Im Dezember veröffentlichte der US-Geheimdienst, dass Iran sein Atomwaffenprogramm gestoppt habe. Das Problem: Diese Aussage war nicht korrekt. Der Geheimdienst wollte so in die Politik eingreifen - mit zweifelhaftem Ergebnis.
Die Veröffentlichung des amerikanischen Geheimdienstberichts zum Stand des iranischen Atombombenprogramms war eine strategische Torheit von unvergleichbarem Ausmaß. Die Folgen dieser Torheit kann Präsident George Bush während seiner Nahostreise in diesen Tagen fast mit bloßem Auge erkennen, wenn er aus dem Hotelfenster auf den arabischen Golf schaut.
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Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (© Foto: dpa)
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So wie vor fünf Jahren Geheimdienst- erkenntnisse von der Politik manipuliert wurden, um einen Krieg im Irak zu inszenieren, so nutzte diesmal der Geheimdienst sein Wissen, um selbst in die Politik einzugreifen - mit mehr als zweifelhaftem Ergebnis.
Fünf Wochen nach der Veröffentlichung dieses Berichts hat sich die Machtgleichung zwischen Iran auf der einen, und den USA, Israel und den sunnitisch geprägten arabischen Staaten vor allem am Golf auf der anderen Seite verschoben. Darunter haben nicht nur die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern gelitten, die im Oktober auf der Konferenz von Annapolis angestoßen wurden.
Auch Irans hegemonialer Anspruch in der Region ist stärker zu spüren als in all den Jahren zuvor. Die amerikanischen Geheimdienste haben zur Stärkung der totalitären Herrschaft Mahmud Ahmadinedschads beigetragen, sie haben einen offenen Kampf um Einfluss in der Region ausgelöst und eine politische Annäherung erschwert.
Stöhnen in der Atomenergiebehörde
Der Geheimdienstbericht stellte am 3.Dezember fest, dass "Teheran im Herbst 2003 sein Nuklearwaffen-Programm mit großer Sicherheit gestoppt" habe. Dieser Satz veränderte die internationale Politik; aber er war nicht korrekt.
Denn Iran hatte nicht das gesamte Nuklearwaffen-Programm gestoppt, sondern nur einen Teil davon, wie bereits in der Fußnote nachzulesen war: die Konstruktion des nuklearen Gefechtskopfes. Was sich nicht geändert hat: Iran reichert weiter Uran an (über den für die zivile Nutzung hinausgehenden Bedarf) und konstruiert Langstreckenraketen.
Selbst in der Internationalen Atomenergiebehörde wurde leise aufgestöhnt, als das Urteil aus Washington eintraf. Denn gerade beim Sprengkopf wussten die Inspektoren nicht, zu welchem Zeitpunkt die Forschung gestoppt, oder besser: unterbrochen wurde. Es gibt nach wie vor Vermutungen, dass Iran die Bombe in einem halben Jahr fertigstellen kann, wenn erst einmal genug hochangereichertes Uran zur Verfügung steht.
Kollaps des internationalen Drucks
Nach der Veröffentlichung des Berichts kollabierte der internationale Druck auf Iran. China revidierte seine kritische Politik über Nacht. Am 9. Dezember schloss die staatliche chinesische Ölgesellschaft Sinopec einen Zwei-Milliarden-Vertrag mit dem iranischen Ölministerium über die Erschließung eines Rohstofffeldes.
Das malayische SKS-Venture folgte am 26. Dezember, die indische ONGC am 3. Januar. Russland begann am 13. Dezember mit der Lieferung von Brennmaterial für den iranischen Reaktor in Bushir, dessen Fertigstellung vertraglich vereinbart wurde. Und Irans Verteidigungsminister verkündete am 26. Dezember stolz, Moskau werde entgegen russischer Zusagen gegenüber dem Westen das Flugabwehrsystem S 300 liefern, das bestentwickelte der Welt.
Auch politisch ist Iran aus der Isolation ausgebrochen. Präsident Ahmadinedschad wurde Mitte Dezember als Gast beim Golf-Kooperationsrat begrüßt - von Staaten, die wenige Tage zuvor noch alles getan hätten, um den hegemonialen Anspruch Irans einzudämmen.
In Ägypten ließ sich die politische Führung vom einstigen Atom-Chefunterhändler Laridschani ein Angebot über eine nukleare Zusammenarbeit unterbreiten. Im UN-Sicherheitsrat ist jegliche Initiative für einen koordinierten Umgang erlahmt, und in der Straße von Hormus zeigen iranische Schnellboote in internationalen Gewässern, wie sich das neue Selbstbewusstsein praktisch auswirkt.
Iran nutzt seine Stärke
All das sind beunruhigende Zeichen, weil ein Ungleichgewicht der Kräfte zwischen den Staaten der arabischen Halbinsel und Iran Konflikte nährt, und vor allem weil der Bericht eine klassische politische Annäherung erst einmal unmöglich gemacht hat. Iran verhandelt nicht, etwa über territoriale Ansprüche auf die umstrittenen Inselchen im Golf, Iran nutzt nun seine Stärke aus und sammelt Gefolgschaft ein.
