Die Reihen schließen sich: Nicht nur der Westen, auch Russland erhöht den Druck auf Teheran. Iran wirft der israelischen Regierung unterdessen vor, zu bluffen.
Nach den jüngsten iranischen Raketentests schenkt Russland immer mehr auf den harten Kurs des Westens gegenüber Iran ein. Auch Deutschland und die USA erhöhen den Druck vor den Gesprächen zwischen Iran, der Bundesregierung und den fünf Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats.
Militärparade in Teheran: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad lässt sich eine Rakete präsentieren (April 2009) (© Archivfoto: dpa)
Anzeige
Außenminister Sergej Lawrow forderte Manuschehr Mottaki, den iranischen Außenminister, zur Zurückhaltung auf. Bei einem Treffen in New York teilte Lawrow Mottaki die tiefe Besorgnis Moskaus mit. Er forderte Iran "zur größtmöglichen Zusammenarbeit" mit der Internationalen Atomenergiebehörde auf. Obwohl Raketentests nicht verboten seien, rufe man Iran "zur maximalen Zurückhaltung" auf, sagte er. Es sei "natürlich Besorgnis erregend, wenn die Raketentests vor dem Hintergrund der Spannungen wegen des iranischen Atomprogramms stattfinden", sagte der russische Außenminister.
In der vergangenen Woche hatte bereits Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew erstmals erklärt, Sanktionen gegen Iran seien möglich. Kurz darauf hatten russische Militärs vor der iranischen Aufrüstung gewarnt.
Das Treffen zwischen Lawrow und Mottaki fand am Rande der UN-Generaldebatte in New York statt. Vor dem Plenum der Generalversammlung drohte der deutsche UN-Botschafter Thomas Matussek, den Kurs gegenüber Teheran zu verschärfen. Iran müsse seine Bereitschaft für ehrliche und zügige Verhandlung zu demonstrieren. "Wenn die iranischen Führer weiterhin bremsen, wird die internationale Gemeinschaft nicht anders können, als zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um den Ernst der Lage zu unterstreichen".
Auch der Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin, Jens Plötner, bezeichnete die Nachrichten aus Iran als beunruhigend. "Teheran testet Raketen, obwohl es über regionalen Frieden und Stabilität reden will. Das ist mit Blick auf die anstehenden Gespräche kein vertrauensbildendes Signal."
Der Ton aus Washington wird unterdessen schärfer: Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses, sagte, Teheran müsse sofortigen und ungehinderten Zugang zu seinen Atomanlagen gewähren. Mit Blick auf das Treffen von Vertretern des Weltsicherheitsrates und Deutschlands mit Iran sagte Gibbs: "Dies ist ein wichtiger Tag und eine wichtige Woche für die Iraner. Sie haben eine Entscheidung zu treffen." Teheran könne entweder weitermachen wie bisher oder "ein sinnvolles Verhältnis zur Welt" aufbauen. Dies gehe aber nicht mit Atomwaffen. Der jüngste Raketentest passe zu den Provokationen, die Teheran seit Jahren an den Tag lege.
Iran hatte zweitägige Tests mit Mittelstreckenraketen durchgeführt, die sowohl Israel als auch US-Stützpunkte in der Region erreichen könnte. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, es handle sich um "eine militärische Übung mit Abschreckungscharakter". Es bestehe keinerlei Verbindung zum Atomprogramm. Erst am Freitag hatte Irans Eingeständnis, das Regime verfüge über eine zweite, bisher unbekannte Urananreicherungsanlage, weltweit Besorgnis ausgelöst.
Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden hat dem Westen mit Blick auf die jüngsten Raketentests seines Landes Propaganda vorgeworfen. Der Westen versuche bewusst, einen Zusammenhang zwischen den Tests und dem iranischen Atomprogramm herzustellen, um dieses in einen militärischen Kontext zu ziehen, sagte der General Mohammed Ali Dschafari am Dienstag in Teheran. Die Raketentests hätten mit dem Bau der Urananreicherungsanlage nahe der Stadt Ghom nichts zu tun. Diese Behauptung ist vollkommen falsch", sagte er.
Irans Verteidigungsminister Ahmad Vahidi hatte am Montag Drohungen gegen Israel erneuert. Obwohl der Iran es als unwahrscheinlich erachte: Ein Angriff auf iranische Atomanlagen würdeden Kollaps des israelischen Staats bedeuten, so Vahidi.
