Aufruhr um "Die Unschuld der Muslime" Klage von Schauspielerin aus Mohammed-Video abgewiesen

Von "Abenteuern im alten Ägypten" sollte der islamfeindliche Mohammed-Film angeblich handeln. Weil sich eine Schauspielerin über den wahren Inhalt getäuscht sieht, verklagte sie den Produzenten von "Die Unschuld der Muslime". Ohne Erfolg.

Ein Richter in Los Angeles hat die Klage einer Schauspielerin aus dem Mohammed-Film abgelehnt, mit der sie Löschung des Schmähvideos von der Videoplattform YouTube erwirken wollte. Der Richter begründete die Abweisung am Donnerstag damit, dass es nicht möglich gewesen sei, dem Filmemacher eine Kopie der Klageschrift zukommen zu lassen.

Die Schauspielerin Cindy Lee Garcia hatte erklärt, sie erhalte Todesdrohungen, seit der 14-minütige Trailer des Schmähfilms im Internet Aufsehen erregte. Daher traue sie sich nicht mehr, ihre Enkelkinder zu besuchen. Überdies habe der Film "Gefühle der Scham, Demütigung und des Schmerzes" bei ihr ausgelöst.

Nach eigenen Angaben wusste sie nichts vom anti-islamischen Inhalt des Films. In den Seiten des Drehbuchs, die sie erhalten habe, sei der Prophet Mohammed nicht erwähnt worden, sagte sie. In der Klageschrift gab sie zudem an, der Film habe laut Ankündigung "von Abenteuern im alten Ägypten" handeln sollen. Die Darstellerin hatte sich offenbar aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung für eine Rolle in dem Film beworben.

Bis dato hat Youtube das Video in Libyen, Ägypten und Saudi-Arabien gesperrt. Der Anwalt des Filmemachers Nakoula Basseley Nakoula, einem 55 Jahre alten koptischen Christen, wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

USA fürchten Aufruhr nach Mohammed-Karikaturen

Die USA befürchten Proteste als Vergeltung für die in einem französischen Satiremagazin veröffentlichten Mohammed-Karikaturen. Die Zeichnungen seien "zutiefst beleidigend" für manche Gläubige und hätten das Potenzial, einen Aufruhr zu entzünden, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, am Mittwochabend in Washington.

Unterdessen haben Obama und der afghanische Präsident Hamid Karsai angesichts der Proteste wegen des Mohammed-Schmähfilms zu besonnenen Reaktionen aufgerufen. Das US-Präsidialamt teilte nach einer Videokonferenz der beiden Politiker mit, es sei in der gegenwärtigen Situation notwendig, "Zurückhaltung und Gewaltlosigkeit" zu ermutigen. Obama und Karsai berieten demzufolge auch über Möglichkeiten, Angriffe auf Soldaten der internationalen Truppen in Afghanistan zu verhindern.

Klage gegen "Charlie Hebdo"

Gegen das Magazin Charlie Hebdo wurde derweil eine Klage eingereicht. Charlie Hebdo hatte am Mittwoch eine Reihe von Zeichnungen gedruckt, die sich auf "The Innocence of Muslims" beziehen. Die französische Staatsanwaltschaft teilte mit, wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Karikaturen sei eine Klage eingereicht worden, machte aber keine Angaben zum Kläger. Überdies leitete sie Ermittlungen ein, weil die Internetseite des Magazins offenbar gehackt worden war. Auch das deutsche Magazin Titanic will trotz der anhaltenden Protestwelle in der muslimischen Welt Ende September ebenfalls eine Islam-Ausgabe herausbringen.

Aus Angst vor Vergeltung für die Veröffentlichung der Karikaturen kündigte die Regierung in Paris an, weltweit rund 20 Botschaften, Konsulate und Schulen zu schließen. Auch Deutschland will die Sicherheitsvorkehrungen angesichts der Proteste verstärken.

In zahlreichen muslimisch geprägten Ländern in Afrika und Asien gab es am Mittwoch erneut massive Proteste. Wegen des Videos, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, gibt es in der muslimischen Welt seit mehr als einer Woche heftige Proteste. Mehr als 30 Menschen wurden seither getötet, darunter der US-Botschafter in Libyen. Im Sudan wurde auch an der deutschen Botschaft Feuer gelegt.