Der Zug mit den Atommüll-Behältern ist östlich von Lüneburg erneut aufgehalten worden. Erst nachdem die Polizei eine Sitzblockade von 150 Castor-Gegnern auf der nach Dannenberg führenden Bahnstrecke geräumt hatte, konnte der Transport weiterfahren. Eine nach Gorleben führende Straße wurde von Castor-Gegnern unterspült.
Durch die Unterspülung sei eine der zwei von Dannenberg zum Zwischenlager führende Routen zur Zeit nicht passierbar. Der Schaden in der Ortschaft Quickborn werde jedoch repariert. Die unbekannten Täter hätten ein zusätzliches Rohr an eine Hauptwasserleitung angeschlossen und unter die Fahrbahn geführt.
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Wegen der unterspülten Straße sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Castor-Einsatzleitung in Lüneburg.
Der Wasserbeschaffungsverband Wendland (WBV) versuche seit dem Morgen, den Schaden zu beheben, so die Polizei. Der Straßentransport auf Speziallastwagen von Danneberg nach Gorleben kann aber auch über Quickborn oder etwas weiter über Splietau geleitet werden.
Der 650 Meter lange Zug mit zwölf Castor-Behältern hatte gegen 10.00 Uhr den Bahnhof Lüneburg passiert und damit seine Zielregion im Nordosten Niedersachsens erreicht.
Bürgerinitiative plant Kundgebung
Der umstrittene Transport war bereits am Montagabend durch Protestaktionen im Landkreis Heilbronn rund zwei Stunden aufgehalten worden. Zuvor hatten ihn schon Atomkraftgegner in Frankreich für eineinhalb Stunden zum Stehen gebracht.
Am Bahnhof Dannenberg, wo die Atommüllbehälter auf Straßentieflader umgesetzt werden sollen, war der Transport ursprünglich gegen 10.30 Uhr erwartet worden.
Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg will nach der Ankunft des Atommüllzuges in der Ortschaft Nebenstedt eine Kundgebung gegen den Transport beginnen.
Nach Polizeiangaben kam es an der Bahnstrecke von Lüneburg nach Dannenberg auch bei Hitzacker zu Protesten mehr als hundert Castor-Gegner.
Alles ruhig im Wendland
Die Lage im Wendland rund um das Atommüll-Zwischenlager Gorleben verlief nach Angaben der Polizei in der Nacht ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Am Abend hatten die Beamten eine Treckerblockade auf der Straßen zwischen Dannenberg und Gorleben bei Groß Gusborn aufgelöst und die Traktoren sichergestellt.
Auf dem letzten Gleisabschnitt zwischen Lüneburg und Dannenberg war es Atomkraftgegnern bei früheren Transporten immer wieder gelungen, den Zug zeitweise aufzuhalten. Deshalb sicherte und überwachte die Polizei auch in dieser Nacht dieses Teilstück besonders intensiv.
Sitzblockaden bei Gorleben erwartet
Wenn der Zug in Dannenberg angekommen ist, werden die 12 Castor-Behälter für den dann folgenden Straßentransport auf Speziallastwagen umgeladen. Diese Arbeiten werden mehrere Stunden dauern. Außerdem kontrollieren Experten die radioaktive Strahlung an der Außenhaut der Behälter.
Atomkraftgegner im Landkreis Lüchow-Dannenberg kündigten weitere Aktionen gegen den Castor-Transport an. In drei Ortschaften bei Gorleben würden auf Straßen, die die Atommüllbehälter passieren müssten, Sitzblockaden vorbereitet, sagte ein Sprecher der Aktion "WiderSetzen".
(sueddeutsche.de/dpa/AP)
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