Atomstreit mit Iran Von Iran freigelassene US-Bürger in Deutschland angekommen

Sie sollen am US-Militärstützpunkt in Ramstein medizinisch untersucht werden.

Drei der vier von Iran freigelassenen US-Bürger sind am Sonntagabend in Deutschland eingetroffen. Das sagte ein Beamter des US-Außenministeriums in Washington. Die drei Männer hatten zuvor einen Zwischenstopp in Genf eingelegt. Sie waren auf dem US-Militärstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein erwartet worden, wo sie medizinisch untersucht werden sollen.

Teheran hatte die US-Bürger im Gegenzug für die Begnadigung von sieben Iranern durch die US-Justiz freigelassen. Der Austausch war am Samstag bekannt gegeben worden, kurz vor dem offiziellen Inkrafttreten des Atomabkommens und der Aufhebung der internationalen Wirtschaftssanktionen gegen Iran.

Für die US-Bürger und ihre Familien ging am Sonntag eine lange Leidenszeit zu Ende. Rezaian arbeitete als Washington Post-Korrespondent in Teheran, als er im Juli 2014 in seinem Haus verhaftet wurde. Er wurde wegen Spionage und Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen verurteilt.

Der Marineinfanterie-Veteran Amir Hekmati war bei einem Besuch seiner Großmutter in Teheran festgenommen und 2012 sogar zum Tode verurteilt worden. Erst nach 16 Monaten Isolationshaft durfte er Angehörige sehen, nachdem die Todesstrafe in zehn Jahre Haft umgewandelt worden war. Der protestantische Pfarrer Saeed Abedini war 2013 zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden, er soll Bibelkurse organisiert haben. Über den vierten Freigelassenen, Nosratollah Khosravi-Roodsari, ist nur wenig bekannt. Er soll auf eigenen Wunsch in Iran geblieben sein.