Aufstand in Syrien Assad will 2014 wiedergewählt werden

Assad will sich 2014 wieder zur Wahl stellen: Syrer lesen in Aleppo eine Zeitung der Freien Syrischen Armee.

(Foto: REUTERS)

Im Norden des Landes sterben bei schweren Gefechten Dutzende Menschen, auf den Golan-Höhen explodieren syrische Granaten. Ein iranischer Minister kündigt an, dass Syriens Präsident Assad sich 2014 erneut um das Präsidentenamt bewerben will.

Der syrische Präsident will sich 2014 erneut zum Präsidenten wählen lassen. Das teilte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi mit. "Präsident Assad und andere Kandidaten werden an der nächsten Wahl teilnehmen, und das syrische Volk kann wählen, wen es will", sagte Salehi nach einem Treffen mit seinem syrischen Kollegen Walid al-Muallim in Teheran. Bis zu der Wahl im Jahr 2014 sei Assad "rechtmäßiger Präsident" Syriens, unterstrich Salehi, dessen Land der letzte enge Verbündete in der Region ist. Al-Muallim verurteilte seinerseits die Ankündigung der USA vom Donnerstag, die Opposition mit "nicht tödlicher" Ausrüstung zu unterstützen.

Bei schweren Kämpfen zwischen Soldaten und Rebellen kamen im Norden Syriens am Samstag nach Angaben von Aktivisten Dutzende Menschen ums Leben. Mehrere "Bataillone" von Rebellen hätten sich in Raka nahe der Grenze zur Türkei Gefechte mit der Armee geliefert, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

In Raka, das etwa 550 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Damaskus liegt, seien Explosionen zu hören gewesen, mehrere Rauchsäulen hätten über der Stadt gestanden, teilte die Beobachtungsstelle mit. Die Armee habe mehrere Stadtviertel sowie Vororte unter Beschuss genommen, erklärten die Aktivisten weiter. Laut Beobachtungsstelle und Rebellen vor Ort setzte die syrische Luftwaffe Kampfhubschrauber ein. Ein vor allem von Bürgerkriegsflüchtlingen bewohntes Viertel im Norden Rakas sei zudem Ziel von Mörserbeschuss geworden, woraufhin viele Menschen von dort geflohen seien. Die Angaben waren zunächst nicht von unabhängiger Seite überprüfbar.

Granateinschläge in den Golan-Höhen

Auch im Süden Syriens kam es zu Gefechten. Im südlichen Teil der von Israel besetzten Golan-Höhen schlugen mehrere Geschosse ein, die vermutlich aus Syrien abgefeuert wurden. Das teilte die israelische Armee mit. Sie hätten aber keinen Schaden angerichtet.

Am Samstag teilte die syrische Armee mit, sie habe eine Straße von der nördlichen Provinz Hama zum internationalen Flughafen der Rebellenhochburg Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei habe es eine "Zusammenarbeit mit den Einwohnern" gegeben. Ein Zugang zum Flughafen könnte der Armee Nachschub in die umkämpfte Region sichern.

Die Proteste gegen Assad hatten vor knapp zwei Jahren begonnen und sich zu einem blutigen Bürgerkrieg ausgeweitet. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bislang rund 70.000 Menschen getötet.