Atomprogramm in Iran Deutsche sollen Reaktorteile an Iran geliefert haben

Die Bundesanwaltschaft hat vier Tatverdächtige festnehmen lassen, die Reaktorteile an Iran geliefert haben sollen. Mit der Sendung aus Deutschland sollte ein Schwerwasserreaktor fertiggestellt werden.

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch vier Verdächtige festnehmen lassen, die Teile für einen Kernreaktor an den Iran geliefert haben sollen. Den Ermittlungen zufolge lieferten drei Deutsch-Iraner und ein Deutscher im Jahr 2010 und 2011 über Tarnfirmen in der Türkei und Aserbaidschan Spezialventile, die für den Bau eines Schwerwasserreaktors notwendig sind. Dieser Reaktortyp kann mit Uran in der natürlichen Isotopenzusammensetzung betrieben werden.

Dass die Bauteile an das iranische Unternehmen weitergeleitet wurden, das für den Bau des Reaktors zuständige war, sei den Beschuldigten bewusst gewesen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Sie hat Haftbefehl gegen die vier Männer erlassen. Es bestehe der dringende Verdacht des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz, so die Ermittler. Die Ventil-Lieferungen seien Teil eines Gesamtauftrages von mehreren Millionen Euro gewesen.

90 Einsatzkräfte hatten am Mittwoch die Wohn- und Firmensitze der Beschuldigten in Hamburg, Oldenburg, Halle an der Saale und Weimar durchsucht. Die vier Männer sollen bis spätestens Donnerstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.