Der Iran will keine Gespräche mehr mit der EU-Troika Deutschland, Großbritannien und Frankreich führen. Auch in Russland ging es bei den Verhandlungen mit dem Iran nicht voran.
Der Iran will nicht mehr mit der EU-Troika aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien über sein Atomprogramm verhandeln. Das sagte Außenminister Manuschehr Mottaki vor Journalisten in Teheran.
Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki bei den Verhandlungen in Brüssel. (© Foto: AP)
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Weitere Gespräche könnten nur noch mit einzelnen Staaten geführt werden, sagte Mottaki, der sich am Montag in Brüssel aufgehalten hatte.
Gespräche Russlands mit Vertretern Teherans brachten am Montag keinerlei sichtbare Annäherung.
Dialog mit Russland soll fortgesetzt werden
"Substanziell hat sich die Position des Irans nicht geändert", sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana nach einem 90-minütigen Gespräch mit dem iranischen Außenminister Manuchehr Mottaki in Brüssel.
In Moskau, wo Unterhändler etwa fünf Stunden lang über den Kompromissvorschlag zur Urananreicherung auf russischem Gebiet sprachen, hieß es anschließend nur, man habe sich auf eine Fortsetzung des Dialogs geeinigt.
Es gab zunächst keine Angaben, wann und wo die Gespräche fortgesetzt werden sollen. Mit dem russischen Angebot wollen der Westen und Moskau verhindern, dass Teheran unter dem Deckmantel der zivilen Kernenergie-Nutzung heimlich an einem Atomwaffenprogramm arbeitet.
Auslöschung Israels? "Ein Missverständnis"
Der iranische Außenminister Mottaki betonte nach dem Treffen mit Solana, die friedliche Nutzung der Atomenergie sei "ein Recht aller Nationen". Er warf dem Westen vor, "eine nukleare Apartheid zu unterstützen, die wir nicht akzeptieren können".
Die umstrittenen Israel-feindlichen Äußerungen des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete Mottaki als "Missverständnis". Dies gelte insbesondere für die Äußerung, Israel müsse von der Landkarte ausradiert werden, sagte der Außenminister vor dem Auswärtigen Ausschuss des Europaparlaments in Brüssel.
"Das ist ein Missverständnis. Wie soll es möglich sein, ein Land zu beseitigen? Er (Ahmadinedschad) spricht über das (zionistische) Regime", erklärte Mottaki.
Vergleich mit "Mein Kampf"
Der französische Außenminister Dominique de Villepin wertete Ahmadinedschads Äußerungen zu Israel und der Judenverfolgung als "unwürdige Verletzung Israels, des jüdischen Volkes und der Ehre der ganzen internationalen Gemeinschaft".
Frankreich werde "niemals bei der Sicherheit Israels nachlässig" sein und stets an Israels Seite gegen Terrorismus und Fanatismus auftreten, sagte Villepin vor dem jüdischen Dachverband CRIF in Paris. Der Iran dürfe keinen Zugang zu Kernwaffen erhalten.
CRIF-Präsident Roger Cukierman verglich Ahmadinedschad mit Hitler. "Die Erklärungen des iranischen Präsidenten stehen Hitlers "Mein Kampf" in nichts nach", sagte Cukierman. Die Geschichte habe gezeigt, dass man Drohungen stets ernst nehmen müsse.
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(dpa/AFP)
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