Der iranische Generalstabschef, Hassan Firusabadi, warf der Regierung des jüdischen Staates . "Israel ist ein Papiertiger und wenn sie sagen, dass Israel den Iran angreifen wird, ist das ein Bluff". Die USA und Israel hatten im Atomstreit mit Teheran einen Militärangriff nicht ausgeschlossen.
Unterdessen hat Nordkoreas Regierung erklärt, man sei "für eine atomwaffenfreie Welt". Pjöngjang wäre bereit, seine nuklearen Aktivitäten einzustellen, wenn auch alle anderen Atomstaaten ihre Nuklearwaffen aufgeben. Vize-Außenminister Pak Kil Yon sagte vor der UN-Vollversammlung: "Wir sind wie alle anderen friedliebenden Länder gegen einen Atomkrieg, gegen ein atomares Wettrennen und die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen", sagte Pak.
Solange die USA aber an ihrer Nuklearpolitik festhielten, habe Pjöngjang keine Alternative zu einem "verlässlichen" atomaren Arsenal, um für Frieden und Stabilität in Nordostasien sorgen zu können. "Ob die koreanische Halbinsel nuklearfrei ist oder nicht, hängt davon ab, ob die USA ihre Atompolitik gegenüber Korea ändern", sagte Pak. Wie Iran verfügt auch Nordkorea über ein umstrittenes Atomprogramm, und hat - im Gegensatz zu Iran - bereits Nuklearwaffen getestet.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Iran: Spekulationen um Atomprogramm Trauma der Schwäche 28.09.2009
- Atomstreit mit Iran Russische Militärs besorgt über Raketentests 28.09.2009
- Atom-Programm Iran sorgt für internationale Unruhe 27.09.2009
- Atomstreit mit Iran Widersprüchliche Signale aus Teheran 26.09.2009
- Atomprogramm von Iran Medwedjew offen für Sanktionen 24.09.2009
- Streit um iranisches Atomprogramm Teheran stimmt Uranaustausch zu 17.05.2010
- Frankreich-Iran Iran lässt französische Lehrerin frei 16.05.2010
(AFP/Reuters/dpa/jab)
Bilder des Tages
wir haben uns an die Lügen der israel. Sicherheitsbehörden gewöhnt. Hier ist eine weitere Irreführung der Öffentlichkeit über den Versuch jüdische Extremisten unter Polizeischutz, d. Al-Aqsa Moschee zu stürmen.
Offiziell hiess es" radikale Palästinenser griffen ausländische Touristen, die d. Mosche besichtigen wollten"
Dabei besuchen täglich etliche Touristen d. Moschee und werden höflichst v .d. zuständigen arab. Reiseführer aufgeklärt.
... die faszinierende Umfrage, nach der alle in Iran singend und tanzend umherhüpfen, und die herrschenden Zustände lobpreisen. Faszinierend, und vor allem so glaubhaft. Wo und mittels wievieler Befragter wurde diese angebliche Umfrage eigentlich erhoben? Direkt im Pasdaran-Rekrutierungscenter?
wenn man schlimme Ereignisse kriegerischer oder politischer Art kommentiert und sachlich bestätigt ?
Die Umstände um d. Goldstone Report sind bekannt. Die israel. Reaktion war unsachlich, konzentrierte sich auf persönliche Angriffe gegen den unparteischen Richter.
Wenn ein Kriegsverbrecher nicht aus Israel stammt (Baschier,Sudan), dann feiert die freie Welt den Sieg der Gerechtigkeit.
Warum hat das keine Gültigkeit gegen mutmassliche Kriegsverbrecher aus Israel?
Den Rest spare ich mir, Sie werden es sowieso nicht veröffentlichen.
Vielen Dank für Ihre Unpe
arteilichkeit.
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Eine weitere Meldung die man hierzulande nicht veröffentlicht, sind die jünsten Übergriffe der Israelis auf die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem. Sie haben zu einem scharfen diplomatischen Wortwechsel im Nahen Osten geführt, Jordanien, ein ansonsten enger Verbündeter des Westens hat den israelischen Botschafter einbestellt und zur Rede gestellt
150 extremistische Siedler hatten unter Polizeischutz das Gelände der Moschee gestürmt. Die Israelis feuerten auf die palästinensischen Gottesdienstbesucher und verletzten viele.
Vergleichbar ist das Ganze mit der gezielten Provokation durch Ariel Sharon, der damit die 2. Intifada auslöste.
Mir scheint, die Israelis wollen um jeden Pries Öl ins Feuer giessen und die Intifada, die wohl in ihren Augen zu schlapp geworden ist, wieder anheizen, um damit dem wachsenden internationalen Druck was echte Friedensverhandlungen betrifft, den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Paging