Atomstreit Iran will bilaterale Gespräche mit USA und Russland

Iran hat überraschend direkte Gespräche mit den USA und Russland über sein Atomprogramm angekündigt. Verhandlungen dieser Art gab es seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Treffen sollen bereits kommende Woche stattfinden.

Erstmals seit Jahrzehnten sollen ranghohe Vertreter Irans und der USA zu direkten Gesprächen über das iranische Atomprogramm zusammentreffen. Die Gespräche sollten am Montag und Dienstag in Genf stattfinden, teilte das Außenministerium in Teheran überraschend mit.

Im Anschluss sei ein Treffen mit russischen Diplomaten am Mittwoch und Donnerstag in Rom geplant. Dem iranischen Außenministerium zufolge dienen die Gespräche zur Vorbereitung der nächsten Atomgespräche. Bei der vorherigen Runde im Mai waren keine Fortschritte erzielt worden.

EU-Vertreterin bei Gesprächen dabei

Die bilateralen Gespräche finden demnach noch vor der nächsten Runde der Atomverhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten statt. Dazu gehören die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China plus Deutschland. Laut der von der Nachrichtenagentur Irna veröffentlichten Erklärung hofft Teheran noch vor der Atomrunde vom 16. bis 20. Juni in Wien auf weitere bilaterale Treffen mit Mitgliedern der sogenannten 5+1-Gruppe.

Ein Vertreter des US-Außenministeriums bestätigte das geplante Treffen mit Iran. Nach seinen Angaben wird die US-Delegation von Vize-Außenminister William Burns und der Unterhändlerin bei den Atomgesprächen, Wendy Sherman, geleitet. Auch eine Vertreterin der EU wird bei den Gesprächen mit am Tisch sitzen. Die EU-Außenbeauftragte Catherin Ashton, die sonst die 5+1-Gespräche mit Teheran leitet, wird durch die politische Direktorin Helga Schmid vertreten sein, wie die EU mitteilte. Es ist das erste Mal, dass es bilaterale Treffen außerhalb des 5+1-Rahmens gibt.

Die Atomgespräche sollen zu einer endgültigen Beilegung des jahrelangen Streits führen. Ein Abkommen soll Iran erlauben, Atomtechnik für friedliche Zwecke zu nutzen, gleichzeitig aber dauerhaft verhindern, dass sie zur Entwicklung von Atomwaffen verwendet wird. Die Verhandlungen bauen auf einem Ende November geschlossenen Interimsabkommen auf, das zunächst bis zum 20. Juli läuft.