Nicht rationale Entscheidungen? Nur wegen der Wahlen? Genau diesen Eindruck wollte die Koalition vermeiden: "Selbst wenn es die Wahlen nicht gegeben hätte, hätten wir so handeln müssen", heißt es in Regierungskreisen. Brüderle, so sein Ministerium, habe vor allem mit dem Tempo der Kehrtwende Probleme gehabt.

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Dagegen hatten Kanzlerin Angela Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle wiederholt von einer "Zäsur" gesprochen, die rasche Konsequenzen erfordere. "Das Moratorium ist keine Vertagung, das Moratorium ändert die Dinge", sagte Westerwelle an jenem Montag, nur zwei Stunden nach Brüderles Auftritt beim BDI. Wie genau sich die Dinge ändern, welche Reaktoren vom Netz müssen, wusste da noch niemand. Nicht mal der Wirtschaftsminister.

Jetzt aber ist das Protokoll in der Welt, es dürfte vor allem den Wahlkämpfern in Union und FDP wenig Freude bereiten. Zum Beispiel Stefan Mappus, der für die CDU am Sonntag in Baden-Württemberg das Amt des Ministerpräsidenten verteidigen soll, gleichzeitig aber den Ruf des Atomfreundes abschütteln will. Auch in Rheinland-Pfalz wird dann gewählt: FDP-Chef dort ist Rainer Brüderle.

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  1. Brüderle: AKW-Moratorium ist nur Wahlkampf-Taktik
  2. Sie lesen jetzt Überfordert vom Tempo der Kehrtwende
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(SZ vom 24.03.2011/lala)