Was unterdessen mit dem Nuklearprogramm tatsächlich geschieht, weiß nicht einmal der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed el-Baradei, der in Teheran den Inspektionsprozess wiederbeleben wollte - nicht zuletzt weil es viele ungelöste Rätsel gibt.
Der US-Geheimdienstbericht hat einer zutiefst politischen Angelegenheit eine einseitige und in Teilen falsche Interpretation verpasst. Er hat damit eine gespenstische inneramerikanische Debatte über einen Angriff auf Iran gestoppt.
Das war sein großes Verdienst. Aber: Dieses Ziel wäre auch anders zu erreichen gewesen, und vor allem ohne Preisgabe aller politischen Druckmittel gegen Iran.
Das Nuklearprogramm dient - ungeachtet seiner wahren Intention - als Beleg für einen politischen Anspruch, den man Iran nicht zubilligen darf. Die ängstliche und unschlüssige Reaktion der Golf-Staaten, die Präsident Bush in diesen Tagen auf seiner Nahostreise einsammeln darf, sind Beweis dafür.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 14.01.2008/bavo)
Protest gegen dritte Startbahn
gerhardrolf, hier die Antworten auf Ihre Fragen:
1. Hugo Chavez. Der verstaatlicht alles.
2. Al Qaida
3. Der Weihnachtsmann
4. Amerika - aber in ausschließlich humaitärer Mission, dies ist schon an der selbstlos geleisteten Sterbehilfe für zira eine halbe Million vom Islam infizierte Iraker zu erkennen.
Eigentlich ist doch alles ganz einfach...
Wer hat eigentlich im Iran den ersten demokratisch gewählten Ministerpräsident mit Dollarmillionen gestürzt weil er amerikanische Ölmultis verstaatlichen wollte?
Wer hat den Schah eingesetzt und ihn vorzüglich mit Waffen ausgerüstet gegen das eigene Volk?
Wer hat eigentlich den Irak systematisch mit Waffen aufgerüstet auf das er Iran niederringt?
Wer hat eigentlich den Irak als Nachbarstaat mit einer Agression überfallen?
Jetzt auf einmal regiert der Iran Präsident der demokratisch gewählt ist, totalitär!!!
Wer schreibt solche dümmlichen Artikel?
Wer hat darüebr hinaus dafür gesorgt, dass der gesamte Nahe Osten durch eben disen Krieg destabiliisiert und Irak eine Heimstatt für El Kaida wurde?
Über Israels verbrecherische Besatzungspolitik brauchen wir erst gar nicht zu reden.
Zitat mona_7: "...je klarer wird, dass die USA mit ihrer Koalition der Willfährigen den Irak mit über 2000 Tonnen abgereichertem Uran auf unabsehbare Zeit atomar kontaminiert hat ..."
Ach so - das ist Herr Ahmadinedschads Plan, und deshalb will er unbedingt in den Irak, dieser urangeile Diktator! Man sollte ihm vielleicht noch stecken, daß das Uran abgereichert ist und er damit gar keine Bomben bauen kann. Ein Ahmadinedschad ist ja nunmal kein Kernphysiker. Dann kann er sein Rüstungsprogramm abschreiben - ohne vernünftiges Uran kein "Bumm" - und läßt sicher auch vom Irak ab. Keine Gefahr mehr, die Region versinkt im Frieden.
Sehen Sie, mit den richtigen Informationen kann ein Problem sofort gelöst werden...
Zitat Leonidas78: "Ohne Atombomben wäre Israel heute schon ausbeblutet durch ständige militäische Konflikte. Oder nicht?"
Nö, eigentlich nicht. Israel hätte sich dann halt etwas besser benehmen müssen. Aber das wäre dem Verhältnis zu den Nachbarn und dem Weltfrieden ja eher zuträglich gewesen. Ausgeblutet ist Israel ohnehin, es war ja noch nie nicht blutleer - ohne massivste Wirtschaftshilfe aus dem Westen geht da nix.
Eieiei ...jetzt stimmt das ja wieder nicht ... ja sowas ... jetzt wären wir fast auf die so unverantwortlich-hinterfotzig friedensgeilen Fanatiker des amerikanischen Geheimdienstes hereingefallen, die uns weismachen wollten, der Iran sei keine Gefahr mehr. Gottseidank aber gibt es Herrn Kornelius, der diesen CIA- Peacecorps auffliegen läßt und klarmacht, daß wir auch in Zukunft damit rechnen müssen, daß die iranische Großmacht aus dem Nahen Osten, Deutschland und der Welt ein atomares Endlager macht.
Wie der CIA den Schwenk vom angeblichen Kriegstreiber zum angeblichen Friedenstreiber vollzogen hat, sagt uns Herr Kornelius leider nicht. Und daß offenbar nicht Herr Bush, nicht die Republikaner, nicht die Rüstungsindustrie, nicht die Öllobby oder die Israel-Lobby, sondern ein friedensbewegter CIA die Geschicke der USA besimmt - das ist aber dann schon wirklich erstaunlich. Hätte man gar nicht gedacht, wenn man George W. Bush, Dick Cheney, Paul Wolfowitz und Konsorten in den letzen Jahren so gehört hat.
Aber jetzt wissen wir's ja zum Glück - Dank Herrn Kornelius. Auf daß es mit dem Präventivangriff auf den Iran doch noch klappt !
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