Das Säbelrasseln geht weiter: Nach dem verbalen Schlagabtausch mit Israel und den USA soll das Land eine Rakete getestet haben, die angeblich bis Israel reicht.

Der Iran hat laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens neun Mittelstreckenraketen getestet und damit die Spannungen in der Region weiter geschürt. Die Raketen wurden während eines Manövers der Revolutionsgarde im Persischen Golf abgefeuert.

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Iran will mit den Raketentests militärische Macht demonstrieren. (© Foto: AFP)

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Unter ihnen war den Angaben zufolge auch eine neue Version der Shahab-3, die mit einer Reichweite von 2000 Kilometern israelisches Territorium erreichen könnte. US-Außenminister Robert Gates erklärte, der Raketentest beweise, dass der Iran eine Bedrohung darstelle.

Es bestehe die Gefahr, dass Teheran Langstreckenraketen gegen Europa einsetzen könne, erklärte Gates in Washington. Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete die Tests bei einem Besuch in Sofia als Beweis, dass die Bedrohung durch iranische Raketen nicht eingebildet sei. Erst am Dienstag hatten Rice und ihr tschechische Kollege Karel Schwarzenberg ein Abkommen für die Stationierung von Teilen des geplanten US-Raketenabwehrsystems in Osteuropa unterzeichnet.

Washington zufolge richtet sich das Rüstungsprojekt in erster Linie gegen Raketen aus dem Iran. Der Marine-Kommandeur der Nationalgarde, General Hossein Salami, erklärte, die Übung demonstriere die Entschlossenheit des Landes gegenüber Feinden, die den Iran in den vergangenen Wochen bedroht hätten. "Unsere Hände sind immer am Abzug, und unsere Raketen sind startbereit", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA Salami.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad wies Befürchtungen vor einem möglichen Angriff Israels und der USA auf sein Land erneut als "lustigen Witz" zurück. Es werde keinen Krieg geben, sagte er auf einer Pressekonferenz in Malaysia. Die USA und Israel haben beide einen Angriff auf den Iran nicht ausgeschlossen, der verhindern soll, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt.

Israel hatte im Juni im Rahmen eines Manövers Flugzeuge über das östliche Mittelmeer geschickt. In US-Kreisen hieß es, es könne eine Übung für einen Angriff auf eine iranische Atomanlage sein. Teheran versichert, dass sein Atomprogramm ausschließlich der zivilen Nutzung dient.

Obama für diplomatische Offensive

Das Weiße Haus rief den Iran auf, auf weitere Raketentests zu verzichten. Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Barack Obama, sagte, die Tests unterstrichen die Notwendigkeit für verstärkte diplomatische Bemühungen und schärfere Sanktionsdrohungen gegen Teheran.

Sein mutmaßlicher republikanischer Gegenkandidat John McCain bezeichnete die Tests hingegen als weiteren Beleg für die Notwendigkeit des US-Raketenschilds. Der israelische Regierungssprecher Mark Regev sagte, sein Land wünsche keine Feindseligkeit und keinen Konflikt mit dem Iran. Es sei aber klar, dass das iranische Atom- und das Raketenprogramm zu Sorge Anlass gäben.

Die Bundesregierung missbilligte den Raketenversuch. "Wir haben diese Meldungen mit Sorge zur Kenntnis genommen", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Die Bundesregierung rufe den Iran auf, "jede Form des Säbelrasselns zu unterlassen". Besonders besorgniserregend sei, dass diese Raketen auch nukleare Sprengköpfe transportieren könnten.

Steg erinnerte daran, dass die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats und Deutschland dem Iran ein neues Verhandlungsangebot unterbreitet hätten und der Iran Gesprächsbereitschaft bekundet habe. Es gehe jetzt darum festzustellen, wie ernsthaft die Gesprächsbereitschaft sei.

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(AP/hai/ssc/beu)