisten FC Bayern, Pep Guardiola, der eine Erklärung des Veranstalters verlas.

Der 43-Jährige forderte gemeinsam mit anderen katalanischen Prominenten "das Recht auf Unabhängigkeit und Selbstbestimmung" ein. Bereits in seiner Zeit als Spieler und Trainer des FC Barcelona hatte Guardiola, der in der Kleinstadt Santpedor geboren wurde, die katalanische Unabhängigkeitsbewegung unterstützt.

Organisiert hatte die europaweite Aktion der katalanische Kulturverein Òmnium Cultural, um für ein Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens zu werben, das die spanische Zentralregierung ablehnt.

Trainer traut sich

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Hunderte Schaulustige verfolgten den Auftritt des Bayern-Trainers. Er las eine Erklärung des Veranstalters vor und ist auf Bildern mit einem T-Shirt zu sehen, das die Aufschrift "Katalanen wollen wählen - Menschentürme für die Demokratie" trägt.

Zeitgleich bauten Katalanen unter anderem in Rom, Genf und Brüssel Menschentürme. Dabei handelt es sich um eine katalanische Tradition, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Die Teilnehmer stellen sich in einem Kreis auf und nehmen weitere Menschen auf ihre Schultern, sodass ein mehrstöckiger Turm entsteht.

Finanziert wurde die Aktion laut Veranstalter durch Spenden.