Dank alliierter Deckung aus der Luft können die Gaddafi-Gegner die Städte Adschdabija, Brega und Ras Lanuf erobern - die Zuversicht der Aufständischen wächst.
Attia Musa Mabruk ist erschöpft. Er sitzt auf einer Munitionskiste, balanciert eine Zigarette im Mundwinkel, wiegt sein Maschinengewehr in den tätowierten Armen. An der Straße vor ihm liegen die Wracks von drei ausgebrannten Panzern: Die Ketten sind gerissen, die Geschütztürme abgesprengt und meterweit durch die Luft geflogen. Der mehrere Zentimeter dicke Stahl der Kampffahrzeuge ist am Rumpf aufgerissen, der Innenraum verkohlt, davor liegen verstreut Uniformteile. "Nachdem die Flugzeuge die Gaddafi-Panzer bombardiert hatten, konnten wir Adschdabija einnehmen", sagt der libysche Rebellenkämpfer. Ein schlichter Satz, der einiges sagt: Dank der westlichen Luftunterstützung sind die libyschen Aufständischen wieder auf dem Vormarsch gegen die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi.
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Von Kampfflugzeugen der Koalition zerstört: Zahlreiche Panzer der Gaddafi-Truppen blieben beim Angriff vor der libyschen Küstenstadt Adschdabija auf der Strecke. Es war der erste große Sieg der Rebellen seit Beginn der internationalen Luftschläge. Und sie scheinen zu wissen, wem sie das zu verdanken haben: Rebellen mit der französischen Tricolore auf einem zerstörten Panzer. (© REUTERS)
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Das Blatt hat sich gewendet im libyschen Aufstand: Vor zehn Tagen beschossen die Truppen des Diktators die Rebellenhochburg Bengasi noch mit Artillerie und Raketen, Panzer regierungstreuer Truppen standen in den Außenbezirken der Stadt. Nur der Beschuss durch westliche Flugzeuge und Schiffe hat die vorrückenden Gegner aufgehalten; der Luftangriff französischer Jets auf Gaddafis Vorhut am Samstag vor einer Woche kam buchstäblich in letzter Minute.
Plötzlich weht in der Wüste der Wind des Wechsels
Die Felder mit den von den Franzosen zerstörten Feldhaubitzen und Grad-Raketenwerfern 15 Kilometer vor Bengasi sind inzwischen Ausflugsort für Familien. Dazwischen suchen Schrotthändler in den Wracks nach Verwertbarem, bauen angekokelte Lkw-Motoren aus. Die Front selbst verläuft längst viel weiter westlich. Die Rückeroberung der strategisch wichtigen Stadt Adschdabija war der erste militärische Erfolg der Regimegegner, seit die westlich-arabische Koalition in den Libyen-Krieg eingegriffen hat. Die Wüstenstadt kontrolliert den Zugang nach Bengasi und zum gesamten Osten des Landes. Adschdabija ist eine der Schlüsselstädte in dem Krieg zwischen den militärisch schlecht organisierten Rebellen im Osten Libyens und den Streitkräften des Machthabers. Diese sind gut bewaffnet und drohten, die Rebellen nach deren Anfangserfolgen zu überrollen.
Nach dem Fall von Adschdabija schöpften die Rebellen wieder Mut und eroberten mit alliierter Luftunterstützung am Wochenende auch die Ölstadt Brega. Kurz darauf marschierten sie weiter nach Westen und nahmen auch noch die Stadt Ras Lanuf mit ihren wichtigen Raffinerien ein. Nun wollen die Rebellen auf Gaddafis Heimatort Sirte marschieren - ein Sieg dort wäre von hoher symbolischer Bedeutung. Die "Truppen des 17. Februars" seien auf ihrem Weg in die Hauptstadt Tripolis nicht mehr aufzuhalten, sagte ein euphorischer Militärsprecher vor Journalisten in Bengasi. Militärisch herrsche in Libyen ein "Wind of change". "Sehr bald werden wir eine ähnliche Pressekonferenz in Tripolis abhalten, der befreiten Hauptstadt des freien Libyens", so der Sprecher.
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Stockender Kita-Ausbau
"Variante 2: Die Gaddafi-Truppen verschanzen sich in der Stadt, nehmen Zivilisten als Schutzschilde und betreiben Häuserkampf: Tote Zivilisten: Raten Sie mal. "
Ich rate mal: KEINE - zumindest solange die Rebellen nicht versuchen, die Stadt einzunehmen und solange die Koalitionstruppen auch nicht angreifen (bombadieren etc.), denn so lange gibt es auch nicht den von Ihnen angeführten "Häuserkampf".
Es gibt also so lange keine toten Zivilisten, solange die Rebellen und Koalitionstruppen nicht ihrerseits aktive Kampfhandlungen durchführen.
Insofern sind die Maßnahmen zum "Schutz der Zivilisten" mehr als fragwürdig.
Ja, dass zeigt genau was die alte, fette und Oel-suechtige Europa sehen wollte: dass die Rebelen eine Europa (und USA) freundliche Regierung bilden. Eine Regierung, wo die Europaeische Maechte das Sagen haben. Eine Regierung, die eine Fantoche der Europaer ist.
Die wird bestimmt genau so blutig sein wie Gaddafi. Denn wer durch Blut und Gewalt and die Macht kommt, kann es nicht anders. Das hat die Geschichte uns immer gelehrt.
Wie schon immer, seit mehrere Jahrhunderte: Europa will nichts anders als den Rest der Welt auspluendern.
Und die Sueddeutsche Zeitung unterstuetz es.
Variante 1: Die Aufständischen nehmen ohne Kampfhandlungen Sirte ein, weil die Gaddafi-Truppen abgerückt sind. Tote Zivilisten: gegen Null.
Variante 2: Die Gaddafi-Truppen verschanzen sich in der Stadt, nehmen Zivilisten als Schutzschilde und betreiben Häuserkampf: Tote Zivilisten: Raten Sie mal.
Ergo ist die Durchsetzung der UN-Resolution gemessen am vorgegebenen Ziel offensichtlich ein voller Erfolg.
kaum noch "einzig" zum "Schutz der Zivilbevölkerung".
Sie intervenieren eindeutig, bewusst und offen zu Gunsten der "Aufständischen" als deren Waffenbrüder. Mit dem Mandat der UNO; folglich führt die UNO gegen eines ihrer Mitglieder offene Kriegshandlungen aus zum Vorteil von "Rebellen". Eigentlich ein unmögliches Verhalten der Welt-Organisation.