Auftakt des Parteitags China verschärft Überwachung Tibets

Zum Auftakt des Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas haben die Behörden nach Angaben von Aktivisten die Überwachung in der umstrittenen Region Tibet verschärft.

Zum Auftakt des Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas haben die Behörden nach Angaben von Aktivisten die Überwachung in der umstrittenen Region Tibet verschärft.

Nachdem sich am Donnerstag tausende Menschen zu Demonstrationen versammelt hätten, würden nun Polizisten mit gesicherten Fahrzeugen Patrouillen in der Stadt Tongren in der nordwestlichen Provinz Qinghai fahren, teilte die Organisation Free Tibet am Freitag mit. Die Patrouillen seien derzeit 24 Stunden täglich unterwegs, sagte eine Augenzeugin der Nachrichtenagentur AFP. Ein anderer Einwohner sagte, es seien nur wenige Menschen auf der Straße zu sehen. Die Polizei von Tongren äußerte sich auf Anfrage nicht zu den Kontrollen.

Bei den jüngsten Protesten in Tibet, während derer sich unter anderem eine junge Mutter selbst anzündete, handelt es sich um die schwersten seit den Anti-China-Demonstrationen im Jahr 2008. Damals kamen nach Angaben der chinesischen Regierung 20 Menschen ums Leben, während es nach Aussagen von Exiltibetern mehr als 200 waren.

Nach Angaben der tibetischen Exilregierung im indischen Dharamsala zündeten sich zuletzt binnen zweier Tage sechs Tibeter selbst an oder versuchten, die zu tun. Seit Februar 2009 setzten sich mehr als 60 Tibeter aus Protest selbst in Brand, die meisten davon Mönche und Nonnen.

Die Tibeter werfen der Führung in Peking vor, sie sozial und wirtschaftlich zu benachteiligen sowie die Kultur und die Traditionen in ihrer Heimat zu zerstören. China hält Tibet seit dem Jahr 1951 besetzt. Die Kommunistische Partei Chinas hatte am Donnerstag ihren 18. Parteitag eröffnet, bei dem ein Führungswechsel eingeleitet werden soll. Der bisherige Vizepräsident Xi Jinping soll die Nachfolge von Staatschef Hu Jintao an der Parteispitze übernehmen und ihm im März auch als Präsident nachfolgen.