Dem Iran drohen weitere Sanktionen: Nach dem Scheitern der jüngsten Gespräche hat die Iran-Kontaktgruppe über ihr weiteres Vorgehen beraten. Wie das Land auf die neuerlichen Strafmaßnahmen reagieren wird, ist unklar.

Nach dem Scheitern der jüngsten Atomgespräche mit Teheran ist eine neue UN-Resolution gegen den Iran wahrscheinlicher geworden. Der UN-Sicherheitsrat hat bereits zwei Mal Sanktionen gegen den Iran verhängt, weil das Land nicht auf die Urananreicherung verzichten will.

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Voraussichtlich werde es "kurzfristig" eine Einigung auf eine solche Entschließung geben, sagte ein französischer Gewährsmann am Samstag nach Beratungen in Paris.

An der Unterredung, die hinter verschlossenen Türen stattfand, nahmen Vertreter der fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder - USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - sowie des deutschen Außenministeriums teil. Russlands Vize-Außenminister Sergej Kisljak sei in Kanada im Schnee stecken geblieben und habe an den Gesprächen nicht teilnehmen können.

In einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) hieß es, der Iran kooperiere zwar, zeige dabei aber keine Eigeninitiative. Am Freitag waren Verhandlungen zwischen dem Iran und der EU ohne Kompromiss zu Ende gegangen. Das Gespräch zwischen EU-Chefdiplomat Javier Solana und dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili galt als letzte Chance für Teheran die drohenden Strafmaßnahmen noch abzuwenden.

Dschalili hatte erneut bekräftigt, dass die Islamische Republik nicht von ihrem umstrittenen Atomprogramm abrücken werde. Es sei inakzeptabel, den Iran zu einer Aussetzung der Urananreicherung bringen zu wollen, sagte er. Sein Land halte sich an den Atomwaffensperrvertrag.

Iran weist Anschuldigungen zurück

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel einer zivilen Nutzung der Nuklearenergie an Atomwaffen zu arbeiten. Das Land hat dies wiederholt zurückgewiesen. Washington, London und Paris dringen auf weitere Sanktionen, um Teheran davon abzubringen. Peking und Moskau sind dagegen skeptisch.

Dschalili hatte erklärt, auch weitere Sanktionen würden Teheran nicht von seinem Atomprogramm abbringen.

Solana erklärte nach seinem Treffen mit Dschalili in London, er sei von dem Gespräch enttäuscht. Der französische Diplomat charakterisierte das Gespräch gar als "ein Desaster".

Schon vor einem Jahr hatte der UN-Sicherheitsrat alle Staaten aufgefordert, Lieferungen an den Iran zu stoppen, die zu dessen Atomprogramm sowie zum Bau von Raketen beitragen könnten. Die Sanktionen wurden im März verschärft.

Der CDU-Außenpolitiker Eckart von Klaeden plädierte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung für einen Alleingang der Europäischen Union (EU) mit schärferen Sanktionen gegen den Iran, falls Russland und China im UN-Sicherheitsrat nicht mitziehen sollten.

Von Klaeden ging damit auf Distanz zum Grundsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Staatengemeinschaft dürfe sich im Konflikt um das iranische Atomprogramm nicht spalten lassen und denselben Fehler machen wie vor einigen Jahren im Umgang mit dem Irak.

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(AP/Reuters/dpa/jkr/mah)