Die Überprüfung der Wahlergebnisse war juristisches Schattenboxen, nur dazu bestimmt, Zeit verstreichen zu lassen. Während diese verging, sollte der Protest abflauen. Genau dies geschah.
Ein Rabe hackt dem anderen kein Auge aus. Dass der Wächterrat, die iranische Form des Verfassungsgerichts, den geistlichen Führer desavouieren würde, war nie zu erwarten.
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Ein Iraner bewirft die Teheraner Polizei: (© Foto: AP)
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Die Hälfte der Mitglieder ernennt dieser selber, die andere muss von ihm bestätigt werden. Die unterlegenen Kandidaten der Präsidentenwahl stehen einer geschlossenen Front gegenüber. Sie reicht von den Knüppelgarden der Bassidsch über die Staatsmedien bis zu den Spitzen der Republik.
Die Überprüfung der Wahlergebnisse auf Fälschung war juristisches Schattenboxen, nur dazu bestimmt, kostbare Zeit verstreichen zu lassen. Während sie verging, sollte die grüne Welle abfließen. Genau dies geschah.
Die Demonstrationen, erst geduldet, dann blutig zusammengeschlagen, schließlich von der Übermacht der Polizei ins Abseits gedrängt, werden kleiner und kleiner. Wut und Enttäuschung sind nicht versiegt - aber die Hoffnung schwindet. Der Druck der führungslosen Straße auf die Regierenden wird unterdrückt, der Rechtsweg ist erschöpft. Was bleibt der Opposition noch?
Mit der islamischen Revolution, die vor 30 Jahren von Begeisterung getragen wurde, haben die Iraner keine guten Erfahrungen gemacht. Verständlich, dass danach die Bereitschaft, abermals die eigene Haut zu Markte zu tragen, nicht grenzenlos sein kann.
Aber das Regime hat keinen Grund, sich als Sieger zu fühlen. Der geistliche Führer Ali Chamenei hat sich rückhaltlos hinter den unbeliebten Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gestellt. Alle Auflehnung, die in den Köpfen weitergeht, richtet sich fortan gegen den Chef, nicht mehr primär gegen den Erfüllungsgehilfen. Die nächste Runde mit anderen Mitteln und Zielen kommt bestimmt.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 24.06.2009)
Youtube-Hit aus USA
Natuerlich gibtes davon auch viele, vor allem auf dem flachen Land und in den Elendsvierteln. (Und das, obwohl A.s miserable Politik ihr Elend wohl kaum gemildert hat.)
Das sind die, welche bei Versammlungen skandieren "Tod Israel!" und "Tod USA!".
Und Achmadinedschad rufen sie zu "Baut die Bombe!" Mit einem Wort: Es handelt sich um die geistig-moralische Elite des Iran. Das sind Leute, die ihr Herz erwaermen, wenn Achmadinedschad von der Vernichtung des juedischen Staates faselt oder mal deutlich macht, dass er sich von den USA schon mal gar nichts sagen laesst. Solche billige demagogische Symbol-Politik ohne Substanz ist doch das, was Achmadinedschad ihnen vor allem geboten hat.
Mit, wie sich jetzt zeigt, ueberwaeltigendem Erfolg. Denn auch der grosse Ober-Ajatollah ist offenbar von seinem Praesidentlein angetan. Und seiner Heiligkeit Stimme wiegt natuerlich gut und gerne die Stimmen von 10 Millionen gebildeter und nachdenkender Normal-Iraner auf.
Oder etwa nicht?
... wären Proteste dagegen ausgeblieben. Die protestierenden Krawallmacher waren resp. sind ja Moussavi-Anhänger. Die werden kaum auf die Strasse gehen, wenn ihr Mann gewinnt.
@Diaula:
Gegenfrage:
Was wäre denn gewesen wenn Mussawi gewonnen hätte?
Hätte es dann auch ähnliche Proteste wie jetzt nach dem Wahlsieg von Ahmadinedschad gegeben?
Wenn ja, wer hätte sich dran beteiligt?
wenn schon 3-4 Tage ausreichen um die landesweiten Proteste, getragen von der großen, freiheitsliebenden Mehrheit des iranischen Volkes, abebben zu lassen, kanns ja so wild nicht gewesen sein, oder?
Vielleicht warens aber eben doch nur Provokateure, bezahlt von US amerikanischen Stellen, wie Kenner des mittleren Ostens mutmasten...
Man hätte diese wohl liebend gerne in Kauf genommen, wenn nur der böse Admadineschad nicht gewählt worden wäre .... also, sparen Sie sich die Krokodilstränen.
Paging